Fußball: Prickelnde Aufgabe im Pokal
VON THOMAS SCHULZE - zuletzt aktualisiert: 13.03.2007Der Pokal bietet oft besonders reizvolle Begegnungen, weil er seine eigenen Gesetze hat, weil der klassentiefere David den Goliath herausfordert und ihn nicht selten zu Fall bringt.
All das ist natürlich gegeben, wenn der SC West den Nachbarn Ratingen 04/19 (heute, 19 Uhr) und Turu Düsseldorf Rot-Weiß Lintorf (morgen, 19.15 Uhr) empfängt. Während die Oberkasseler auf eine Überraschung setzen, dürften die Oberbilker einfach zu stark sein.
Die heutige Partie ist aus vielerlei Gründen pikant. Zum einen aufgrund der sportlichen Konstellation, denn der Landesliga-Spitzenreiter und der Verbandsliga-Zehnte sollten einander auf Augenhöhe begegnen. Zum anderen aufgrund vieler personeller Anekdoten. So ist Olaf Ketzer nicht nur Trainer des SC West, sondern zugleich Trainer der D-Junioren von Ratingen 04/19. Und auch viele Spieler haben unterschiedlichste Beziehungen nach Ratingen. Abwehrspieler Michael Hecker und Torjäger René Kägebein trugen einst das RSV-Trikot. Mit Marvin Rossow spielt der Bruder des Ratingers Dennis beim SC West. Und mit Sebastian Schweers holten die Oberkasseler in der Winterpause ein Tiefenbroicher Urgestein von Rot-Weiß Essen II auf die linke Rheinseite. Keine Frage, sie alle wollen den Ratingern zeigen, was sie können.
Und es steht viel auf dem Spiel, denn dieses Viertelfinale ist eigentlich ein Endspiel. Der Sieger trifft zwar im Halbfinale wahrscheinlich auf den Oberligisten Turu, doch sollte er sich anschließend im Kampf um Platz drei – der Dritte qualifiziert sich für den Niederrheinpokal – gegen einen Kreisligisten (SC Flingern oder Eller 04) behaupten können. Und dann könnten in der nächsten Saison lukrative Gegner wie Fortuna Düsseldorf, Wuppertaler SV, Rot-Weiß Oberhausen und viele andere warten.
Ratingens Trainer Bernd Klotz, dessen Co-Trainer Ralf Hartick gestern aus beruflichen Gründen um die Freistellung bat und sie erhielt, wird seine Mannschaft gegenüber dem Spiel in Kettwig nur auf einer Position ändern: Für Hakan Yalcinkaya wird von Beginn an Sven Di Nardo spielen. Gegen die offensivstarken Gastgeber, die bereits 51 Treffer erzielt haben, setzt er auf seine kompakte Abwehr sowie Fitness und Willensstärke. Und dass die finanzstarken Oberkasseler top besetzt sind, sieht Klotz als Anreiz: „Im Fußball bestimmt nicht das Geld, sondern das Herz.“
Für den Bezirksligisten Rot-Weiß Lintorf dürfte es bei der drei Klassen höher spielenden Turu darum gehen, die Niederlage in Grenzen zu halten und Erfahrungen zu sammeln. Sollten sie für eine Sensation sorgen, ginge es wahrscheinlich gegen Verbandsligist VfB Hilden.
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