Sparpläne: Wertpapier-Sparen nach Plan
zuletzt aktualisiert: 25.11.2011Mit Hilfe von Sparplänen können Anleger schon mit kleinen Beträgen langfristig ein Vermögen aufbauen. Dabei sollten sie die verschiedenen Sparformen und die Konditionen der Anbieter gut miteinander vergleichen.
Wer langfristig Vermögen aufbauen will, um den Ruhestand finanziell abzusichern, kommt an Wertpapiersparplänen nicht vorbei. Fünf bis acht Prozent Rendite per annum sind hier langfristig möglich.
Gerade auf lange Sicht zahlt sich eine regelmäßige Investition aus. "Wichtig ist eine Streuung der regelmäßigen Geldanlage auf verschiedene Anlageklassen", sagt Andreas Beck vom Institut für Vermögensaufbau (IVA). "Ein Depot, das neben Aktien und Anleihen auch Immobilien und Rohstoffe umfasst, bietet im Vergleich zu klassischen Wertpapierportfolios erfahrungsgemäß höhere Renditen und gleichzeitig oft sogar geringere Risiken", so Beck.
Ideal ist demnach eine Kombination aus ETFs, Fonds und Zertifikaten: Sparer können bei Direktbanken schon bei sehr überschaubaren monatlichen oder vierteljährlichen Anlagesummen mit Hilfe von entsprechenden Wertpapieren in alle verfügbaren Anlageklassen investieren. Die Auswahl der Anlageklassen reicht von Aktien über Immobilien bis Rohstoffe und Währungen, wobei Rohstoffe und Währungen bei klassischen Investmentfonds ausgeklammert sind. Dafür eignen sich Zertifikate oder speziell ETCs (Exchange Traded Commodities) bei Rohstoffen. Diese Papiere vollziehen die Wertentwicklung von Rohstoffen nach, investieren selbst aber nicht direkt in diese Rohstoffe.
So funktionieren Sparpläne: Monatlich (je nach Anbieter sind auch andere Intervalle möglich) wird ein Betrag in ein bestimmtes Wertpapier investiert. Der monatliche Sparbetrag bleibt dabei konstant. Steigen die Kurse, werden weniger Zertifikate hinzugekauft, fallen sie, kommen mehr Anteile ins Depot. Der Effekt: Marktschwankungen werden abgefedert und die Risiken minimiert. Experten nennen das den "Cost Average-Effekt". Die Mindestsparsumme pro Sparplan liegt bei den meisten Anbietern bei 50 Euro, comdirect und Cortal Consors bieten auch Sparpläne ab 25 Euro an.
Sparpläne können bei allen Anbietern jederzeit gestoppt und wieder aufgenommen und die bereits angesparten Wertpapieranteile jederzeit verkauft werden. Das ist ein großer Vorteil gegenüber anderen Sparformen, die oft sehr reglementiert sind und bei vorzeitiger Auflösung hohe Kosten verursachen.
Die günstigsten Anbieter von Wertpapiersparplänen sind derzeit Online-Banken wie beispielsweise die DAB Bank, Cortal Consors oder Comdirect. Letztere bietet mit fast 600 Fonds, Zertifikaten und ETFs die größte Auswahl an sparplanfähigen Wertpapieren. Schon ab 25 Euro monatlich können Anleger hier regelmäßig investieren.
Fonds werden bei allen Direktbanken mit 50 bis 100 Prozent Rabatt auf den sonst üblichen Ausgabeaufschlag angeboten. Bei ETF- und Zertifikate-Sparplänen sollten Anleger allerdings genauer nachrechnen. Denn die Preismodelle der Anbieter unterschieden sich zum Teil sehr. Beispiel comdirect: Die Kosten pro Einzahlung für ETFs und Zertifikate liegen bei 1,5 Prozent des Einzahlungsbetrags, diese Gebühren sind allerdings bei maximal 4,90 pro Einzahlung gedeckelt. Es gibt keine Basisgebühren. Durch die Preisbegrenzung nach oben und den Verzicht auf eine Grundgebühr bietet die Bank Sparern mit besonders niedrigen und besonders hohen Sparraten attraktive Konditionen. Wer dagegen zwischen 250 und 500 Euro monatlich in ETFs oder Zertifikate investiert, fährt mit der DAB Bank etwas günstiger. Denn die Transaktionskosten von nur 0,25 Prozent pro Einzahlung sind deutlich niedriger. Allerdings kommt pro Einzahlung eine Grundgebühr von 2,50 Euro hinzu. Diese Grundgebühr sorgt bei der DAB Bank dafür, dass sich das Wertpapiersparen erst ab einem höheren Betrag pro Einzahlung lohnt. Das ist auch bei Cortal Consors der Fall. Erstaunlicherweise bietet diese Bank aber schon Sparbeiträge ab 25 Euro an. Für Zertifikate und ETCs lohnt sich das jedenfalls nicht.
Mit dem dürftigsten Angebot und den höchsten Gebühren fällt die Postbank Easy Trade auf. Zwar gibt es eine Preisobergrenze von 15 Euro pro Einzahlung. Doch die greift erst bei Sparbeträgen von mehr als 600 Euro pro Monat. Günstig sind die angebotenen Sparpläne dann aber im Vergleich zu anderen Anbietern immer noch nicht.
Die Auswahl an sparplanfähigen Wertpapieren ist in den vergangenen Jahren gewachsen. Dafür hat insbesondere die relativ junge Wertpapiergattung der ETFs geführt. Dabei handelt es sich um börsengehandelte Indexfonds. Kein Fondsmanager sorgt sich hier um die Strategie und das Tagesgeschäft. Die Wertentwicklung von ETFs orientiert sich ausschließlich an Indizes wie beispielsweise dem DAX oder dem Dow Jones. Der besondere Vorteil dieser Papiere gegenüber klassischen Fonds: ETFs haben in der Regel deutlich geringere Gebühren. Gerade deswegen werden ETFs für Sparpläne immer beliebter. "Während Anfang 2006 lediglich 3,3 Prozent aller Sparpläne bei der Direktbank ETF-Sparpläne waren, ist der Anteil in den Folgejahren kontinuierlich gestiegen", sagt Jürgen Eikenbusch von der DAB Bank. DAB Bank und comdirect bieten, wenn es um ETFs geht, die größte Auswahl mit jeweils rund 150 Papieren und Basiswerten aus allen Anlageklassen.
Noch günstiger als ETFs rechnen sich in der Regel Anlagezertifikate. Diese haben allerdings langfristig einen Risikofaktor mehr als ETFs oder Fonds: Im Gegensatz zu klassischen oder börsengehandelten Fonds können Zertifikate ihren Wert verlieren, wenn der Emittent insolvent wird. Denn während bei Investmentfonds die Einzahlungen der Anleger als Sondervermögen geschützt sind, gehen Halter von Zertifikaten bei einem Konkurs des Emittenten leer aus. Wer Zertifikate über Sparpläne erwirbt, sollte deshalb also auf eine sehr gute Bonität des Emittenten achten – es geht hier schließlich um eine langfristige Anlage.
Fazit: Sparpläne gehören im Rahmen einer langfristigen Strategie zu den renditestärksten Möglichkeiten, Vermögen aufzubauen. Sparplansumme, -intervall, die angebotenen Wertpapiere und der Sparplan-Anbieter sollten im Idealfall optimal aufeinander abgestimmt sein. Wer hier nicht unnötig Geld verschenken will, sollte die Angebote gut miteinander vergleichen – selbst kleine Unterschiede in den Kosten machen sich über Sparzeiträume von zehn oder zwanzig Jahren deutlich bemerkbar.
MATTHIAS VON ARNIM
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