Marathon: Startklar
VON KLAUS LENZEN - zuletzt aktualisiert: 01.05.2008Knapp zwei Dutzend Ratinger gehören dem RP-Marathonteam an. Sie haben sich sechs Monate lang gemeinsam mit den Betreuern Klaus Lenzen und Robert Zeller auf den Lauf in Düsseldorf vorbereitet.
Das war wirklich ein gelungener Abschluss der Vorbereitung auf den „großen Tag“. 25 Läufer im neuen Outfit – „die Gelben“ waren ein echter Hingucker. Irgendwie hatte sich der Auftritt in Werden, wo der letzte Testlauf absolviert wurde, rasendschnell herumgesprochen, oder war es doch nur ein Zufall, dass plötzlich eine Fotografin auftauchte?
Es war wie immer eine traumhafte Strecke rund um den Baldeneysee, jeder ist sein Tempo gelaufen und so kam fast minütlich ein Läufer im RP-Shirt vor der Regattabahntribüne ins Ziel. So mancher Spaziergänger beobachtete das muntere Treiben mit großem Interesse. „RP? Was heißt denn RP?“ Das wurde schnell aufgeklärt. Essen gehört eben nicht mehr zum Verbreitungsgebiet der RP.
Der letzte Test verlief gut, die Athleten konnten sich schon mal an sommerliche Temperaturen gewöhnen – wer weiß, wie das Wetter am Sonntag ist. Die erzielten Zeiten waren eine gute Orientierung, gerade auch im Vergleich zum ersten Testlauf im November. Hermann Pöhling zum Beispiel war zwölf Minuten schneller als damals. Das hört sich doch gut an, aber letztlich gilt für alle: der Sonntag zählt.
Erfahrene Läufer werden oft gefragt: „Was hast du dir für den Lauf vorgenommen, welche Zeit willst du laufen?“ Früher, also ganz früher, habe ich eine Zahl genannt. Seit geraumer Zeit pflege ich zu antworten: „Ich laufe das, was ich an diesem Tag kann. Ich werde, wie immer, mein Bestes geben, in mich hineinhorchen, auf die Pulsuhr schauen und diszipliniert laufen, mich anstrengen, ohne mich zu übernehmen – das ist mein Ziel. Und dann wird man sehen, wann die Uhr stehen bleibt. Ja sicher, auch ich habe meine geheimen Wünsche, meine Traumzeiten. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass sie fast immer dann kommen, wenn man sie nicht erwartet. Wenn man sie mit aller Gewalt anstrebt und nicht akzeptiert, dass sie an diesem Tag einfach nicht möglich sind, dann geht der Schuss zumeist kräftig nach hinten los und das kann bei einem Marathon ganz bitter sein.“
Das RP-Team ist gut vorbereitet. Keiner sollte sich zu viele Gedanken oder gar Sorgen machen. Kontrolliert laufen, sich den Witterungsbedingungen anpassen, dann kann eigentlich nichts schief gehen. Dann werden alle gut und vor allem gesund ins Ziel kommen – das zählt.
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