Köpke auf dem Sprung
VON THOMAS SCHULZE - zuletzt aktualisiert: 14.03.2008Er ist der einzige Ratinger Spieler, der in dieser Saison noch keine Sekunde versäumt hat.
Dennis Köpke ist nervös. Das Handy hat er in diesen Tagen immer dabei. Er wird Vater. Und er wartet seit Tagen. „Es kann jede Sekunde so weit sein“, sagt er.
Dennis Köpke ist selten nervös. Als Fußballer so gut wie nie. Da steht er in der Viererkette auf der linken Position und spielt seinen Part. „Manchmal etwas hastig“, sagt er. „Das hat aber nichts mit fehlender Konzentration oder Nervosität zu tun.“
Dennis Köpke ist umstritten und unumstritten. Mit seinen Stellungsfehlern, die er hin und wieder drin hat, kann er die Zuschauer ebenso zur Verzweiflung treiben wie mit Fehlpässen im Spielaufbau. Aber trotz dieser Aussetzer ist auf Köpke Verlass. Er fehlt bei keinem Training, zieht immer hundertprozentig mit.
All das hat zur Folge, dass er bei Trainer Bernd Klotz gesetzt ist. Dennis Köpke ist der einzige Spieler im Kader des Fußball-Verbandsligisten Ratingen 04/19, der in dieser Saison in allen 19 Begegnungen von der ersten bis zur letzten Sekunde auf dem Platz stand. „Ich hatte natürlich auch Glück, dass ich von Verletzungen verschont worden bin“, sagt er bescheiden.
Und so wird er auch am Sonntag in Viersen beim Anpfiff wieder auf dem Platz stehen. „Ich habe keinen Grund, die Mannschaft zu ändern“, sagt Trainer Bernd Klotz, dessen Team zuletzt gegen Spitzenreiter Rot-Weiß Essen II mit 0:1 unterlag. Der Stachel der Enttäuschung sitzt noch tief. „Wir haben ja nicht schlecht gespielt“, sagt der Coach. „Essen hatte nur eine Chance und hat sie genutzt. Das zeichnet eine Klassemannschaft eben aus.“
Seine Elf wird er aber auch mangels Alternativen nicht ändern. Hakan Yalcinkaya sei noch gesperrt, Andre Schwartz habe nur die Hälfte der Trainingseinheiten absolviert und von den anderen dränge sich im Training derzeit keiner auf, so Klotz. Er muss nun neue Reize setzen und Ziele stecken. „Wir wollen mehr Punkte holen als in der Hinrunde“, lautet jetzt seine Parole. Gegen Viersen gab es beim 2:2 einen Zähler. Daraus folgt, dass die Ratinger beim Rückspiel mit einem Punkt nicht zufrieden sein werden.
Dennis Köpke denkt an das Baby, daran, wie er selbst klein war und mit dem Fußballspielen begann. „Meine ersten Fußballschuhe hatte ich von Pierre Littbarski“, erinnert er sich sofort. Dann richtet er den Blick nach vorn, auf Sonntag. Und er weiß schon, was er am Montag am liebsten in der RP lesen würde: „Köpke ist Papa geworden und hat in Viersen das Siegtor geschossen. Das wäre gut.“ Wer weiß.
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