Walser Privatbank: Kunden suchen Werterhalt
zuletzt aktualisiert: 14.10.2011Die Walser Privatbank expandiert in Deutschland. Wenn ein Finanzhaus das in schwierigen Zeiten schafft, dann lohnt sich die Nachfrage, wie es zu dem Erfolg kommt.
Vor fünf Jahren wagte die Walser Privatbank den Schritt aus dem österreichischen Kleinwalsertal nach Düsseldorf. In diesem Sommer verlegte sie den Niederlassungssitz an die Benrather Straße, weil die früheren Räumlichkeiten nicht mehr reichten. "Wir haben jetzt sechs Mitarbeiter, demnächst sieben", sagt Niederlassungsleiter Hans Staudinger. Nicht ohne Stolz – hat er doch 2006 anfangs alleine das Düsseldorfer Geschäft aufgebaut. Lange Zeit bestand das Team dann aus vier Mitarbeitern.
"Wir haben eine Nische gefunden zwischen dem oberen Rand des Retail Banking und dem klassischen Wealth Management", erklärt Staudinger dieses Wachstum. Während das beratungsintensive und aufwändige Private Banking für einige Häuser erst ab siebenstelligen Volumen wirtschaftlich ist, könne die Walser Privatbank besonders im Segment ab etwa 300 000 Euro bis zu zehn Millionen Euro erstklassige Leistungen erbringen. "Wir können das sinnvoll darstellen, weil wir uns ausschließlich auf das Private Banking konzentrieren und keine anderen Banksegmente wie Firmenkunden- oder Kreditgeschäft mitfinanzieren müssen", erklärt der Niederlassungsleiter.
Die genossenschaftliche Herkunft der Walser Privatbank sieht Staudinger als weiteren Pluspunkt. Seit jeher kennt die Bank den klassischen Mittelständler und seine Präferenzen: Er hat sich mit harter Arbeit ein kleines Vermögen aufgebaut. Das will er bewahren – "er geht hier keine großen Risiken ein", erklärt der Privatbanker. Gerade diese typischen Mittelständler sind im Kundengebiet der Bank – neben den Großstädten Düsseldorf und Köln gehören dazu auch die mittelgroßen Städte im Bergischen, im Münsterland, in Westfalen sowie an Rhein und Sieg – häufig anzutreffen.
"Unser Vorteil ist unsere Unabhängigkeit", sagt Staudinger. Die Walser Privatbank muss keine Produkte eines bestimmten Hauses vertreiben, sondern kann die besten am Markt suchen. "Diese werden bei uns auf Herz und Nieren geprüft und strategisch zu individuellen Vermögenskonzepten verknüpft", betont der Experte. Er weiß, was seine Kunden wünschen: "den Werterhalt nach Kosten, Steuern und Inflation". Das heißt heutzutage: Eine Anlage muss vier bis fünf Prozent Bruttorendite abwerfen – eine schwierige Aufgabe in diesen Zeiten.
Zum Einsatz kommen – je nach Anlageziel und persönlicher Risikobereitschaft des Anlegers – Staatsanleihen bester Bonität, in Zeiten eines schwachen Euro durchaus auch in Währungen wie norwegische Kronen, Schweizer Franken oder australische Dollar, ferner Rohstoffe und Goldanlagen. Hier empfiehlt Staudinger, mit einem Neueinstieg erst einmal vorsichtig zu sein und weitere Korrekturen abzuwarten. Gegenüber Aktien ist der Anlagespezialist erst recht zurückhaltend, die Kurse dürften noch weiter sinken.
Bei den aktuell starken Schwankungen muss sich jeder Anleger genau darüber im Klaren sein, wie viel er davon verträgt. Die Walser Privatbank setzt daher auf den "RiskProfiler", ein wissenschaftlich abgesichertes Tool aus Australien, das die Bank als erste in Deutschland eingesetzt hat. Ausgefeilte Fragen fördern oft zutage, dass die dauerhafte Risikobereitschaft geringer ist, als viele Anleger glauben, weiß Staudinger.
Sicherheit ist also gefragt, in seinem Haus derzeit zum Beispiel das Produkt "Vermögensverwaltung Protect". Je nach Risikobereitschaft des Kunden werden Anlagen abgestoßen, sobald sie ein vorher definiertes Schutz-Level erreicht haben.
Eine Konsequenz: "80 Prozent unserer Kunden haben während der Krise 2008/09 nichts oder nur sehr wenig verloren", bilanziert Staudinger die zurückliegenden Jahre. Was sich herumgesprochen hat, weitere Kunden brachte und einmal mehr den Erfolg der Bank erklärt. Und auf eine weitere Besonderheit macht der Niederlassungsleiter aufmerksam: Die Walser Privatbank ist auch auf Mallorca vertreten, betreut dort auch Kunden aus dem Raum Düsseldorf.
Egal wo sie ihr Konto eröffnen – geführt wird es in Österreich. Mit durchaus beachtlichen Konsequenzen: Im Erbfall droht deutschen Anlegern, die Geld in Spanien investiert haben, eine doppelte Erbschaftssteuer – nicht so, wenn das Konto in Österreich geführt wird, denn dort gibt es keine Erbschaftssteuer. Dieses Thema steht auch im Mittelpunkt eines Seminars der Walser Privatbank am 19. Oktober im Hotel Intercontinental, Düsseldorf.
JÜRGEN GROSCHE
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