Mit Galle und Galewski
VON THOMAS SCHULZE - zuletzt aktualisiert: 07.11.2008Ausgerechnet jetzt kommt es zum brisanten Derby in der Fußball-Niederrheinliga bei extrem
unterschiedlichen Voraussetzungen: Die Ratinger wollen sich rehabilitieren, der SC West kommt mit breiter Brust.Der Stachel sitzt tief. Die 1:2-Niederlage bei Tura Duisburg am vergangenen Sonntag wurmt die Ratinger noch immer. Auch wenn Trainer Karl Weiß sagt: „Das ist ärgerlich, aber jetzt auch abgehakt.“
Immerhin drei Tage benötigten die Blau-Gelben zur Frustbewältigung. In vielen Einzelgesprächen, aber auch mit der Mannschaft versuchte Karl Weiß, das Geschehene zu verarbeiten. „Die Niederlage war ärgerlich, weil sie vermeidbar war“, sagt er. „Wenn der Gegner besser ist, kann man verlieren und es ist okay.“ So aber fällt es ihm besonders schwer.
Von Montag bis Mittwoch wurde gesprochen – das fehlte ihm in Duisburg auf dem Platz, übrigens erstmals in dieser Saison. „Da haben die Spieler die Fehler nicht rechtzeitig angesprochen, es war zu ruhig“, analysiert der Coach. In der zweiten Halbzeit habe die taktische Disziplin gefehlt, die notwendige Konzentration; vor der Pause schon die Durchschlagskraft.
Im Pokalspiel am Mittwoch Abend wollte er von seinen Spielern einiges sehen. Die Partie fiel aus, weil der SC Flingern nicht antrat. So gab es ein Testspiel, untereinander, aber intensiv. „Da hat sich die Mannschaft den Frust von der Seele gespielt“, sagt Karl Weiß. Quasi der Abschluss der dreitägigen Frustbewältigung.
Seit gestern wird nach vorn geblickt, was durchaus reizvoll ist. Denn der Spielplan setzt den Ratingern ein Derby vor die Nase: Der Nachbar SC West kommt. Eine wunderbare Gelegenheit für die Ratinger, um sich zu rehabilitieren. Allerdings hat das Trainingsspiel, obwohl es Aufschlüsse gab, nicht alle Probleme gelöst. So konnten Björn Rohpeter (Rückenprobleme) und Eser Karadag (Bluterguss) überhaupt nicht mitspielen; sie absolvierten nur eine Laufeinheit. Und Hakan Yalcinkaya und Daniel Rey-Alonso schieden mit muskulären Problemen vorzeitig aus. Somit ist zwar sicher, dass Patrick Fiedorra nach abgelaufener Sperre wieder in die Viererkette zurück kehrt, aber noch nicht klar, wie sie genau aussehen wird.
Und auch im Mittelfeld und Angriff gibt es verschiedene Optionen. Wahrscheinlich erhält Thomas Galewski wieder eine Chance. Und es ist möglich, dass Routinier Krzysztof Benedyk zunächst als Joker auf der Bank Platz nehmen wird. So hat Trainer Karl Weiß in den vergangenen Tagen ausdrücklich gefordert, dass Spieler, die nicht zum Einsatz kommen, sportlich reagieren: „Da darf keiner beleidigt sein. Ich erwarte, dass sie damit umgehen können – von allen.“
Vor dem SC West hat Weiß Respekt. „Eine gute Truppe“, sagt er. „Und eine interessante Konstellation. Die haben zuletzt 5:0 gegen Schonnebeck gewonnen, so hoch wie kein anderer. Das ist schon eine Hausnummer.“
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