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Discount-Zertifikate: Gut für stürmische Zeiten

VON MARTIN AHLERS - zuletzt aktualisiert: 25.11.2011

Die weltweiten Aktienmärkte zeigen sich derzeit von ihrer stürmischen Seite. Da kann es beim DAX innerhalb einer Woche durchaus mal um einige hundert Punkte nach unten oder nach oben gehen. Tagesschwankungen von zwei, drei oder gar vier Prozent sind keine Seltenheit.

Wie Stürme das Meer aufwühlen, sorgen Turbulenzen für Wirbel an den Finanzmärkten. Gute Zeiten für Discounter.  Foto:  istockphoto.com
Wie Stürme das Meer aufwühlen, sorgen Turbulenzen für Wirbel an den Finanzmärkten. Gute Zeiten für Discounter. Foto: istockphoto.com

Optimale Bedingungen also für den Erwerb von Discount-Zertifikaten. Je ausgeprägter nämlich die Schwankungen an den Märkten, desto höher sind auch die Renditen, die sich bei ansonsten gleichen Bedingungen mit diesem Derivatetyp erzielen lassen.

Um diese Aussage einordnen zu können, muss man wissen, dass sich Discounter stets aus dem Basiswert und einem verkauften Kaufoptionsschein zusammensetzen. Ihre Besitzer sind damit indirekt dazu verpflichtet, dem Käufer des Kaufoptionsscheins (Call) den Basiswert zu liefern, wenn dieser das am Laufzeitende verlangt.

Dafür erhalten sie eine Optionsprämie. Die Höhe der Prämie hängt aber in ganz entscheidendem Maße von der für die Zukunft erwarteten Schwankungsintensität des Basiswertes ab. Und diese als implizite Volatilität bezeichnete Größe ist bei vielen Aktien und Aktienindizes in den vergangenen Monaten signifikant angestiegen.

Die "gefühlte Wahrscheinlichkeit" dafür, dass der Call tatsächlich ausgeübt wird und dann auch noch einen sehr hohen Wert aufweist, ist damit deutlich gestiegen. Entsprechend hoch fällt die Optionsprämie aus, die der Emittent des Discounters erhält und die er dann wiederum zur Finanzierung des Rabatts (Discounts) einsetzen kann, den Discount-Zertifikate im Vergleich zu einem Direktinvestment aufweisen.

Der Volatilitätsspitzenreiter ist bei den DAX-Titeln aktuell die Commerzbank, gefolgt von der Deutschen Bank. Am Ende der Skala rangieren die Aktien von Beiersdorf. Welche Auswirkungen die Volatilitätsunterschiede auf die Ausstattungsmerkmale von Discount-Zertifikaten haben können, lässt sich dabei anhand eines realen Beispiels leicht verdeutlichen. So bringt es ein Discount-Zertifikat auf die Commerzbank mit einem Cap auf Höhe des aktuellen Aktienkurses von rund 1,60 Euro und Fälligkeit in knapp zwölf Monaten (WKN: DZ78XT) momentan auf eine jährliche Maximalrendite von 35,5 Prozent. Anleger, die auf Beiersdorf setzen (WKN: UB5CY0), müssen sich bei ansonsten gleichen Parametern dagegen mit einem Wert von 10,3 Prozent begnügen.

Dabei spiegeln sich die Verhältnisse natürlich auch in der Höhe des Risikopuffers wider. Während Käufer des Commerzbank-Discounters nur dann in die Verlustzone geraten, wenn die Aktien des Frankfurter Geldhauses bis Mitte November 2012 mehr als 35,5 Prozent an Wert verlieren, tritt dieser Zustand bei den Beiersdorf-Papieren schon ab einem prozentualen Rückgang von 8,5 Prozent ein.

Die jeweils aktuellen Volatilitäten für die 30 DAX-Werte finden sich übrigens unter anderem im "DAX daily"-Newsletter der BNP Paribas, der auf der deutschen Derivateseite der französischen Großbank (www.derivate.bnpparibas.de) unter der Rubrik "Wissen" kostenlos heruntergeladen und auch abboniert werden kann.

 

Quelle: RPS