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Investitionen: Gold in der Schweiz

VON MATTHIAS VON ARNIM - zuletzt aktualisiert: 25.11.2011

Mit Gold-ETCs können Anleger in Gold investieren, ohne das gelbe Metall selbst lagern zu müssen.

Während sich Geld unendlich drucken lässt, besitzt Gold immanent eine Art Inflationsschutz. Das ist wohl auch der Grund, warum immer mehr Anleger Gold bunkern. Die Frage ist, in welcher Form.

Wer sich Goldbarren zu Hause in den Tresor oder in den Keller legen möchte, schläft unter Umständen nicht mehr so gut. Denn Goldbarren und Münzen können gestohlen werden. Weiterer Nachteil: Je kleiner die Barren oder Münzeinheiten sind, desto höher sind die Preisaufschläge und die Differenz zwischen Ankauf- und Verkaufspreis.

Eine unter dem Strich profitablere Anlage ist die Investition in Gold-ETCs (Exchange Traded Commodities). Dabei handelt es sich um börsengehandelte Fonds, die ausschließlich in Goldbarren investieren.

Die Entwicklung der Fonds orientiert sich am Goldpreis. Ein Beispiel dafür ist der weltweit größte Gold-Fonds SPDR Gold Trust (WKN A0Q27V), der aktuell einen Bestand von 1268 Tonnen Gold in seinen Lagern verwaltet, oder Xetra-Gold (ISIN DE000A0S9GB0). Gerade in der Lagerhaltung des Edelmetalls unterscheiden sich die physisch besicherten Gold-ETCs von anderen ETCs, die ebenfalls die Wertentwicklung von Rohstoffen abbilden.

Bei den meisten ETCs liegt kein Rohstoff im Depot. ETCs auf Öl, Gas, Zink, Lebendvieh oder Getreide sind zwar mittlerweile auch über ETCs handelbar. Diese Rohstoffe werden aber anhand diverser Rohstoffindizes abgebildet. Diese Indizes dienen als Grundlage der Kursfeststellung der ETCs.

Insofern bieten Edelmetall-ETCs, insbesondere auf Gold, greifbare Vorteile: Grundsätzlich gegenüber dem Kauf von Goldbarren oder Münzen schon deshalb, weil der Kauf und Verkauf der ETC-Anteile preiswerter und unkomplizierter jederzeit möglich ist. Gegenüber anderen, nicht physisch besicherten ETCs, weil theoretisch die Möglichkeit besteht, sich das Gold auch nach Hause liefern zu lassen. Dazu kommt ein Unterschied in der Art, wie die Preise gebildet werden.

Der Preis von Gold-ETCs orientiert sich am aktuellen Spot-Preis von Gold und nicht an Futures oder Preisindizes, deren Entwicklung nicht nur vom Goldpreis selbst abhängt, sondern auch von Eigenheiten des Terminmarktes.

Möglich macht das die Konstruktion hinter den Gold-ETCs: Der jeweilige ETC lagert die Barren in Tresoren in Frankfurt, Zürich oder London, manchmal auch in Singapur.

Die Details erfahren Anlegern entweder schon durch den Namen des jeweiligen Finanzinstruments, wie beispielsweise beim Physical Swiss Gold Securities von ETF Securities (ISIN DE000A1DCTL3), dessen Barren in der Schweiz liegen, oder im Zweifelsfall im Emissionsprospekt.

Relativ neu im Sortiment der Anbieter sind währungsgesicherte Gold-ETCs. So ist das größte Produkt der Deutsche Bank-Tochter db-X ETC der db Physical Gold Euro Hedged ETC mit einem ausstehenden Volumen von aktuell 871 Millionen Euro (ISIN DE000A1EK0G3). Die Währungsabsicherung kostet derzeit 0,3 Prozent per annum. Da der Goldpreis sich tendenziell entgegengesetzt zum US-Dollar entwickelt, kann sich die Währungssicherung schnell lohnen.

Nicht nur eine Währungsabsicherung hat ihren Preis. Grundsätzlich kostet die Lagerung von physischem Gold in Tresoren Gebühren. Die Kosten bewegen sich jedoch im Nachkommastellenbereich jährlich.

"Natürlich kann jeder Investor auch Gold zu Hause lagern, aber um die Sicherheit dürfte es dann nicht gut bestellt sein. Für 0,357 Prozent lagert Xetra-Gold in den Tresoren von Clearstream Banking Frankfurt und erfüllt damit maximale Sicherheitsansprüche", sagt Martina Gruber, Geschäftsführerin der Deutsche Börse Commodities GmbH in Frankfurt.

Ein ruhiger Schlaf sollte das wert sein.

 

Quelle: RPS