Eishockey: Trotzreaktion erwünscht
VON THOMAS SCHULZE - zuletzt aktualisiert: 10.02.2012Eishockey (RP). Die Ice Aliens sind an diesem Wochenende zweimal krasser Außenseiter: heute in Duisburg, Sonntag gegen Kassel. Vize Manfred Lang schließt eine Überraschung aber nicht aus.
Manfred Lang geht schon seit Jahrzehnten zum Eishockey. In den Siebzigern natürlich zur DEG. Vor sieben Jahren dann musste er dann mal zu den Aliens. Seine Tochter wollte da hin und seine Frau wollte nicht, dass das Mädchen da allein hingeht. Also ging Manfred Lang mit. Und eines Tages entdeckte ihn der damalige Vorsitzende Andreas Teusch auch bei einem Auswärtsspiel, sprach ihn an und ernannte ihn wenig später zum Sportobmann. Vier Jahre lang gehörte Lang dem Vorstand an, ehe er 2009 sein Amt niederlegte. Dem Eishockey und der Jugend blieb er aber verbunden und unterstützte Jugendobmann Manfred Hanke bei seiner Arbeit.
Als Kay Adam und Rainer Merkelbach Mitte Januar die Köpfe zusammensteckten, um zu überlegen, wie der Verein zu retten sei, stellte sich auch die Frage nach dem dritten Mann im Vorstand und sie sprachen Manfred Lang an. "Ich helfe gern", antwortete er. "Voraussetzung ist natürlich die Zustimmung meiner Frau." Sie stimmte zu.
Was treibt einen gebildeten Mann, der seine Freizeit sicher auch anders verbringen könnte, ein derartiges Himmelfahrtskommando zu übernehmen? "Mir geht es um den Gesamtverein und die Jugend, ähnlich wie Kay Adam", erklärt Manfred Lang. "Und es macht Spaß."
Inzwischen scheint es, als habe sich die Lage bei den Aliens beruhigt. "Dass ist dem Rainer zu verdanken", sagt der Vize über den Schatzmeister. "Ohne sein Zahlenwerk wäre das nicht so glatt gegangen. Wir versuchen, die Ruhe zu bewahren und ernten auch Anerkennung. Einige haben gesagt, schön, dass sie wieder da sind, andere, endlich redet mal jemand mit mir. Aber es ist schwer, alle Aufgaben wahrzunehmen."
Die Zielsetzung ist für Manfred Lang klar: "Wir wollen die Saison ordentlich zu Ende bringen. Dann werden wir uns im April zusammensetzen und die Aufgaben verteilen: Finanzen, Sport und den repräsentativen Bereich."
Auch wenn Lang der Verein und die Jugend besonders am Herzen liegen, so weiß er auch, dass die erste Mannschaft eines jeden Vereins das Aushängeschild ist. Am Wochenende hofft er ähnlich wie in Dortmund auf eine Trotzreaktion der Mannschaft: "Warum soll da nicht was Positives rüberkommen. Ich schreibe die Spiele auf keinen Fall ab."
Und was wird nächste Saison? "Das ist schwer zu beantworten. Wir müssen sehen, welche Möglichkeiten wir haben und wie sich die Liga zusammensetzt. Frühestens im April entscheidet sich das."
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