Papiere mit fester Zinszahlung: Sicherheit ist gefragt
VON JÜRGEN GROSCHE - zuletzt aktualisiert: 25.11.2011Anleger setzen auf Sicherheit. Papiere mit einer festen Zinszahlung stehen ganz oben. Das jedenfalls beobachten Experten der RBS. Einige sehen auch wieder Chancen bei Papieren, die einen Teilschutz bieten.
Die Suche nach Sicherheit und Kapitalschutz rührt aus dem aktuell volatilen Marktumfeld", stellt Mehmet Cinar fest. Für die Sparte Global Banking & Markets der RBS betreut der Derivateexperte die Kontakte zu Sparkassen und Volksbanken, die bei der Bank Strukturierte Produkte für ihre Kunden kaufen. Cinar hat somit einen guten Überblick über deren Anlagewünsche.
"Gefragt sind Zinsprodukte mit einer festen Verzinsung und einer jährlichen Auszahlung", beschreibt der Spezialist die Nachfrage. Viele Privatanleger tun sich derzeit mit Aktien schwer, die Profis sehen hingegen durchaus Chancen, zumindest zur Beimischung.
Ganz oben auf der Verkaufsliste stehen Kapitalschutzprodukte. Die RBS hat zum Beispiel ein Zertifikat auf den europäischen Index EuroStoxx herausgegeben, das 100 Prozent Kapitalschutz und eine Mindestverzinsung von zwei Prozent im Jahr bietet. "Das wird sehr gut nachgefragt", sagt Cinar. Immerhin bietet es zusätzlich die Chance, an einer guten Wertentwicklung des Index teilzuhaben.
"Das überzeugt auch die Berater, die das Produkt ihren Kunden gut erklären können", erklärt der Derivateexperte den Erfolg. Der Anleger könne über die Mindestverzinsung hinaus zusätzliche Chancen wahrnehmen, wenn sich die Aktienmärkte gut entwickeln.
Papiere, die zwar einen Risikopuffer aber keinen Kapitalschutz bieten, also zum Beispiel Bonuszertifikate, erfreuen sich nicht ganz so hoher Beliebtheit. Schließlich haben viele Anleger schlechte Erfahrungen damit gemacht, als Barrieren während der Krise gerissen wurden und Verluste entstanden. "Einige sehen aber durchaus jetzt Gelegenheiten", beobachtet Cinar. Hintergrund: Wenn die Märkte wie zurzeit stark schwanken, lassen sich gerade für solche Papiere gute Konditionen darstellen.
Barrieren sollten aber erst bei der Endfälligkeit greifen, wünscht sich die Mehrheit der Anleger, die in solche Papiere investieren. Sie ziehen diese Betrachtungsweise der durchgehenden vor, bei der jeden Tag geschaut wird, ob eine Barriere erreicht oder unterschritten wurde. "Diese Vari-ante ist teurer, aber eben auch risikoärmer", erklärt Cinar das Interesse an dieser Form von Zertifikaten. Deswegen werden hier auch längere Laufzeiten akzeptiert.
Als Basis wählen die Anleger sowohl Einzelwerte als auch Indizes. Wer sich eine Meinung zu einer Aktie zutraut, greift gerne zu entsprechenden Produkten.
Die meisten vertrauen aber lieber auf Indizes. Das Risiko ist breiter gestreut. "Ein Index entwickelt sich meist weniger volatil, die Wahrscheinlichkeit, dass eine Barriere fällt, ist geringer", beschreibt Cinar die Vorteile.
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