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Kind in Grefrath angegriffen: 12.000 gefährliche Hunde in NRW

VON JUDITH CONRADY - zuletzt aktualisiert: 04.08.2009 - 14:54

Nachdem ein American Bulldog in Grefrath einen vierjährigen Jungen schwer verletzt hat, sind Kampfhunde wieder in den Focus geraten. In NRW leben rund 12.000 Tiere, die nach dem Landeshundegesetz als gefährlich eingestuft werden. In den meisten Fällen haben die Halter sie im Griff. Doch es gibt immer wieder gefährliche Ausnahmen.

Das Landeshundegesetz stuft vier Rassen als gefährlich ein: Pitbull-Terrier, American Staffordshire-Terrier, Staffordshire-Bullterrier und Bullterrier. Auch Kreuzungen dieser Rassen gelten als gefährlich.

Für diese Hunde gelten strenge Vorschriften: Sie dürfen nicht gezüchtet werden und ihre Besitzer müssen einen Grund vorweisen können, warum sie einen solchen Hund halten möchten - beispielsweise "zur Bewachung eines gefährdeten Besitztums". Zudem gelten Leinen- und Maulkorbpflicht.

Im Jahr 2007 waren in NRW 12.023 solcher Hunde gemeldet. Der größte Teil davon sind American Staffordshire-Terrier. 34 Mal wurden Menschen von solchen Hunden gebissen und verletzt. Dreimal leiteten die Behörden ein Strafverfahren gegen Hundebesitzer ein, 835 Mal ein Bußgeldverfahren. Insgesamt hat die Zahl der Angriffe seit der Einführung der Landeshundegesetzes im Jahr 2002 abgenommen.

Auch andere Hunde werden vom Gesetz als nicht ungefährlich eingestuft. Für die so genannten Hunde bestimmter Rassen gelten etwas gelockerte Bestimmungen. Die Zucht ist nicht verboten. In diese Gruppe fallen Alano, American Bulldog, Bullmastiff, Mastiff, Mastino Espanol, Mastino Napoletano, Fila Brasileiro, Dogo Argentino, Rottweiler, Tosa Inu und Kreuzungen aus diesen Rassen. Rund 12.000 solcher Hunde gab es im Jahr 2007 in NRW; 25 Menschen wurden gebissen und verletzt.

Doch es sind nicht immer die so genannten Kampfhunde, die durch aggressives Verhalten auffallen. Auch in der Gruppe, die vom Gesetz als "große Hunde" eingestuft wird (zum Beispiel Schäferhunde, Golden Retriever, Berner Sennenhunde, Dobermänner) kommt es immer wieder zu gefährlichen Vorfällen.

Dennoch: Mit Abstand am häufigsten fallen Pitbulls als aggressiv auf, gefolgt von Alanos und American Staffordshire-Terriern. In Fällen wie dem in Grefrath können die Behörden verfügen, dass der Hund eingeschläfert wird. Wenn der Halter nicht zustimmt, kann ein Amtstierarzt entscheiden, dass der Hund dauerhaft gefährlich für die Menschen in seiner Umgebung wäre. Dann wird das Tier auch ohne Zustimmung des Besitzers getötet.


 
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