Hockey: Lokalderby fällt aus
VON THOMAS TICHELMAN - zuletzt aktualisiert: 12.11.2011Hockey (RP). Die Hallenhockeysaison beginnt. Doch das mit Spannung erwartete Spiel der Grün-Weißen gegegneinander findet nicht statt. Der TV Ratingen will nicht mit dem RTC Grün-Weiß in einer Gruppe spielen.
Mit der rekordverdächtigen Zahl von sieben Mannschaften starten Ratingens Hockeyvereine an diesem Wochenende in die Hallensaison. Zu den Meisterschaftsspielen des Westdeutschen Hockeyverbands (WHV) haben der TV Ratingen drei und der RTC Grün-Weiß sogar vier Teams gemeldet: Der TV bietet Minis, Mädchen D und Mädchen C auf (die weibliche Jugend B wurde kurzfristig zurückgezogen), Grün-Weiß Knaben D, Knaben C, Mädchen C und Knaben A.
Zu dem von den Fans erhofften Lokalderby, das bei den Mädchen C möglich gewesen wäre, kommt es indes nicht: Die sportliche Leitung des TV drängte beim Staffelleiter es WHV darauf, einer anderen Gruppe zugeteilt zu werden als der ungeliebte Wettbewerber.
Stachel sitzt tief
Ziemlich tief sitzt bei den Grün-Weißen des Turnvereins offenbar noch der Stachel des Frühjahrs, als sich eine große Gruppe unzufriedener Mitglieder abspaltete und beim etablierten Tennisclub RTC als neue grün-weiße Abteilung Aufnahme fand. Ein Schritt, der sich zumindest aus Sicht des Hockeysports gelohnt hat – werben doch nun gleich zwei Vereine mit großem Engagement um neue Spieler.
Dass es dabei nicht immer ganz fair zugeht – so behauptet der TV auf seiner Abteilungs-Homepage wider besseren Wissens nach wie vor, er sei "der einzige Verein in Ratingen, der am offiziellen Hockey-Spielbetrieb und an Meisterschaften teilnehmen darf" –, mag der Vergangenheit geschuldet sein, zur Klimaverbesserung trägt es nicht gerade bei.
Die Grün-Weißen vom RTC hat das trotzdem nicht daran gehindert, den TV zahlenmäßig hinter sich zu lassen: 70 Aktive hier, 50 Aktive dort – glaubt man den jeweils eigenen Angaben – lautet das aktuelle Kräfteverhältnis.
Bei aller Konkurrenz eint beide Vereine ein gemeinsames Problem: die Unterversorgung der Stadt mit hockeyfähigen Hallen und geeigneten Trainingszeiten. Das Hallenhockeyfeld hat Handballmaße und benötigt Banden an den Seiten, die wiederum aus Platzgründen nicht in jeder städtischen Halle gelagert werden können. Zudem sind Ratingens große Hallen an der Gothaer Straße und am Europaring traditionell ziemlich fest in der harzigen Hand der Handballer.
So müssen die Hockeyspieler improvisieren: der TV weicht teilweise in die vereinseigene Turnhalle am Stadionring aus, die Grün-Weißen haben bei befreundeten Düsseldorfer Vereinen Zeiten angemietet. "Die Eltern investieren hier einiges an Zeit und Benzin-Geld", sagt Frank Heise, Jugendwart des RTC, "aber uns ist es wichtig, dass unsere Kinder unter optimalen Bedingungen trainieren können – und dazu gehören nun mal Tore und Banden."
Erstmals nicht über das Netz
Um Tore zwischen den Banden geht es jedenfalls erst einmal ab heute, wenn die A-Knaben von Grün-Weiß als erste Mannschaft in der hundertjährigen Vereinsgeschichte nicht übers, sondern ins Netz treffen sollen. Die 13- und 14-jährigen Jungs treten in der Verbandsliga an, alle anderen Teams in der jeweils altersgemäßen Rhein-Wupper-Liga.
Die Spiele werden in Turnierform mit fünf Vereinen ausgetragen, bei dem jede Mannschaft zwei Begegnungen am Tag absolviert.
Interessierte Ratinger können ein solches Turnier in diesem Jahr sogar einmal vor Ort erleben: Am Sonntag, 18. Dezember, sind die Mädchen C des RTC Grün-Weiß Gastgeber in der Halle des Weizsäcker-Gymnasiums am Europaring (13 bis 16 Uhr).
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