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NRW: "Abi-TÜV" gegen unlösbare Aufgaben

zuletzt aktualisiert: 17.04.2009 - 15:01

Nach den Pannen beim Zentralabitur 2008 hat die Landesregierung Konsequenzen gezogen. Die diesjährigen Aufgaben wurden einem "Abi-TÜV" vorgelegt.

 Foto: ddp, ddp
Foto: ddp, ddp

Eine unabhängige Expertenkommission, die beim Institut für Schulentwicklungsforschung in Dortmund angesiedelt ist, prüfte dazu die Aufgaben in den 19 Hauptabiturfächern, wie Schulministerin Barbara Sommer (CDU) am Freitag in Düsseldorf mitteilte. Die Opposition warf dem Schulministerium vor, eigene Aufgaben nicht zu erledigen. Auch wurde die Wiedereinführung eines Schulinstituts gefordert.

Nach Angaben des Schulministeriums konstituiert sich der bundesweit einmalige Sachverständigenrat aus 21 Fachkommissionen mit je zwei Wissenschaftlern und drei Lehrkräften. Er werde auch künftig als Ergänzung zu den bestehenden Kontrollmechanismen dafür Sorge tragen, dass die Prüfungsaufgaben noch sorgfältiger ausgewählt und kontrolliert würden, betonte die Ministerin. Es seien die am besten geprüften Abituraufgaben, die es je in NRW gegeben habe, fügte der Leiter der Expertenkommission, Wilfried Bos, hinzu. Die Arbeit der Kommission lässt sich das Land pro Jahr 500 000 Euro kosten.

Beim jetzt anstehenden dritten Zentralabitur nehmen Sommer zufolge insgesamt 76 000 Schüler an Gymnasien, Gesamtschulen, Berufs- und Weiterbildungskollegs sowie Waldorfschulen teil. Die Abiturprüfungen beginnen am kommenden Dienstag. Dazu haben die Aufgabenkommissionen für insgesamt 80 Fächer rund 1150 Aufgaben entwickelt. Die Abiturzeugnisse werden bis 27. Juni verteilt.

Beim Zentralabitur im Vorjahr hatte es vor allem Kritik wegen angeblich unlösbarer Mathematikaufgaben gegeben. Daraufhin hatten rund 1800 Schüler eine zweite Chance in Form einer Nachschreibeklausur erhalten. Sommer betonte, sie wolle sich mit der unabhängigen Expertenkommission nicht von der politischen Verantwortung "freikaufen". Bei der bisherigen Qualitätssicherung der Aufgaben seien aber Optimierungen nötig gewesen. Entscheidend sei, dass die Aufgaben für die Schüler fair und leistbar seien.

Die Vizevorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Ute Schäfer, sprach am Freitag in Düsseldorf von einer "teuer erkauften Pannenversicherung, die durch nichts zu rechtfertigen" sei. Das Schulministerium leiste sich für viel Geld einen Sachverständigenrat, der Aufgaben des Ministeriums übernehme. Letztendlich solle die neue Kommission nur verschleiern, dass Sommer das Krisenmanagement nach den im Vorjahr aufgetretenen Pannen bei Zentralabitur nicht gemeistert habe.

Grünen-Bildungsexpertin Sigrid Beer forderte die Wiedereinführung eines Schulinstituts. Die Kosten für das jetzige Verfahren der Aufgabenentwicklung und für die Kommission seien hier besser investiert. Sie warf Schulministerin Sommer vor, die Fehler nicht im eigenen Ministerium, sondern ausschließlich bei den Lehrkräften und Schulleitungen zu suchen. Die Abschaffung eines Schulinstituts habe außerdem einen Verlust von Expertise verursacht.

Quelle: DDP

 
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