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Rückblick: Warum Siege gegen Schalke so wichtig sind

VON THOMAS GRULKE - zuletzt aktualisiert: 21.12.2011 - 13:16

Diese Statistik werden Borussia-Fans besonders gerne lesen: Immer wenn die Fohlen gegen Schalke gewannen, wurden sie anschließend DFB-Pokalsieger. Allerdings siegte Borussia nur zwei Mal. Meistens setzte sich Königsblau durch. Die Begegnung ist ein echter Klassiker des Wettbewerbs.

Pokalsieg auf Schalke: Am 3. März 1973 gewann Borussia 2:0 (hier das Tor von Jupp Heynckes) und kam durch ein 1:1 im Rückspiel weiter – ein Schritt auf dem Weg zum Finale
gegen Köln. Foto: HORSTMÜLLER
Pokalsieg auf Schalke: Am 3. März 1973 gewann Borussia 2:0 (hier das Tor von Jupp Heynckes) und kam durch ein 1:1 im Rückspiel weiter – ein Schritt auf dem Weg zum Finale gegen Köln. Foto: HORSTMÜLLER

Er machte es wie so häufig in jenen Tagen. Bei einer weiten Flanke Jörg Neuns stieg Heiko Herrlich am langen Pfosten hoch, köpfte den Ball ins Tor und verwandelte den ausverkauften Bökelberg in ein Tollhaus. Borussias Stürmerstar hatte das 3:2 in einem hochdramatischen Pokalviertelfinale gegen den FC Schalke 04 erzielt. Zwar war noch eine halbe Stunde zu spielen, und die aufopferungsvoll kämpfenden Schalker stürmten am Ende sogar mit ihrem Torwart Jens Lehmann. Der Ausgleich gelang ihnen aber nicht mehr. Borussia behielt am 8. März 1995 die Oberhand – was in DFB-Pokal-Paarungen dieser beiden Teams eine Seltenheit ist.

Rainer Bonhofs Kopfballtor zum 1:0 im Rückspiel gegen Schalke auf dem Bökelberg am 14. März 1973. Das Spiel endete 1:1, und nach dem 2:0 im Hinspiel war Borussia weiter. Foto: HORSTMÜLLER

Zum achten Mal ausgelost

Möglichkeiten, Schalke im Pokal zu schlagen, gab es schließlich schon reichlich. In diesem Jahr wurde die Partie zum achten Mal ausgelost, inklusive der Rück- oder Wiederholungsspiele standen sich die beiden Mannschaften schon elfmal im Pokal gegenüber. Nur die Begegnung Bremen gegen Kaiserslautern gab es in der DFB-Historie häufiger. Gewonnen hat Gladbach aber nur zwei dieser Klassiker, oftmals gab es Enttäuschungen. Dazu gehört auch das bislang letzte Pokalspiel gegen Königsblau. Borussia war zwar klarer Außenseiter am 6. November 2002 in der Schalker Arena, doch die Höhe der Niederlage tat weh. Das 0:5 ist bis heute Gladbachs höchste Pokalniederlage überhaupt.

Ein wichtiges Tor auf dem Weg zum Pokalsieg 1995: Heiko Herrlich erzielte im Viertelfinale auf dem Bökelberg das abschließende 3:2 gegen Schalke. Foto: HORSTMÜLLER

Auf 11:0 folgt 2:4

Eine klare Angelegenheit schien auch das erste Pokalduell mit Schalke zu werden – allerdings zu Gladbacher Gunsten. Gerade mal eine Woche nach dem historischen 11:0-Bundesligasieg am Bökelberg reiste Borussia am 14. Januar 1967 zur ersten Pokalrunde in die Glückauf-Kampfbahn – und ging gleich wieder in der ersten Minute durch Hacki Wimmer in Führung. Doch ein zweites Mal in Folge wollten sich die Schalker nicht demütigen lassen und siegten dank zweier Tore Günter Herrmanns in der Schlussphase 4:2. In der Folge ging Gladbach noch häufiger als Favorit in die Pokalduelle, zog letztlich aber den Kürzeren. So unterlagen die Borussen in der zweiten Pokalrunde der Saison 1985/86 als Tabellenzweiter der Bundesliga beim Außenseiter Schalke 1:3. Und in der ersten Runde 1988/89 schafften es die Gladbacher weder in 120 Minuten auf Schalke noch im Wiederholungsspiel, den Zweitligisten aus Gelsenkirchen zu bezwingen. Mit einem 1:2 am Bökelberg kam das peinliche, frühe Aus. Dagegen war das Pokaltreffen im Viertelfinale 1972 eine echte Spitzenbegegnung.

Siege als gutes Omen

Im damaligen Modus mit Hin- und Rückspiel setzte sich Schalke, das wenig später die Vizemeisterschaft in der Liga erreichte, durch das späte 1:0 Klaus Scheers im zweiten Spiel knapp durch. Ein knappes Jahr später nahm Borussia Revanche im Pokal. Jupp Heynckes und Christian Kulik schossen im Hinspiel einen 2:0-Sieg in Gelsenkirchen heraus, und elf Tage später reichte Gladbach ein 1:1 zum Einzug ins Viertelfinale 1973. Dort sollte allerdings nicht Schluss sein: Am Ende gewann Borussia durch Günter Netzers legendäres Tor im Finale gegen Köln den Titel – womit wir wieder am Anfang der Geschichte wären.

Denn 1995 gelang der zweite Pokalerfolg über die Knappen – und wieder stellte sich dieser Sieg als gutes Omen heraus, wieder langte es in der Folge zum Pokaltriumph. Jene, die sich gerne an solche Statistiken klammern, werden also heute Abend kräftig jubeln, sollte wieder ein Borusse wie damals Heiko Herrlich das Stadion in ein Tollhaus verwandeln.


 
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