Fußball: Konkurrenzkampf
VON THOMAS SCHULZE - zuletzt aktualisiert: 09.07.2007Es ist nicht mehr als ein erster Eindruck, aber der ist gut. Fußball-Verbandsligist Ratingen verlor zwar gegen den Oberligisten Velbert 0:1, doch die positiven Erkenntnisse überwogen deutlich.
Es ist erst zwei Jahre her, dass Ratingen 04/19 ein Auswärtsspiel bestritt und der damalige Trainer Tim Kamp nicht einen einzigen Ersatzspieler auf der Bank hatte. Mit elf Akteuren war das Team angereist und musste nicht nur auf den Gegner, sondern auch auf die eigenen Aktionen achten – dass sich nur ja niemand verletzt. Da blieb es auch nicht aus, dass der damalige Co-Trainer Frank Hildebrandt im fortgeschrittenen Fußballer-Alter von 37 Jahren sein Comeback in der Verbandsliga feiern musste.
Auch aus diesem Blickwinkel wurde in der vergangenen Saison ein Schritt nach vorn getan. Die Ersatzbank war ständig besetzt, auch wenn die Spieler kein adäquater Ersatz waren für jene, die sich auf dem Feld tummelten. Das Gefälle von der Nummer elf an war ziemlich groß.
Ausgeglichener als bisher
Vor dieser Saison haben die Ratinger möglicherweise einen weiteren Schritt nach vorn getan. Beim ersten Auftritt der Mannschaft konnte zwar kein überragender Akteur ausgemacht werden, kein Star, der wirbelte und um den sich alles drehte, wohl aber konnte der Betrachter den Eindruck gewinnen, dass Trainer Bernd Klotz deutlich mehr als nur elf gleichwertige Spieler zur Verfügung stehen. Das ist gut für den Coach, spricht für den Kader und verspricht eine interessante Vorbereitung: Der Kampf um die Plätze ist eröffnet.
Torhüter sind das gewohnt. Thomas Scholz und Tim Blumhoff werden um den Platz zwischen den Pfosten kämpfen. Es ist das Schicksal der Schlussleute, das meist einer die Nummer eins, der andere die Nummer zwei ist.
In der Abwehr waren die Rollen vergangene Saison klar verteilt: Patrick Fiedorra spielte Libero, Dennis Rossow und Marko Wronischewsky agierten als Manndecker. Schon in diesem Bereich zeichnet sich jede Menge Bewegung ab. Wronischewsky wollte sich noch einmal für einen neuen Vertrag empfehlen, doch dürfte er es sehr schwer haben. Und selbst Dennis Rossow, der schon in der Oberliga das gelbe RSV-Trikot trug und mit seinen 24 Jahren Ratingens dienstältester Spieler ist, hat seinen Stammplatz keineswegs sicher. Denn Daniel Rey bot ebenso eine ansprechende Leistung wie Björn Rohpeter. Und René Sperling ist sicherlich mehr als nur eine Alternative zu Dennis Köpke. „Trainer, mir ist ganz egal, wo ich hingestellt werde. Hauptsache, ich spiele“, hat Sperling dem Coach bereits deutlich signalisiert, was für ihn wichtig ist. Derweil trägt sich Bernd Klotz mit dem Gedanken, das Spielsystem zu reformieren, den Libero aufzulösen und künftig mit einer Vierer-Kette zu spielen. „Noch haben wir Zeit genug“, zeigt sich Patrick Fiedorra der Veränderung gegenüber aufgeschlossen.
Was an der Abwehr exemplarisch aufgezeigt wurde, betrifft auch die anderen Mannschaftsteile. Gengo Seta und Hakan Yalcinkaya präsentierten sich gewohnt lauffreudig und bissig, Frederik Hoffmann zeigte auf der rechten Seite gute Ansätze, André Schwartz fand nach Anlaufschwierigkeiten besser ins Spiel und schlug einige schöne Pässe. Der 30-Jährige war der mit Abstand älteste Ratinger auf dem Feld.
In der Offensive, für die noch ein Akteur gesucht wird, zeigte Gastspieler Engin Akyüz einige gute Ansätze. Sollte das Gespräch mit ihm zu einer Einigung führen, so wackeln auch die Stammplätze von Daniel Rehag und Müslim Vural. Willkommene Konkurrenz.
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