Düsseldorf Peter van Eck (59) ist Truppführer beim Kampfmittelbeseitigungsdienst Rheinland. Täglich fährt er mehrere hundert Kilometer quer durch die Region, um Bomben aus dem Zweiten Weltkreg zu entschärfen. Denn noch immer ruhen viele Sprengsätze unbemerkt im Boden. Bei größeren Bauvorhaben ist es hierzulande übrigens Pflicht, das Gelände vorab zu testen.
Im Folgenden zeigen wir die spektakulärsten Bombenentschärfungen in den zurückliegenden Monaten in der Region.
Monheim Peter Giesecke vom Kampfmittelbeseitigungsdienst zeigt nach der Entschärfung einer Fünf-Zentner-Bombe am 20. August in Monheim den Zünder. Die amerkanische Fliegerbomber war in der vergangenen Woche bei Bauarbeiten entdeckt worden.
Kleve Eine amerikanische Fünf-Zentner-Bombe wurde am 8. August in Kleve entschärft. Sie war gegen 9 Uhr bei Grabungen auf dem Gelände einer Firma an der Sackstraße entdeckt worden. Das Ordnungsamt, die Feuerwehr und rund 50 Polizisten mussten die Anwohner aus ihren Häusern und von den umliegenden Straßen holen. Feuerwerker Peter van Eck brauchte rund 15 Minuten zur Entschärfung der Bombe, deren Zünder schon recht verrostet war. Um 9.45 Uhr wurde Entwarnung gegeben. Die entschärfte Bombe wurde verladen und durch den Kampfmittelräumdienst zur Entsorgung in einen Zerlegungsbetrieb gebracht.
Düsseldorf Seine 25. Fliegerbombe entschärfte Frank Höpp vom Kampfmittelräumdienst der Bezirksergierung am 5. Juli in Heerdt. Auf der Großbaustelle von Vodafone war am Morgen eine Fünf-Zentner-Bombe entdeckt worden. Der Krisenstab der Stadt hatte die Entschärfung in die Abendstunden verlegt, um die benachbarte stark befahrene Bundesstraße möglichst wenig zu belasten. Lautsprecherwagen informierten seit dem Morgen über die bevorstehende Räumung und baten die Bevölkerung, die Gefahrenzone zu räumen. Weil sich aber nicht alle daran hielten, kam es zu einer Verzögerung von 15 Minuten. Die Entschärfung selbst dauerte nur 25 Minuten.
Höpp hatte den Zünder des Blindgängers entfernt und diesen gezielt gesprengt. Die Bevölkerung aus einem Umfeld von 250 Metern wurde während dieser Zeit in einem benachbarten Gymnasium untergebracht und mit Essen und Getränken versorgt. Gehbehinderte brachte man mit einem Shuttle-Bus dorthin. Um 19.45 Uhr waren der sonst stark befahrene Rheinufertunnel und die Brüsseler Straße komplett autofrei. Dafür gab es hinter den Absperrungen lange Staus.
Solingen Bei Ausschachtungsarbeiten auf einem Baugrundstück an der Friedrichstraße wurde am Morgen des 15. Juni in Solingen ein Fünf-Zentner-Blindgänger entdeckt. Auch dort wurde Feuerwerker Peter van Eck mit der Entschärfung beauftragt. Er holte mit einer Raketenklemme den Zünder aus der Fliegerbombe. Dann zog er den Detonator heraus, ein hoch explosives Gemisch, das noch auf dem Baugrundstück gezündet und unschädlich gemacht wurde. Während der Entschärfung mussten ein Möbelhaus, eine Feuerwache und eine Polizeiinspektion evakuiert werden.
Die Bombe war bei alliierten Luftangriffen auf Solingen vermutlich in der Nacht vom 3. auf den 4. November 1944 abgeworfen worden. Sie war nach Angaben der Stadt mit einem Aufschlagszünder bestückt, der weniger brisant ist als etwa ein Säurezünder.
Duisburg Nichts ging mehr am Morgen des 18. April in und um den Duisburger Hauptbahnhof. Bei Baggerarbeiten in der Nähe war ein zehn Zentner schwerer Blindgänger entdeckt worden. Ab 8.30 Uhr waren Bundespolizei und Bahnangestellte damit beschäftigt, alle Fahrgäste aus dem Bahnhof zu holen. Auch sämtliche Geschäfte wurden geschlossen.
Die Aktion führte zu erheblichen Behinderungen im Bahnverkehr: Fünf Züge fielen komplett aus, 28 kamen mit Verspätung und 41 fuhren den Hauptbahnhof an diesem Morgen nicht an. Auch Teile der Duisburger Innenstadt mussten gesperrt werden. Mittels Lautsprecher wurden die Menschen informiert.
40 Personen, Anwohner aus der Sicherheitszone sowie einige Bahnpassagiere, wurden in der Sporthalle des nahen Mercator-Gymasiums einquartiert. Um 10.30 war die Bombe entschärft. Es gab keine Komplikationen. Und trotz der Sperrung der City sowie der Innenstadtautobahn kam es auch auf den Straßen kaum zu Behinderungen.