Tennis: Kilsdonk bald ohne Gegner?
VON GEORG AMEND - zuletzt aktualisiert: 29.06.2007Moers-Asberg lässt die Aufstiegsrunde
zur Zweiten Liga, die der RTC ausrichtet, sausen.Im Kampf um den Aufstieg in die Zweite Tennisbundesliga haben die Damen des Ratinger Tennis-Clubs (RTC) schon den ersten Schritt getan. Wenn auch nicht aus eigener Kraft, denn der TC Sportpark Moers-Asberg hat sich quasi selbst aus dem Weg geräumt. Wie Moers’ Trainer Dietmar Hirschel auf Anfrage bestätigt, nimmt sein Club nicht an der Aufstiegsrunde, die der RTC am 14. und 15. Juli ausrichtet, teil. Das teilte Moers gestern morgen dem Verband mit.
Denn die Zweite Liga sei im kommenden Jahr zu stark meint Hirschel. „Da kommt ein Team aus Schleswig-Holstein dazu, dass durchmarschieren will. Außerdem sind Rot-Weiß und Blau-Weiß Berlin zu stark. Auch der Lintorfer TC, der in diesem Jahr den Klassenerhalt mir Ach und Krach geschafft hat, wird es nächstes Jahr sehr schwer haben“, lautet die Einschätzung aus Moers. Auch sein eigenes Team schätzt Hirschel ein: „Wir haben jahrelang bewiesen, dass wir in der Niederrheinliga sehr gut sind, aber der Sprung in die Zweite Liga Nord ist ein Sprung um gleich zwei Klassen. Wir haben lange hin und her überlegt: Hätten wir die Aufstiegsrunde ausgerichtet, hätten wir es versucht, aber jetzt ist sie in Ratingen. So sind die Würfel gefallen und wir nehmen nicht teil.“
Beim RTC nimmt man diese Entscheidung ein wenig erstaunt zur Kenntnis, auch wenn Trainer Oliver Selbach meint: „Der Dietmar ist lange im Geschäft und hat den Überblick. Es ist in Ordnung, wenn er das so sieht.“ Doch der Ratinger Coach meint auch: „Man weiß nie, was im nächsten Jahr passiert. Vielleicht springt irgendwo ein Hauptsponsor ab oder eine Mannschaft hat zu viele Verletzte. Sicher ist die Zweite Liga stärker, aber ich werde nicht über das nächste Jahr philosophieren.“ Selbach muss dann zugeben: „Es ist das erste Mal, dass ich erlebe, dass eine Mannschaft nicht an einer Aufstiegsrunde teilnimmt. Wenn man die Chance hat, sollte man es auch versuchen. Ich finde es ein bisschen schade.“ Zumal der Club die Aufstiegsrunde als Event sieht und so auf zwei Spiele pro Tag gehofft hatte. Sollte für Moers kein Ersatz gefunden werden, würde das Team, das mit den nach Ranglistenpositionen besten Spielerinnen besetzt ist, direkt im Finale stehen – da könnte der RTC vor Hamm und Leverkusen liegen.
Bleibt zu hoffen, dass das Beispiel aus Moers nicht noch Schule macht und die Spitzenspielerinnen Elise Tamaela und Kim Kilsdonk nachher ohne Gegner dastehen.
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