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Köln: 1500-Tonnen-Güterzug rast führerlos in Lagerhalle

zuletzt aktualisiert: 12.11.2008 - 07:25

Köln (RPO). Ein Szenario wie aus einem Horrorfilm ist in der Nacht zu gestern auf Bahngleisen nahe Köln Realität geworden: Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 70 km/h, aber ohne Lokführer und mit defekten Bremsen rollte eine Lok samt 31 Waggons – beladen mit Braunkohleprodukten, 1500 Tonnen schwer – über eine Strecke von etwa fünf Kilometer auf den Gleisen zwischen Oberaußem und Frechen durch die Nacht. Erst die Brandschutzwand einer Lagerhalle stoppte die Geisterfahrt des außer Kontrolle geratenen Zuges, nachdem Lok und Waggons zuvor ein Roll- und ein Stahltor der Halle durchbrochen hatten.

Ein führerloser Güterzug ist in eine Lagerhalle gerast.  Foto: ddp, ddp
Ein führerloser Güterzug ist in eine Lagerhalle gerast. Foto: ddp, ddp

Menschen erlitten glücklicherweise keine schweren Verletzungen: Die beiden Lokführer (44 und 20 Jahre alt) brachten sich durch einen Sprung von der fahrenden Lok in Sicherheit, nachdem sie den Ausfall der Bremsen kurz nach Beginn der Rangierfahrt bemerkt hatten. Sie erlitten leichte Verletzungen. Unverletzt blieben in der Halle, in der der Zug zum Stillstand kam, beschäftigte Arbeiter. Den entstandenen Schaden bezifferten Fachleute gestern auf etwa 500 000 Euro.

Der verunglückte Zug gehört dem Energiekonzern RWE Power. Er war auf Gleisanlagen der Kölner Stadtwerke-Tochter Häfen- und Güterverkehr Köln AG (HGK) unterwegs. Laut Angaben einer HGK-Sprecherin wollen die Lokführer vor Fahrtbeginn die Bremsen kontrolliert haben. Doch schon kurz nach Fahrtbeginn hätten nur noch die Bremsen der Lok und des ersten Waggons funktioniert – zu wenig, um dem Druck der 30 weiteren Wagen auf der abschüssigen Strecke entgegenwirken zu können. Als „geschicktes Verhalten“ wertete die Sprecherin den Absprung der beiden Lokführer. „Das war ihre einzige Chance. Sie konnten sonst nichts mehr tun.“ Eine Gefahr für Strecken mit Personenverkehr oder Bahnübergänge hat laut der HGK-Sprecherin zu keiner Zeit bestanden. Die Landeseisenbahnverwaltung begann gestern mit der Untersuchung der Unglücksursache.

Quelle: RP

 
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