Fußball: Schwartz’ Dribbling
VON THOMAS SCHULZE - zuletzt aktualisiert: 25.02.2008Fußball-Verbandsligist Ratingen 04/19 kam gegen das Schlusslicht GSV Moers
nicht über ein enttäuschendes 2:2 hinaus und verpasste somit den Sprung auf den dritten Tabellenplatz.Aller Anfang ist schwer. Auf dieses Motto lässt sich die Beurteilung der Leistung von Ratingens Trainer Bernd Klotz reduzieren, dessen Schützlinge zwei Punkte leichtfertig verschenkt haben. Denn ein Sieg wäre durchaus möglich gewesen, doch unter dem Strich stimmte fast nichts.
Die Ratinger gaben zweimal eine Führung aus der Hand. Daniel Rey hatte nach nur zehn Minuten das erste Tor des Jahres 2008 erzielt. Ein völlig neues Gefühl für die nicht gerade als Torfabrik bekannten Gastgeber. Dass Rey zu Co-Trainer André Schulz lief und ihn umarmte, sorgte für Diskussionsstoff. Schulz sorgte für Aufklärung: „Er hat gesagt, das Tor sei für mich und meine Mutter, die in der vergangenen Woche verstorben ist.“
Und weil Thomas Zelles sieben Minuten vor der Pause den zweiten Treffer nach einer schönen Kopfballverlängerung durch André Schwartz erzielte, war in der Halbzeitpause die Welt noch in Ordnung.
Nach dem Wechsel aber geriet sie aus den Fugen. Hatte beim ersten Ausgleich Seta die Flanke nicht verhindert und war El Hajjaj weg gerutscht, so leistete sich beim zweiten Gegentreffer Schwartz den Luxus, den Ball nicht ins Aus zu schlagen, was die eigentlich harmlosen, aber kampfstarken Gäste zum erneuten Ausgleich nutzten. „Den nehme ich auf meine Kappe“, zeigte sich der Mittelfeldspieler selbstkritisch. Da hatte der Tabellenletzte doch tatsächlich zwei Tore in Ratingen erzielt, nachdem er in 16 Begegnungen zuvor nur elfmal getroffen hatte. Das lag natürlich auch an den Gastgebern, die eine ungewohnt schwache Defensivleistung boten. Auf der rechten Seite wurden Frederik Hoffmann und Dennis Rossow schmerzlich vermisst, links wackelten Dennis Köpke und Gengo Seta gewaltig und Patrick Fiedorra spielte aufreizend pomadig.
Und dennoch hätten die Ratinger natürlich gewinnen können, ja müssen. Allerdings fehlte Thomas Zelles im Abschluss der entscheidende Mumm, denn sowohl in der 30. als auch in der 85. Minute hätte er erfolgreich sein können, wenn er mit mehr Biss zum Ball gegangen wäre. Dass Daniel Rehag nicht das entscheidende 3:1 markierte, mag man ihm nachsehen, war er doch erst zwei Minuten auf dem Feld.
Dass Hakan Yalcinkaya sich zu einer Tätlichkeit hinreißen ließ, war der negative Höhepunkt. Dass er sich beim Gegenspieler und Schiedsrichter entschuldigte, das Minimum.
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