Fußball: „Wir wollen besser werden“
zuletzt aktualisiert: 29.05.2007Interview mit Bernd Klotz, dem Trainer des Fußball-Verbandsligisten Ratingen 04/19 über die vergangene Saison, die Personalpolitik und Perspektiven seiner Mannschaft.
Herr Klotz, Ratingen 04/19 hat die Saison auf Platz fünf beendet. Sind Sie zufrieden?
Klotz Ich bin mit der Entwicklung der Mannschaft sehr zufrieden. Es hat richtig Spaß gemacht. Erst hatte sie einige Rückschläge zu verkraften, dann hat sie sich die Siege erkämpft und am Ende souverän gepunktet.
Sie kamen in der Winterpause für Dietmar Grabotin, der keine Lust mehr hatte und die Einstellung beklagte. Wie war das für Sie?
Klotz In der ersten Woche habe ich mich etwas gewundert, weil die Stimmung in der Kabine sehr flach war. Die Spieler kamen zum Training, trainierten und gingen, sie waren teilweise sehr introvertiert. Deshalb habe ich versucht, Reizpunkte zu setzen. Ich wollte, dass sie mehr miteinander sprechen, mehr aus sich heraus gehen. Taktisch ging es zunächst darum, die Abwehr zu stabilisieren. Anfangs hat sich die Mannschaft etwas schwer getan, aber dann einen immer stärkeren Siegeswillen entwickelt. Das war sehr schön zu sehen. Aus meiner Sicht war das 3:3 gegen RWE die Wende.
Aber es gab auch Knatsch, zum Beispiel mit Torhüter Hangert.
Klotz Das ist vorbei und kein Thema mehr. Nur so viel: Als ich kam, kannte ich kaum einen Spieler und es gab keine Freibriefe. Jeder hatte eine Chance und ich habe die Spieler ehrlich und gerecht beurteilt. Und die Entwicklung der Mannschaft hat mir große Freude gemacht.
Wer hat sich denn besonders gut entwickelt?
Klotz Zunächst einmal die Mannschaft insgesamt. Wenn ich dann auf einzelne eingehen muss, muss ich natürlich Hakan Yalcinkaya, Gengo Seta und Dennis Köpke nennen, deren Einstellung top war und die einen großen Sprung gemacht haben. Aber auch Timo Marner war sehr stark. Dennis Rossow und Marko Wronischewsky waren stabil, Patrick Fiedorra solide.
Und jetzt fällt das Team auseinander.
Klotz Es stimmt, dass wir einige Abgänge haben. Aber Kamp, Jondral und Zeka haben wenig gespielt, Schäfer will eine Klasse tiefer Tore schießen, Labiadh hat die Erwartungen nicht erfüllt, Galewski will in der Oberliga spielen und Tokat und Marner hatten schon woanders unterschrieben, bevor sie mit uns sprachen, da waren wir machtlos. Also bleiben alle, die zuletzt Stammspieler waren, die sich gut entwickelt haben, die bleiben wollen und die wir halten wollen. Hinzu kommen die fünf Kettwiger, so dass wir schon eine Elf haben, die verbandsliga-tauglich ist.
Sind noch weitere Verpflichtungen geplant?
Klotz Im Moment nicht. Oberligaspieler, die sehr stark sind, sprengen unser Gehaltsgefüge, und ich möchte keine Stars, sondern eine gute Mannschaft mit jungen, erfolgshungrigen Talenten. Wir haben jetzt 18 Spieler und ich möchte zwei, drei Plätze ganz bewusst offen lassen.
Worin sehen Sie Ihre nächste Aufgabe?
Klotz Sechs Spieler sind geblieben, zwölf neue kommen hinzu. Wir müssen dafür sorgen, dass möglichst schnell eine Einheit entsteht; wir müssen für Atmosphäre und Mannschaftsgeist sorgen und schnell da hin kommen, wo wir aufgehört haben – das ist jetzt der Maßstab.
Platz fünf ist ebenfalls der Maßstab – auch tabellarisch?
Klotz Ja natürlich, und wir waren nur zwei Punkte hinter dem Dritten. Das zeigt, was alles möglich ist. Natürlich kommen starke Absteiger und Aufsteiger hinzu, aber wir schauen auf uns und wollen an unsere Leistung in puncto Spielfluss, Mannschaftsgeist und Begeisterung anknüpfen. Zum Schluss gab es doch ein paar Mal Applaus auf offener Szene. Wenn wir da hin kommen, mache ich mir um die Punkte keine Gedanken. Wenn wir jungen, frischen, attraktiven Fußball spielen, kommt der Erfolg von ganz alleine.
Wie lautet Ihr Ziel?
Klotz Wir wollen einen Tick besser werden, als wir waren.
Thomas Schulze führte das Gespräch
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