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Tennis: Traum vom Titel und einer neuen Halle

zuletzt aktualisiert: 03.12.2011

Tennis (RP). Interview mit Dr. Helmut Lütcke, dem Vorsitzenden des RTC Grün-Weiß

Herr Dr. Lütcke, Sie sind seit 1990 Vorsitzender des RTC. Wie kam es damals dazu?

Lütcke Dem Vorstand gehöre ich ja schon über 40 Jahre an, damals als Jugendwart. Dann kam irgendwann der Rudi Gewaltig auf mich zu und meinte, ich sollte kandidieren. Aber dann stellte sich Hilmar Kuppe zunächst zur Wahl. Als er dann aufhörte, hab ich das Amt übernommen.

Was hat sich in der Zeit geändert?

Lütcke Die Geschichte war immer sehr wechselhaft – gesellschaftlich und sportlich. Früher war es etwas Besonderes, da wurde gewählt, wer Geld im Rücken hatte. Aber schon damals kristallisierte sich heraus, dass die Zeiten vorbei sind, wo einer den Vorsitzenden macht und die anderen arbeiten.

Wie sieht Ihre Arbeit aus?

Lütcke Jeder im Vorstand übernimmt bestimmte Aufgaben. Ich helfe zudem momentan bei der Buchhaltung und als Schriftwart aus. Die Mitgliederverwaltung ist ein großes Aufgabengebiet, der Kontakt muss gehalten, neue Mitglieder geworben werden. Die verschiedenen Gruppen müssen integriert werden. Events und Turniere müssen organisiert werden, damit die Gastronomie zum Beispiel auch im Winter überleben kann. Viele andere Vereine schließen sie im Winter.

Wie hat sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten denn der Club verändert?

Lütcke Im Grunde genommen ist er gesellschaftlich und sportlich sehr konstant. Durch das Engagement von Dieter Krönlein haben wir in den letzten Jahren etwas mehr tun können. Schäffkes senior und junior waren sicherlich herausragende Spieler. Werner hat nie einen Pfennig bekommen und dem Club immer die Treue gehalten. Die Zeiten waren dann vorbei, so dass Christian damals nicht zu halten war. Heute ist es völlig normal, dass bei den Damen und Herren gezahlt wird. Ob wir das eines Tages auch noch ohne Dieter Krönlein können, müssen wir abwarten. Wichtig ist, dass die Bereiche sauber getrennt werden.

Wie meinen Sie das?

Lütcke Für einige Mitglieder ist es oft schwer zu verstehen, dass wir den ein oder anderen Spieler dank der Sponsoren holen können, aber kein Geld für eine neue Dusche da ist, die von den Beiträgen gezahlt werden muss. Gleichwohl profitieren alle von der Entwicklung in beiden Bereichen.

Wo führt die Entwicklung hin?

Lütcke Ja, vielleicht können die Damen Deutscher Meister werden. Aber bei aller Euphorie werden wir im Auge behalten, was den Club ausmacht: Tennis ist ein Familiensport bis ins hohe Alter, den Kinder und Eltern miteinander treiben können.

Das ist eine Stärke gegenüber anderen Sportarten.

Lütcke Ja, aber nur eine. Eine weitere ist zum Beispiel gegenüber Golf, dass Tennis zwar eine Einzelsportart ist, aber auch ein Mannschaftssport. Die Mannschaften sind immer wichtiger geworden. Früher hatten wir 400 Mitglieder und eine Herrenmannschaft. Heute haben wir 535 Mitglieder, darunter 160 Jugendliche. Und 80 Prozent spielen in Mannschaften, so dass wir 15 Damen- und Herren Mannschaften sowie zwölf Jugendmannschaften haben.

Und seit wenigen Wochen eine Hockeyabteilung.

Lütcke Ja, dafür war die Nähe der neuen Bezirkssportanlage ausschlaggebend. Tennis und Hockey war schon immer eine gute Symbiose, wie andere Vereine zeigen. Und mit Hockey nutzen wir eine zusätzliche Chance, Anlaufstelle für die Jugend zu sein.

Das Geburtstagskind, der RTC Grün-Weiß, hat drei Wünsche frei. Welche haben Sie?

Lütcke Erstens, dass wir das Hallenproblem lösen. Unsere Halle ist über 40 Jahre alt und es gibt große Probleme mit dem Boden und dem Dach. Wir hätten gerne eine neue Halle gebaut, doch hat die Stadt uns die dafür notwendigen Zuschüsse verwehrt – übrigens auch für die Sanierung der alten. Und ganz alleine konnten wir das Projekt nicht stemmen. Zweitens wünschen wir uns, dass wir auch in Zukunft sportlich und gesellschaftlich so aufgestellt sind wie heute. Und drittens wünschen wir uns, über genügend finanzielle Mittel zu verfügen, dass wir attraktiv bleiben und sportliche Ambitionen zulassen können, was sicherlich auch dazu beiträgt, das Interesse der Mitglieder aufrecht zu erhalten.

Thomas Schulze führte das Gespräch.

Quelle: RP

 
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