Tennis: Witt will kämpfen
VON GEORG AMEND - zuletzt aktualisiert: 31.01.2008Alexander Witt hatte sich für das Rahmenprogramm der DTM qualifiziert, doch die Sponsoren fehlten. So konnte er die Kosten von 60 000 Euro nicht aufbringen und spielt erst einmal weiter Tennis beim TC Angertal.
Alexander Witt durchlebt derzeit ein Auf und Ab der Gefühle. Der 23-jährige Ratinger hatte sich vor dem Jahreswechsel für den diesjährigen Polo-Cup qualifiziert, der im Rahmenprogramm der Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) stattfindet und Nachwuchsfahrern den Einstieg in den professionellen Motorsport ermöglichen soll. Die Freude war entsprechend groß – umso größer nun die Enttäuschung. Denn Witt erklärt: „Das hat sich erledigt. Wir haben die Sponsoren nicht zusammen bekommen.“ Denn für eine Saison – das sind acht Wochenenden im Jahr – hätte er „50 bis 60 000 Euro“ aufbringen müssen, allein die Basis-Kosten, in denen etwa ein Transport der Autos und Reifenservice enthalten wären, betragen 41 000 Euro. „Da kommen dann noch Verschleißteile und so weiter dazu“, sagt der ehemalige Abiturient des heutigen Carl Friedrich von Weizsäcker-Gymnasiums, der mit der Sponsorensuche kein Glück hatte: „Wir hatten nur vier Wochen Zeit dafür und die meisten hatten ihre Budgets schon weggegeben. Das ist jetzt schon ein wenig frustrierend.“ Dennoch will Witt nicht aufgeben, sondern kämpfen: „Der Traum von der DTM ist noch nicht vorbei, aber die Saison 2008 wohl. Ich werde es aber nächstes Jahr noch einmal versuchen, die Testfahrten für den Polo-Cup sind auch in diesem Jahr wieder im September.“
So lange kümmert er sich um seine zweite sportliche Leidenschaft: Tennis. Denn mit dem TC Angertal hat er zuletzt nur Höhen kennen gelernt: Insgesamt sechs Mannschaften des Vereins stiegen zuletzt auf, die erste Herren-Mannschaft schaffte es im Sommer erstmals in der Clubgeschichte in die zweite Verbandsliga, nun in der Winterrunde in die Bezirksliga. Und Witt meint: „Wir mussten ja ganz unten anfangen und stecken derzeit mitten im Umbruch. Wir haben viele neue Spieler und die zweite Verbandsliga im Sommer wird da noch längst nicht das Ende sein.“
Das neue Team bilden Dimitri Koch, Dmytro Sokolov, Sebastian Faust, Michael Werker, Kristoph Mirschinka, Johann Bennesch und Florian Korzilius. Witt selbst sagt: „Ich helfe nur ein bisschen aus und bin so etwas wie der Doppelspezialist.“
Daher ist auch nicht verwunderlich, dass der Jugend-Tennistrainer des TCA nicht auf die Karriere im weißen Sport gesetzt hat: „Motorsport-Profi wäre schöner.“ Der Unterschied zum Tennis: „Der Nervenkitzel, die Geschwindigkeit, die Beschleunigung.“ Drei gute Gründe für Witt, weiter für seinen Motorsport-Traum zu kämpfen, der ihm für diese Saison so abrupt entrissen wurde.
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