Yalcinkayas Wunschzettel
VON THOMAS SCHULZE - zuletzt aktualisiert: 05.12.2008In Schonnebeck hat Fußball-Niederrheinligist Ratingen 04/19 erstmals in dieser Saison enttäuscht.
Trainer Karl Weiß erwartet am Sonntag bei Viktoria Goch eine Reaktion.Er ist erst 22 Jahre alt, aber keiner trägt der RSV-Trikot länger als er. Hakan Yalcinkaya spielt seine vierte Saison für die Blau-Gelben. Der Mittelfeldspieler lebt von seiner Lauf- und Einsatzbereitschaft, mit der er im Mittelfeld, in Zeiten der Personalnot aber auch in der Viererkette, sicher steht. Diese Qualitäten schätzt Trainer Karl Weiß an dem Auszubildenden.
Bei der 0:1-Pleite in Schonnebeck war Hakan Yalcinkaya neben Björn Rohpeter die Ausnahme. „Die beiden haben gekämpft und dagegen gehalten“, sagt Karl Weiß, der am Montag Gesprächsbedarf hatte wie nie zuvor in Ratingen. Drei Stunden lang redete er – vor versammelter Mannschaft und in Einzelgesprächen. Dabei ist seine Botschaft gleichermaßen schlicht wie klar: „Eine Mannschaft gewinnt nur in Ausnahmefällen aufgrund der Taktik. Fast alle Spiele gewinnt die Mannschaft, die mehr investiert und weniger Fehler macht.“
Ambitionierte Ziele formulieren
Beide Aspekte ließen in Schonnebeck zu wünschen übrig – erstmals in dieser Saison. „Da hat sich gezeigt, dass wir eine junge Mannschaft haben, die so ein Spiel nicht routiniert abspult und mit 1:0 gewinnt“, sagt der Coach. „Da haben wir zum ersten Mal richtig verdient verloren. Ich habe am Montag eine klare Reaktion gezeigt, und das erwarte ich auch von der Mannschaft am Sonntag in Goch.“
Weiß belässt es aber nicht bei seiner Ansprache, sondern wird die Elf auch auf zwei, drei Positionen ändern. „Es gibt keinen Automatismus bezüglich der Aufstellung“, sagt er. „Den Platz in der Mannschaft muss sich jeder im Training erarbeiten.“
Hakan Yalcinkaya wird aufgrund seiner Leistung der Anfangsformation angehören. Das freut ihn, macht ihn aber nicht zufrieden. „Ich will noch was erreichen, möglichst mit der Mannschaft“, sagt er. Die Entwicklung in Ratingen beurteilt er positiv. „Der Siegeswille ist ausgeprägter, der Teamgeist größer als in vergangenen Jahren“, berichtet er. Den Grund dafür sieht er vor allem in der jungen Mannschaft, die meist nur ein Durchschnittsalter von 23 Jahren hat: „Da will jeder noch was erreichen.“
Ähnliches erwartet er auch von der Vereinsführung: „Ich wünsche mir, dass sie höhere Ziele steckt. Ich weiß, dass das Sportliche und Finanzielle im Einklang stehen müssen, aber so ein Bekenntnis wäre schon gut.“ Möglicherweise auch im Hinblick auf eine Vertragsverlängerung? „Eigentlich spricht nichts dagegen. Ich bin in Ratingen sehr zufrieden“, sagt Hakan Yalcinkaya. Nur – er will noch etwas erreichen.“
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