Die Alternative: Negativer Realzins
VON HEIKO WEYAND - zuletzt aktualisiert: 25.11.2011 - 02:30Sichere Geldanlagen sind gefragt zurzeit. Besonders Bundesanleihen sind begehrt, was ihre Rendite auf 1,77 Prozent im Jahr sinken ließ (Stand: 10.11.2011).
Doch der Blick auf die Inflation in Deutschland gibt zu denken: Sie zehrt mit einer Jahresrate von 2,5 Prozent p.a. derzeit die Nominalrenditen auf, so dass aktuell ein realer Wertverlust für den sog. "risikolosen Zins" entsteht. Anleger können sich nach Alternativen umsehen.
Private und institutionelle Investoren halten ständig Ausschau nach sicheren Investmentgelegenheiten. Anleger nehmen dabei in Kauf weniger Rendite zu erhalten als bei risikobehafteten Anlagen, so dass sich der Begriff des "risikolosen Zins" eingebürgert hat – Staaten wie zum Beispiel die USA oder Deutschland können und dürfen nicht zahlungsunfähig werden. Diese Situation hat sich nach der Finanz- und während der Schuldenkrise nicht grundlegend verändert: Investoren suchen immer noch die Sicherheit, auch und gerade in Deutschland. Die Nachfrage nach zehnjährigen Bundesanleihen zeigt das eindrucksvoll. Während die Rendite am 31. März 2011 noch 3,35 Prozent p.a. betrug, erhielten Anleger am 10. November 2011 gerade mal 1,77 Prozent p.a – ein Qualitätssiegel für die Bonität Deutschlands.
Diese Überschneidung von Inflation und Nominalrenditen führt zu einer in den vergangenen Jahrzehnten einmaligen Situation: Die realen Zehn-Jahres-Renditen sind negativ. Ein Problem für Investoren, denn die "sichere" Geldanlage führt zu einem realen Wertverlust des Kapitals. Gerade jetzt können Anlagezertifikate auf Aktien und Aktienindizes hervorragende Renditechancen in Aussicht stellen. Die können Anleger aber eben nur dann nutzen, wenn sie bereit sind, deutlich höhere Risiken in Kauf zu nehmen. Mit Bonus- und Discountzertifikate sowie Aktienanleihen lassen sich mit Sicherheitspuffern von rund fünfzig Prozent selbst bei einjährigen Laufzeiten noch Renditen von sechs bis zehn Prozent erzielen – bei den Standardwerteindizes DAX und Euro Stoxx 50.
Für manchen Anleger geht es aktuell nicht darum, jedes Risiko per se zu scheuen; vielmehr können sie Risiken kontrolliert eingehen und managen. Mit den genannten Wertpapierarten lässt sich dies auch im Rahmen einer defensiv ausgerichteten Geldanlage grundsätzlich hervorragend umsetzen.
Der Autor Heiko Weyand ist Zertifikate-Experte von HSBC Trinkaus
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