Diskussion mit Verkehrsminister Wittke: Treff mit Fluglärm-Gegnern
VON TINA STOCKHAUSEN - zuletzt aktualisiert: 17.10.2007 - 11:24Morgen Abend kommt NRW-Verkehrsminister Wittke nach Meerbusch, um mit den Bürgern über Fluglärm zu reden - ein Thema, das Anwohner in der Region rund um den Flughafen beschäftigt.
Meerbusch Die Transparente hängen schon. Quer über die Büdericher Hauptverkehrsstraße hat der Verein Bürger gegen Fluglärm die Banner gespannt. Sie rufen zur Nachtwache auf: Morgen Abend, wenn NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke in den Meerbuscher Bürgersaal kommt.
Der Minister wird es schwer haben. Er wird auf Anwohner treffen, die seit Jahrzehnten in dieser Stadt leben - und miterlebten, wie der Flugverkehr zunahm. Er wird von Rollwegen und Nordbahnen hören, von Flugrouten und Dezibelwerten, von Mike und Modru. Einige dieser Wörter wird er nur selten gehört haben, manche vielleicht nicht mal einordnen können.
„Unsere Vorwürfe richten sich in erster Linie gegen den Minister, nicht gegen den Flughafen“, sagt Rudolf Massing, stellvertretender Vorsitzender des Vereins. „Der Verkehrsminister schafft es nicht, die Verstöße gegen die Nachtflugverbote konsequent zu sanktionieren.“
Das wirft auch Landtagsvizepräsident Oliver Keymis (Grüne) dem Minister vor. Der Politiker aus Meerbusch hat im Landtag dazu eine Kleine Anfrage eingereicht. „Die Koordinatoren legen oft acht Landungen auf Punkt 22 Uhr, die somit nicht in die Phase 22 bis 23Uhr fallen, in der die Zahl der Starts und Landungen streng begrenzt ist“, sagt er. „Die acht Landungen kann man aber gar nicht in fünf Minuten abfertigen.“ So würden die Regeln systematisch umgangen, es käme zu planmäßigen Verspätungen. „Wittke muss härter durchgreifen.“
Der Minister wird es schwer haben, auch morgen Abend im Bürgersaal. Er wird auf einen Bürgermeister treffen, der in der Fluglärm-Kommission sitzt - eben in jener Kommission, die einen Antrag an ihn gestellt hat: Danach soll die Toleranz-Zeit für Verspätungen nach 23 Uhr gekürzt werden - ein Punkt, an dem der Flughafen nicht so leicht nachgibt.
„Wir müssen verspäteten Flügen ermöglichen, in Düsseldorf zu landen“, sagt Veronika Bappert. „Das sind keine systematischen Versuche, das Nachtflugverbot auszuhöhlen.“ Verspätungen kämen vor, genau wie bei der Bahn - und Unternehmen brauchen ein Minimum an Planungssicherheit. Bappert weiß, dass der Minister es schwer haben wird. Mit Anwohnern zu reden ist der Job der Leiterin des Bürgerbüros vom Flughafen. Es ist kein spaßiger Job. Sie fährt nach Ratingen, Meerbusch, Krefeld und Düsseldorf. Viele Anschuldigungen hat sie schon gehört, unzählige Diskussionen geführt. „Zu vielen Anwohnern ist das Verhältnis gut, zu anderen ist es schlechter.“
Zu diesen „anderen“ gehört auch Christoph Lange. Der Vorsitzende des Vereins Bürger gegen Fluglärm hat den Minister vor kurzem verklagt. Der Vorwurf: Wittke halte Informationen zurück. Es ging um die Sanierung des Rollweges Mike. Lange wollte dafür die Genehmigung sehen. Es dauerte ihm zu lange - er klagte. „Für uns ist der Rechtsweg das einzige Mittel“, sagt er. „Mit den Verantwortlichen zu reden, bringt nichts.“ Trotzdem wird er morgen Abend da sein. Er wird es dem Minister nicht leicht machen.
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