Große NRW-Studie: Bevölkerung wird älter und klüger
zuletzt aktualisiert: 03.01.2011 - 14:06In Nordrhein-Westfalen werden 2030 etwa eine halbe Million weniger Menschen leben als heute. Das haben Statistiker vorausberechnet. Gleichzeitig wird es wesentlich mehr ältere Menschen geben. Auch das Bildungsniveau steigt.
Montag veröffentlichte das statistische Landesamt seine Studie "Demografische und soziale Entwicklungen in Nordrhein-Westfalen und seinen Regionen 1999 bis 2009". In dem knapp 80 Seiten starken Werk untersuchen die Statistiker, wie sich die Bevölkerung in den vergangenen zehn Jahren gewandelt hat und geben Prognosen bis ins Jahr 2030 ab. Ergebnis: Die Einwohnerzahl in NRW sinkt. 2009 lebten rund 17,9 Millionen Menschen in Nordrhein-Westfalen. Seit 2004 nimmt die Zahl der Einwohner im bevölkerungsreichsten Bundesland kontinuierlich ab. Als Grund nennen die Experten wenige Geburten und mehr Abwanderung.
Bevölkerungswachstum
Nach Vorausberechnungen der Statistiker werden 2030 mit 17,3 Millionen bereits eine halbe Million Menschen weniger in NRW leben. Dabei werden einige Regionen besonders viele Einwohner verlieren. Andere Regionen, besonders einige Städte, werden weiter wachsen und Bewohner dazugewinnen. Bereits in dem untersuchten Zeitraum sind Städte wie Düsseldorf, Köln und Bonn um mehr als drei Prozent gewachsen. Dagegen haben andere Regionen, insbesondere im Ruhrgebiet, in den letzten zehn Jahren verloren. Am stärksten Gelsenkirchen mit -7,9 Prozent und Hagen mit -7,3 Prozent. Bis zum Jahr 2030 sagen die Statsitiker den Städten der Rheinschiene (Bonn, Köln, Düsseldorf) sogar ein Wachstum von elf Prozent voraus.
Migration
Von den Bewohnern in NRW haben 4,3 Millionen oder rund ein Viertel einen Migrationshintergrund. Dieser wird seit 2005 abgefragt. Darunter fallen auch Einwohner, die nach 1949 in die Bundesrepublik eingewandert sind und mittlerweile einen Deutschen Pass besitzen.
Altersstruktur
In den kommenden Jahren wird NRW deutlich älter werden. In 20 Jahren kommen auf hundert Menschen zwischen 20 und 65 Jahren 49 Menschen, die älter als 65 Jahre sind. 2009 kammen auf diese hundert Menschen erst 34 Senioren. Bei den Migranten unterscheidet sich die Bevölkerungsstruktur deutlich. Dort macht der Anteil der Älteren statt 24,5 Prozent nur etwa 8 Prozent aus.
Bildung
Das Bildungsniveau hat sich in den vergangenen Jahren stark verbessert. Im Schnitt hatten mehr als ein Drittel der Schulabgänger 2009 das Fachabitur oder das Abitur bestanden. Vor zehn Jahren schafften dies nicht einmal ein Viertel der Schulabgänger. Die Abiturientenquote fällt je nach Region sehr unterschiedlich aus. Am meisten Abiturienten pro Jahrgang gibt es mit 46,6 Prozent in Münster, der Landesschnitt liegt bei 40,2 Prozent. In ländlichen Regionen machen weit weniger Schüler das Abitur. In Borken waren es 2009 nur 23,2 Prozent.
Neben der Anzahl der Abiturienten wächst allerdings auch die Zahl der Einwohner ohne Abschluss. 2009 konnten 5,2 Prozent kein Abschlusszeugnis vorweisen. Zehn Jahre zuvor waren es 3,2 Prozent.
Arbeit
Auch die Erwerbstätigkeit hat sich in den vergangenen zehn Jahren laut der Untersuchung der Statistiker verändert. Im Vergleich zu 1999 arbeiten mehr Frauen und mehr ältere Menschen in NRW. Die Arbeitsmarktsituation unterscheidet sich je nach Region im Land ebenfalls erheblich. Von Problemen auf dem Arbeitsmarkt ist das Ruhrgebiet nach wie vor besonders betroffen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum
