Ein langer Weg: So werden Elite-Manager
VON SEMIHA ÜNLÜ UND ISABELLE DE BORTOLI - zuletzt aktualisiert: 19.11.2011Er klingt exklusiv und verheißt einen gut dotierten, internationalen Management-Posten: der "Master of Business Administration" (MBA). Doch der Weg zum Elite-Titel ist lang und hürdenreich. Denn das Studium verlangt den Spitzen-Führungskräften der Zukunft viel betriebswirtschaftliches, soziales und sprachliches Können ab. Und für das Privatleben bleibt kaum Zeit.
In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Hochschulen in Deutschland, die einen MBA-Studiengang anbieten, deutlich gestiegen. Für eine stark internationale Ausbildung steht etwa die European School of Management and Technology (ESMT) in Berlin, die von 25 deutschen Großunternehmen wie Bayer, Siemens, Deutsche Bank, Lufthansa oder BMW getragen wird. Sie bildet Manager für Positionen an internationalen Schnittstellen in einem Vollzeit- und einem Teilzeitprogramm aus. "Für beide Studiengänge sind mehrere Jahre Berufserfahrung, mindestens ein Bachelor-Abschluss sowie ein im oberen Drittel bestandener Graduate Management Admission Test (GMAT) erforderlich", sagt Nick Barniville, an der ESMT Direktor für die MBA-Programme.
Das Konzept des MBAs: Jeder im Kurs bringt etwas von seiner Erfahrung ein – die Studenten, die Professoren sowie die Manager großer Konzerne, die aus ihrem Arbeitsalltag berichten. "Das wesentliche Handwerk wie Operation, Logistik, Finanzen oder Marketing lernen unsere Studenten durch Fallstudien", sagt Barniville. "Heißt also, sie werden mit einer realen Situation aus der Vergangenheit konfrontiert, in der sie als Manager die Entscheidung treffen sollen. Da gilt es, die Fakten zu analysieren und in die Diskussion einzusteigen." Dadurch, dass die Studenten aus der ganzen Welt nach Berlin kommen, spielen auch die unterschiedlichen Bewertungen aus kultureller Perspektive eine Rolle.
Praktische Erfahrungen sammeln die Studenten im Vollzeit-MBA über Beraterfunktionen bei Unternehmen. "Seine individuellen Leadership-Qualitäten entwickelt jeder mit zwei Mentoren – einem Paten aus der Wirtschaft und einem Professor", sagt Nick Barniville. "Zusätzlich gibt es für jeden mindestens acht Career Coachings, in denen die individuelle Entwicklung besprochen und das Selbstverständnis als Führungskraft aufgebaut wird."
Für welches MBA-Programm man sich auch entscheidet: Da der Nachwuchs auf Führungsaufgaben in internationalen Unternehmen und auch im Ausland vorbereitet wird, ist Englisch als Unterrichtsprache an allen MBA-Hochschulen üblich. Nicht für alle Studenten ist das leicht zu bewältigen – etwa wenn es um Hausarbeiten geht. "Auch wenn sie gute Englischkenntnisse mitbringen, ist das Schreiben von anspruchsvollen Texten in englischer Sprache für manche eine Herausforderung", sagt Professor Harald Vergossen vom Institut für Angewandte Wirtschaftswissenschaften an der Hochschule Niederrhein und Ansprechpartner für Fragen rund um das Studium. Weiter auf Seite 27.
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