kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast

Vermögensverwalterinnen: Selbstbewusste Frauen

zuletzt aktualisiert: 25.11.2011

Depots von Frauen entwickeln sich oftmals besser als die von Männern. Vermögensverwalterinnen erklären, warum es diese Unterschiede gibt.

Frauen beraten Frauen: Susanne Berger, Dr. Mechthild Upgang und Christel Ettig (von links).  Foto:  Alois Müller
Frauen beraten Frauen: Susanne Berger, Dr. Mechthild Upgang und Christel Ettig (von links). Foto: Alois Müller

Man muss sie wirklich suchen, aber es gibt sie doch – Vermögensverwalterinnen. "Frauen sind unter den Inhabern bei den Vermögensverwaltern in Deutschland tatsächlich sehr selten", weiß Susanne Berger vom Privatbankhaus Hauck & Aufhäuser. "Das liegt unter anderem daran, dass viele Frauen wenig über das Berufsbild der Vermögensverwalterin wissen."

Dennoch haben sich an diesem Vormittag in den Geschäftsräumen der Bank an der Düsseldorfer Steinstraße erfahrene Expertinnen eingefunden, die den Markt und den Umgang mit Anlegerinnen besonders gut kennen: Christel Ettig, Vorstand der GV Treuhand AG in Essen, berät vermögende Kunden und insbesondere Frauen in Sachen Vermögenssicherung und Vermögensausbau; Dr. Mechthild Upgang, Vorstand der Dr. Upgang AG in Bonn, ist Fachberaterin für nachhaltiges Investment und Gründungsmitglied des Bundesverbandes unabhängiger Finanzdienstleisterinnen. Frauen und Finanzen, das berichten die Expertinnen einhellig, das ist eine ganz besondere Beziehung.

Bei Christel Ettig sind es vor allem vermögende ältere Damen, die sich mit ihren Finanzen auseinandersetzen. "Frauen jeden Alters beschäftigen sich weniger mit Geld, weil in den meisten Familien nach wie vor eine klassische Rollenverteilung vorherrscht." Dr. Mechthild Upgang hat jedoch einen Bewusstseinswandel registriert: "Bei jungen Frauen wandelt sich das, sie nehmen die Geldanlage zunehmend selbst in die Hand."

Dieses Selbstbewusstsein ist nicht selbstverständlich, denn die Finanzberaterin erinnert sich an die Situation vor 20 Jahren. Zu dieser Zeit wurden "Frauen noch deutlich schlechter beraten als Männer". Damals gab es noch ein grenzenloses Vertrauen in die Banken und ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Wenn eine Frau in die Kassenhalle kam, wurde häufig eine Beraterin als Gesprächspartnerin ausgesucht, erinnert sich Christel Ettig. Heute ist das Verhältnis nicht anders. Vielfach bevorzugen Damen für ihre Gespräche über Finanzthemen weibliche Gesprächspartner. "Oftmals sind Anlegerinnen heute verunsichert: Wir haben oft mit Kundinnen zu tun, die nicht wissen, wie sie 500 000 Euro sicher und trotzdem kapitalvermehrend anlegen sollen." "Viele Frauen geben sich mit der Rendite von Festgeld plus ein wenig obendrauf zufrieden – sie sind sehr sicherheitsorientiert und haben keine Erwartungshaltung an hohe Renditen", weiß Finanzberaterin Upgang. "Die Aktienquoten unserer Kundinnen liegen bei maximal 35 Prozent." Susanne Berger führt dies allerdings auch auf die Einkommenssituation der Frauen zurück: "Diese verdienen nach wie vor rund 20 Prozent weniger als Männer in vergleichbaren Positionen." "Allerdings", ergänzt Dr. Mechthild Upgang, "Frauendepots haben größere Aussicht auf Erfolg, weil sie ihre Anlagen seltener umschichten, kostengünstiger und sicherheitsorientierter sind."

Seit der Krise haben ihre Kundinnen ausschließlich nachhaltige Kapitalanlagen im Portfolio. Die Finanzberaterin und Autorin des Buchs "Gewinn mit Sinn" will ihre Strategien jetzt auch Anlegerinnen eröffnen, die nur über ein kleines Vermögen verfügen. Gemeinsam mit Universal Investment und Hauck & Aufhäuser plant sie die Auflage eines sehr kostengünstigen Fonds, dem Responsible Selection Fund UI – mit "maximal 35 Prozent Aktienquote, der die Märkte mit nachhaltigen ETFs nachbildet".

Dabei weiß Christel Ettig auch zu berichten, dass es insbesondere auf eine nachhaltige Anlagestrategie ankommt, die sich auch in Krisenzeiten bewährt.

Solche langfristig angelegten Investments sind auch dringend notwendig, betont Susanne Berger: "Die durchschnittliche Rente von Frauen liegt bei 500 Euro. Wer sich nicht rechtzeitig um einen effizienten, langfristigen Vermögensaufbau kümmert, rennt möglicherweise in die Altersarmut."

JOSÉ MACIAS

Quelle: RPS