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Trotz Marktschwankungen: Einstieg kann jetzt lohnen

zuletzt aktualisiert: 25.11.2011

Starke Schwankungen an den Aktienmärkten können bei manchen Zertifikatetypen hohe Verluste zur Folge haben. Sie schaffen aber auch attraktive Einstiegschancen.

Für viele Aktienbesitzer waren die vergangenen Monate äußerst nervenaufreibend und kostspielig. Die Märkte sind in den Keller gerauscht, und der Euro Stoxx 50 hat als wichtigster europäischer Aktienindex von seinem Jahreshoch aus betrachtet im Maximum rund 35 Prozent an Wert verloren. Bei diversen großen Standardwerten lagen die Verluste zeitweise sogar bei 40, 50 oder mehr Prozent.

Noch schlimmer hat es viele Besitzer von Bonus-Zertifikaten erwischt. Ist die Sicherheitsbarriere nämlich erst einmal verletzt, gehen Teilschutz und Bonuszahlung mit einem Schlag unwiederbringlich verloren. Der Preis der Papiere sackt aufgrund der fehlenden Dividendenberechtigung dann noch unter den Kurs des Basiswertes ab.

Dabei kommt hinzu, dass viele dieser Papiere mit einem Aufgeld auf den Basiswert, also zu einem höheren Preis als die jeweilige Aktie, erworben wurden. Inzwischen haben sich die wichtigsten Aktien-Indizes – und damit auch viele Einzeltitel – zwar wieder deutlich erholt, zumindest bei herkömmlichen Bonus-Zertifikaten hat dies aber natürlich keine Reaktivierung des Bonusmechanismus zur Folge.

Etwas anders stellt sich die Situation bei Bonus-Zertifikaten Pro (auch Bonus Pro-Zertifikate) dar, wie sie beispielsweise von der Commerzbank angeboten werden. Sie funktionieren wie ihre klassischen Pendants, mit dem einzigen Unterschied, dass die Barriere nur in einem bestimmten Zeitraum "scharf geschaltet" ist. Meist handelt es sich dabei um den letzten oder die letzten drei Monate vor Fälligkeit des Zertifikats.

In einzelnen Fällen, wie etwa bei den Easy Bonus-Zertifikaten der WestLB, ist sogar ausschließlich der finale Bewertungstag maßgeblich. Rutscht der Kurs des Underlyings vorher auf oder unter die Barriere ab, führt dies nicht zum Verlust des Bonusmechanismus, sofern der Kurs des Basiswertes vor Beginn des Beobachtungszeitraums wieder über die Barriere hinaus ansteigt.

Genau das ist dank der jüngsten Erholung an den Aktienmärkten bei den meisten dieser Produkte, bei denen die magische Schwellen bereits unterschritten war, geschehen. Ihre Besitzer können sich (zumindest vorläufig) etwas zurücklehnen. Letztendlich muss die Begrenzung des Beobachtungszeitraums zwar mit Abstrichen bei der Bonusrendite bezahlt werden; wie bei vielen Produkten gesehen, kann sich dies aber durchaus lohnen. Und auch mit einem Easy Bonus-Zertifikat auf den Euro Stoxx 50 mit Fälligkeit Ende 2013 (WKN: WLB4MQ) lässt sich aktuell immer noch eine jährliche Bonusrendite von fast zehn Prozent realisieren.

Einzige Voraussetzung: Der Index notiert am 30. Dezember 2013 nicht unter der Barriere von 1418 Punkten. Ein vorübergehendes Abtauchen unter diese Marke ist – wie gesagt – dagegen unschädlich. Auch bei verschiedenen anderen Derivatetypen ist das zwischenzeitliche Unterschreiten bestimmter Werte unproblematisch. So sind die Besitzer konservativer Discount-Zertifikate und Aktienanleihen inzwischen ebenfalls wieder aus dem Gröbsten heraus.

Da auch weiterhin mit hohen Marktschwankungen gerechnet wird (Italien und Griechenland lassen grüßen), haben sich die Konditionen dieser Papiere in den letzten Monaten zudem deutlich verbessert. So lassen sich mit Discount-Zertifikaten auf den DAX bei einer Laufzeit von zwölf Monaten und einem Cap auf Höhe des aktuellen Indexstands laut UBS Discount Barometer momentan Renditen von bis zu 13,4 Prozent erzielen. Wird der Cap bei 85 Prozent des aktuellen Indexniveaus fixiert, sind es immerhin noch 8,7 Prozent per annum, sofern der wichtigste deutsche Aktienmarktrepräsentant auf Jahresfrist per Saldo nicht mehr als 15 Prozent an Wert verliert. In die Verlustzone geraten Anleger im letzteren Fall erst dann, wenn der Deutsche Aktienindex auf Jahressicht um mehr als 21,8 Prozent in die Knie geht. Vor rund sechs Monaten lagen die entsprechenden Renditewerte noch bei 9,7 und 5,6 Prozent, der vergleichbare Risikopuffer betrug 19,5 Prozent.

Gleiches gilt für Express-Zertifikate, die ebenfalls mit deutlich verbesserten Konditionen glänzen. Hier sind derzeit (ausnahmsweise) sogar attraktive Produkte auf den Deutschen Aktienindex darstellbar. Anders als beim Euro Stoxx 50 kommen ausgeschüttete Dividenden über Kurssteigerungen beim Basiswert dabei direkt dem Anleger zugute und dienen nicht der Finanzierung der Kupons. Dennoch bietet beispielsweise das neue Memory Express Zertifikat der Société Générale (WKN: SG2LRG) mit einer Sicherheitsschwelle bei 3600 DAX-Punkten und einer maximalen Laufzeit von drei Jahren die Chance auf halbjährliche Kupons in Höhe von immerhin vier Prozent. Wird die Sicherheitsschwelle bei 4200 Zählern festgesetzt (WKN: SG2LRH), sind es sogar fünf Prozent – und zwar wiederum alle sechs Monate.

MARTIN AHLERS

Quelle: RPS