Minimax-Indexanleihe Plus: Zwei Welten kombiniert
VON JÜRGEN GROSCHE - zuletzt aktualisiert: 25.11.2011Herkömmliche, halbwegs sichere Anleihen rentieren sich derzeit kaum. Aktienkurse schwanken heftig. Anleger stehen da vor einem Dilemma. Doch es gibt Alternativen, die Elemente beider Seiten kombinieren.
Wie lassen sich in den aktuell unsicheren Zeiten mit schwankenden Märkten noch Renditen erwirtschaften? Mit Zinsen kaum – sichere Anleihen bieten weniger, als die Inflation frisst. Aktien sind vielen Anlegern hingegen zu riskant angesichts der Schwankungen. Eine Mischung beider Ideen, die Rendite mit Schutz verbindet, klingt da verlockend.
Die WGZ Bank sieht hier Chancen und hat eine neue Anleihe herausgegeben, deren Rückzahlung an die Entwicklung eines Index gekoppelt ist und eine laufende Verzinsung bietet. "MiniMax-Indexanleihe Plus" heißt das Produkt. Der Name ist Programm. Die Anleihe bezieht sich auf den europäischen Aktienindex EuroStoxx 50 und bietet eine Mindestverzinsung in Höhe von vier Prozent im Jahr.
Der maximal erzielbare Zinssatz liegt bei acht Prozent. Die mögliche Entwicklung dazwischen hängt davon ab, wie sich ein gängiger Zinssatz bewegt, den Banken für ihre Geschäfte zugrunde legen. Der sogenannte Drei-Monats-Euribor gilt als Referenzzins für kurzfristige Geldanlagen von drei Monaten. Vierteljährlich erhält der Anleger den zweifachen Euribor, sofern er zwischen den genannten Grenzen liegt. "Die Indexanleihe ist somit ein hybrides Produkt, es enthält Komponenten von Aktien und von Anleihen", erklärt Marion Holder, Zertifikateexpertin bei der WGZ Bank. Die Aktien- bzw. Index-Komponente wirkt sich auf die Rückzahlung aus. Notiert der EuroStoxx 50 während der Laufzeit immer oberhalb der festgelegten Barriere, bekommt der Anleger sein eingezahltes Kapital voll zurück.
Die Barriere hat die Bank sehr niedrig angesetzt. Der Index darf die Barriere von 40 Prozent seines Ausgangswertes nicht berühren oder darunter fallen. Der Anleger hat damit keine Garantie auf eine 100-prozentige Rückzahlung seines eingesetzten Kapitals, aber doch eine realistische Chance. Derzeit bewegen sich Aktien bereits auf einem niedrigen Niveau. Dass sie um weitere 60 Prozent fallen, halten Marktbeobachter für unwahrscheinlich. Aber eben nicht für unmöglich. Dessen muss sich der Anleger bewusst sein. Denn in diesem Fall nimmt er an der negativen Indexentwicklung voll teil und erzielt einen Verlust. Umgekehrt sollten Anleger berücksichtigen, dass sie mit Garantieprodukten derzeit eben nur sehr magere Renditen erzielen können. "Bei dem aktuellen Zinsniveau sind attraktive Konditionen bei Produkten mit Kapitalgarantie nicht darstellbar", sagt Christian Neubauer, Produktmanager bei der WGZ Bank. "Vor diesem Hintergrund haben wir nach einer Alternative gesucht." Die Research-Spezialisten der WGZ Bank sehen den EuroStoxx 50 in ihrer Zwölfmonatsprognose leicht höher als heute. Der Markt preise momentan eine Rezessions-Entwicklung ein. "Unsere Analysten gehen von einer Verlangsamung der wirtschaftlichen Entwicklung aus, sie prognostizieren aber keinen starken Abschwung", beschreibt Neubauer die Sicht seines Hauses.
"Wichtig ist, dass der Anleger selbst eine Meinung zum Basiswert hat", fügt Marion Holder hinzu. "Der Anleger sollte auch die Produktinformationen genau studieren und die Konstruktion verstehen." Man solle sich also genau darüber informieren, was je nach Szenario passiert, welche Risiken und Chancen die MiniMax-Indexanleihe bietet und ob man bereit ist, das Risiko zu tragen. Das gilt im Übrigen auch für alle anderen Produkte, die am Markt erhältlich sind. Gerade Zertifikate bieten für jede Marktmeinung eine Investmentchance, aber man sollte eben auch eine Meinung haben und seine Risikobereitschaft kennen. Gefragt sind derzeit – so die Beobachtung der Experten – auch andere Papiere, die Seitwärts-Renditen ermöglichen, also zum Beispiel Aktienanleihen, Discountzertifikate oder auch Express-Zertifikate.
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