Fußball: Zelles’ Comeback
VON THOMAS SCHULZE - zuletzt aktualisiert: 28.03.2008Nach zwei Heimniederlagen gegen die beiden Spitzenmannschaften aus Essen und Wülfrath müssen die Ratinger nun zum Tabellenfünften Hönnepel-Niedermörmter. Gewiss keine leichte Aufgabe.
Die Ratinger sind erfolgsverwöhnt. Nicht nur die Zuschauer, die bei Heimniederlagen verständlicherweise murren, sondern auch der Vorstand, Trainer und Spieler. Nach sechs Jahren in der unteren Tabellenhälfte haben sie sich schnell an die Regionen im einstelligen Bereich gewöhnt. Jedenfalls sieht sich Bernd Klotz nach den beiden Niederlagen genötigt, die Verhältnisse einmal zurecht zu rücken.
„Die Erwartungen sind zu hoch“, sagt er. Anspruch und Wirklichkeit, in diesem Fall sportliche Erwartungen und finanzielle Bedingungen, passten einfach nicht zusammen. Mit einem Etat, der zu den fünf kleinsten der Liga zähle, sei ein Platz unter den ersten Fünf der Tabelle nicht gerade selbstverständlich. Und so stellt sich der Coach vor seine Mannschaft: „Andere Mannschaften sind erfahrener, abgezockter und deutlich teuerer.“ Da Klotz aber Knatsch vermeiden will, schiebt er sofort hinterher: „Es geht nicht um Schelte, sondern nur um eine Analyse.“
So berechtigt all seine Hinweise sind, sie stellen auch ein Ablenkungsmanöver dar. Denn mit seiner Aufstellung und seinen Auswechslungen hat er Diskussionen Vorschub geleistet, die er nun vermeiden will. Jedenfalls dürfte die Formation, die gegen Wülfrath nicht funktionierte, nicht noch einmal auflaufen – und sie wird es wohl auch nicht.
„Dennis Köpke kommt sicherlich wieder in die Mannschaft“, sagt Bernd Klotz und gibt damit sicherlich kein Geheimnis preis. Und Daniel Rey, obwohl er das Tor geschossen hat, wird sicherlich nicht noch einmal auf Rechtsaußen stehen. „Das sollte er auch nicht“, wehrt sich Bernd Klotz. „Er sollte in der Mittelfeldraute rechts spielen, aber sicherlich nicht an der Außenlinie stehen.“
Und auch Thomas Zelles wird wieder in die Elf zurückkehren, obwohl er dienstags aus beruflichen Gründen nicht mehr trainieren kann. „Natürlich ist das nicht gut, aber so ist das bei jungen Spielern, die am Anfang des Beruflebens stehen. Das ist bei Spielern, die 28 oder 30 sind und ihren Platz im Berufsleben halbwegs gefunden haben, eben anders.“
Fehlen wird mit Sicherheit noch einmal Björn Rohpeter, der im Urlaub ist und im defensiven Mittelfeld schmerzlichst vermisst wurde. Ob Hakan Yalcinkaya mitwirken wird, ist fraglich, denn er ist auf einer Schulung. Wichtiger aber wäre, dass André Schwartz wieder ins Team zurückkehrt. Er ist der einzige Spieler im Kader, der 30 Jahre alt ist. Und auch wenn er manchmal nicht spektakulär spielt, so ist die Anwesenheit des Routiniers auf dem Feld wichtig. Auch wenn Klotz das nicht sagt.
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