Tennis: Trumpf: Tamaela
VON GEORG AMEND - zuletzt aktualisiert: 20.05.2008Der Ratinger TC Grün-Weiß hat in der Zweiten Damenbundesliga seinen ersten Sieg eingefahren. Die Spitzenspielerin gewann bei ihrem ersten Einsatz, nachdem sie sechseinhalb Stunden Auto gefahren war.
Dieses Mädchen ist ein absoluter Gewinn für den Ratinger TC Grün-Weiß in der Zweiten Bundesliga: Elise Tamaela führte den Club zum ersten Saisonsieg, als sie beim LTTC Rot-Weiß Berlin ihr Match klar mit 6:4 und 6:3 gewann. Es war der erste Einsatz der 24-Jährigen in der laufenden Saison und gleich war sie die Trumpfkarte der Grün-Weißen an der Spitzenposition.
Erst am Samstagmorgen konnte Tamaela von ihrem holländischen Wohnort Culemborg zur Auswärtspartie in die Bundeshauptstadt reisen und während die anderen Spielerinnen nach Berlin geflogen waren, fuhr die Niederländerin zusammen mit Pauline Wong im Auto. Stolze sechseinhalb Stunden waren die beiden unterwegs, bevor sie am späten Abend an der Spree ankamen. Nur wenige Stunden später schlugen sie auf, Tamaela gewann wie erwähnt klar, Wong zeigte – ebenfalls in ihrem ersten Einsatz für den RTC – bei ihrem 7:5, 6:2-Erfolg gleich einmal ihre ganze Klasse.
2003 als erfolgreichstes Jahr
Entsprechend zufrieden war Sportwart Daniel Meier, der auch mit den Herren in der Niederrheinliga siegte: „Das war ein absolut erfolgreiches Wochenende.“ Über seiner Spitzenspielerin Tamaela, die im Jahr 2003 beim mit 10 000 Dollar dotierten Turnier in England gewann und beim 25 000-Dollar-Turnier in Garching im Finale stand, sagte Meier: „Auch wenn sie nicht mehr die großen internationalen Turniere spiel, ist sie immer noch stark genug da oben. Sie ist komplett durchtrainiert, das sieht man, wie sie sich auf dem Platz bewegt. Sie hat eine unheimlich gute Beinarbeit, ist Linkshänderin mit einem guten Aufschlag und sehr beweglich. Sie ist eine komplette Spielerin.“ Doch nicht nur spielerisch ist Tamaela ein absoluter Gewinn für den RTC, sondern auch menschlich, denn: „Sie ist ein lustiges, offenes Mädchen“, meint Meier über die Holländerin, aus deren Augen stets der Schalk blitzt.
Endspiel gegen Marienburg
Sportlich und menschlich werden die Grün-Weißen ihre Spitzenspielerin in Top-Form benötigen, wenn sie die Klasse halten wollen. Nachdem die ursprüngliche Nummer eins, Ekaterina Dzehalevich, nicht mehr auflaufen wird, muss der RTC auf Tamaelas Fähigkeiten bauen. Wahrscheinlich kann sich der Club aus eigener Kraft retten, wenn er am letzten Spieltag gegen den Marienburger SC gewinnen sollte. „Das wird ein echtes Endspiel. Die haben zwei Gesamtsiege, nachdem der Lintorfer TC am ersten Spieltag mit einer Mädchenmannschaft gegen die verloren hat. Wir können auch auf zwei Gesamtsiege kommen, wenn wir sie schlagen und dann hätten die die schlechtesten Karten.“ Dafür muss Tamaela dann zeigen, dass sie nicht nur einmal ein Gewinn ist.
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