Starke Aliens überraschen Spitzenreiter Dortmund
VON THOMAS SCHULZE - zuletzt aktualisiert: 06.02.2012Dass die Ice Aliens in Dortmund ihre sechste Niederlage in Folge kassieren würden, war klar. Das ist auch nicht weiter beunruhigend, denn die Leistungsstärke und Zielsetzungen sind einfach zu unterschiedlich. Aber es ist immer die Frage, wie man verliert.
In den fünf Spielen zuvor war ein klares Muster zu erkennen. Zwar wollten Wohlgesonnene bei allen fünf Niederlagen erkannt haben, dass sich die Spieler reingehängt haben, doch bedarf diese Sicht zumindest der Ergänzung. Entschieden waren nämlich alle Begegnungen bereits nach wenigen Minuten. Gegen Duisburg lagen die Aliens nach 31 Minuten mit 0:4 zurück, am Ende hieß es 3:9. Ähnlich war es in Kassel (0:4 nach 21 Minuten/ Endstand 1:10), gegen bad Nauheim (0:4 nach 28/3:10), in Unna (0:4 nach 17/4:7) und gegen Frankfurt (0:4 nach 17/2:5). Nachdem die Begegnungen entschieden waren, schalteten die Gegner einen Gang zurück und ließen die Ratinger noch etwas mitspielen.
"Der Mannschaft fehlt das Selbstvertrauen", erklärte Trainer Larry Suarez. "Es ist nicht mehr die Mannschaft, die sie zu Beginn der Saison war." Das stimmt auch personell, denn mit Dillmann, Kohmann, Konstantinov und Hein fehlen jene Spieler, die das Korsett der Mannschaft bilden sollten.
Wie würden sich die Aliens beim Spitzenreiter in Dortmund präsentieren? Auf jeden Fall nicht komplett, denn es fehlte auch Rene Dömges, die Nummer drei. Dennis Kohl stand zwischen den Pfosten und durfte sich nicht verletzen, denn da kein zweiter Keeper vor Ort war, hätte die Begegnung abgebrochen werden müssen.
All das beeindruckte die Aliens wenig. Sie boten im Anfangsdrittel eine überaus couragierte Leistung. Selbst als sie unmittelbar nach einer Strafzeit gegen Appelhans in Rückstand gerieten, zeigten sie sich unbeeindruckt und schlugen eiskalt zurück. Lance Monych erzielte in dem altehrwürdigen Eistempel, der offen ist und an die Düsseldorfer Brehmstraße erinnert, den verdienten Ausgleich. Mehr noch, die Aliens gingen sogar mit einer nicht unverdienten 2:1-Führung in die erste Pause. Eine faustdicke Überraschung. Aber wie lange würden die Ratinger den Spitzenreiter noch ärgern können?
Wer darauf spekuliert hatte, die Aliens würden einbrechen, sah sich getäuscht. Den Ausgleich der Dortmunder beantworteten die Gäste sofort: Tegkaev brachte sein Team sofort wieder in Führung. Die Ratinger waren die bessere Mannschaft und hatten Chancen, das Resultat deutlicher zu gestalten, was dann Artur Tegkaev mit seinem zweiten Treffer zum 4:2 gelang. Kurz vor der zweiten Pause glückte den Westfalen jedoch mit einem Doppelschlag der Ausgleich, als Oesterreich auf der Strafbank saß.
Im Schlussabschnitt hatten die Ratinger sogar den Sieg auf dem Schläger. Sie überstanden sogar ein 3:5-Unterzahlspiel, doch zwei Sekunden vor Schluss kamen die Gastgeber zum überglücklichen Siegtreffer.
So bitter es für die Cracks auch sein mag – so dürfen sie verlieren.
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