NRW: CO-Leitung: Bombensuche an der Trasse
VON GERHARD VOOGT - zuletzt aktualisiert: 13.08.2009 - 07:40NRW (RPO). Nach Hinweisen von Gegnern der CO-Pipeline lässt die Düsseldorfer Bezirksregierung jetzt 3,5 Trassen-Kilometer im Duisburger Süden nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg absuchen. "Es ist nicht auszuschließen, dass man weitere Abschnitte unter die Lupe nehmen muss", sagte ein Sprecher der Behörde unserer Redaktion.
Bislang hatte die Bezirksregierung lediglich eine punktuelle Begutachtung geplant. In den nächsten Wochen werde ein Treffen mit Vertretern der bauausführenden Firma Wingas stattfinden, bei dem das weitere Vorgehen beraten werden soll, hieß es. Man werde Hinweise aus der Bevölkerung ernst nehmen. Die Pipeline-Gegner suchen jetzt Augenzeugen aus Kriegstagen, die vor nicht explodierten Fliegerbomben warnen können.
Ende Juli war bekannt geworden, dass die Pipeline ohne die laut Planfeststellungsbeschluss vor Baubeginn vorgeschriebene Prüfung auf "Kampfmittelfreiheit" errichtet worden war. "Wir befürchten, dass die Bomben explodieren, wenn sich die Zünder im Laufe der Zeit im Erdreich zersetzen", erklärt Pipeline-Gegner Erich Hellen. Die Blindgänger könnten die Leitung zerfetzen und das tödliche CO-Gas ausströmen lassen.
Die Pipeline-Gegner haben gestern eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Düsseldorfer Regierungspräsidenten Jürgen Büssow (SPD) abgeschickt. Sie werfen ihm vor, einen Eilantrag von Bayer zur sofortigen Inbetriebnahme der Leitung unterstützt zu haben, obwohl das Gutachten zur Kampfmittelfreiheit nicht vorlag. Die Bezirksregierung wies den Vorwurf zurück. Man sei dem Verfahren nur "aus prozesstaktischen Gründen" beigetreten. "Sonst wären wir in der Zuschauerrolle gewesen", so der Sprecher.
Die CO-Pipeline soll die Bayer-Standorte Dormagen und Krefeld-Uerdingen miteinander verbinden. Kohlensto)ffmonoxid wird zur Herstellung von Kunststoffen benötigt.
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