Region: Den Städten geht das Streusalz aus
zuletzt aktualisiert: 05.01.2010 - 16:48In der Region haben einige Großstädte Probleme mit dem Streusalz. In Leverkusen, Solingen, Duisburg und in Krefeld wird der Vorrat langsam knapp. Die Verkehrslage blieb am Dienstagmorgen hingegen ruhig.
Der Krefelder Winterdienst des GSAK mischt bereits jetzt Streuzsalz und Sand im Verhältnis 1:3. "Das ist nur noch ein Tropfen auf den heißen Stein", sagt Fuhrparkleiter Holger Funke. Von den 2100 Tonnen Streusalz im Lager der GSAK sind nur noch 150 Tonnen vorhanden. Benötigt würden für das bevorstehende Wochenende nach Angaben von Funke allerdings 600 Tonnen.
600 Tonnen Streusalz hatte die Stadt Leverkusen für diesen Winter eingelagert. Übrig ist davon in den Silos noch ein Häufchen von 50 Tonnen. "Das ist nur noch sehr wenig Salz", sagt Joachim Pawellek vom Winterdienst der Technischen Betriebe der Stadt (TBL). "Wir hoffen auf eine Lieferung, die wir vor Silvester bestellt haben. Weil alle Salz wollen, kommen die Lieferanten nicht mehr richtig hinterher. Es gibt Lieferschwierigkeiten."
Ähnlich verhält es sich in Solingen. Derzeit verfügt die Stadt noch über einen Vorrat von 600 Tonnen. Wegen angekündigter Lieferverzögerungen werden dennoch ab sofort nur noch Hauptverkehrsstraßen, Straßen mit öffentlichem Nahverkehr und Straßen zu Krankenhäusern (Straßen der sogenannten 1. Prioritätenstufe) durchgehend gestreut. Welche Straßen das im einzelnen sind, kann man ab morgen im Internet unter www.solingen.de finden. Auf allen anderen Straßen werden nur gefährliche Steilstrecken angefahren und mit Sand abgestreut.
Streusalz
besteht meist aus herkömmlichem Kochsalz. Das Salz senkt den Gefrierpunkt des Wassers und kann so vor allem eine erneute Eisbildung verhindern. Für den üblichen deutschen Winter reiche meist eine Absenkung auf fünf oder sechs Grad unter Null, bis minus 22 Grad sind möglich.
Der Einsatz von Streusalzen ist jedoch umstritten, weil es mit dem Schmelzwasser in den Boden gelangt und damit Pflanzen oder Bäume angreifen kann. Viele Kommunen haben sich in ihren Satzung dazu verpflichtet, beim Streuen von Gehwegen zunächst auf sogenannte abstumpfende Mittel wie Granulat oder Sand zurückzugreifen.
In Duisburg wird auch nur noch auf den wichtigsten Straßen und Kreuzungen gestreut. Denn die eingelagerten Salzmengen gehen zur Neige. Wo nicht mehr gestreut wird, da versuchen die Wirtschaftsbetriebe zumindest zu räumen, sprich, die weißen Massen zur Seite zu schieben. Zudem wird an Stelle von Salz vermehrt Granulat eingesetzt.
Problematisch wird es, wenn die Temperaturen in den nächsten Tagen etwas steigen, tagsüber Tauwetter einsetzt und nachts wieder leichter Frost. Denn der überfrierenden Nässe lässt sich nur mit Salz zu Leibe rücken. Doch sind die Vorräte verbraucht, wird das unmöglich sein. Denn frühestens in der vierten Kalenderwoche, also Ende Januar, gibt es Nachschub.
Auch die Awista in Düsseldorf rechnet mit einem Engpass beim Streusalz. Zwar sind die Speicher derzeit noch gut gefüllt, so dass in den kommenden Tagen auf jeden Fall noch genug Salz vorhanden sein wird. Doch unklar ist, wann Nachschub geliefert werden kann. Derzeit sind die Salzvorräte in ganz Deutschland aufgebraucht, weil pro Tag mehr verbraucht wird, als die Lieferanten produzieren können. Für Düsseldorf bedeutet das: Bis zum Wochenende können Hauptverkehrsadern, Brücken, gefährliche Stellen und Straßen mit Straßenbahnschienen noch mit Salz gestreut werden. Danach muss die Awista möglicherweise auf die Streuung mit Splitt umstellen.
Freie Autobahnen
Der Verkehr in der Region verlief weitgehend ohne Probleme. Auf den Autobahnen kam es zu keinen großen Staus. Auch der Straßenbahnverkehr verlief problemlos. "Alles im grünen Bereich" vermeldete etwa Düsseldorfs Rheinbahnsprecher Georg Schumacher. Auf dem Düsseldorfer Flughafen wurden am Morgen vier Bahnen enteist. "Dadurch kommt es aber nicht zu Verspätungen" sagt Airportsprecher Christian Hinkel.
Blechschäden
Die Autofahrer in Krefeld haben besonnen auf den Schnee reagiert. Die Polizei meldete seit Montag lediglich einen witterungsbedingten Verkehrsunfall. Es blieb beim Blechschaden. Auch in Kempen war es auf den Straßen weitgehend ruhig. Von Samstagmorgen bis Montag gab es fünf Blechschäden auf schneeglatter Fahrbahn.
Die Polizei appelliert an die Autofahrer, ihre Fahrweise weiterhin den Witterungs- und Straßenverhältnissen anzupassen. Der Winterdienst war in der Region Montag pausenlos im Einsatz. Rund 90 Mitarbeiter der Krefelder GSAK waren am Montag im Dauereinsatz. Inzwischen sind alle Hauptstraßen von Eis und Schnee geräumt.
Auch in Mönchengladbach bilanzierte die Polizei einen geruhsamen Tagesbeginn. Drei Unfälle aufgrund von Glatteis verzeichneten die Beamten lediglich - keiner davon hatte schwerwiegende Folgen. Die Fahrer haben sich so langsam mit den eisigen Bedingungen zurechtgefunden. Und auch im öffentlichen Nahverkehr gibt es keine Probleme. Alle Buslinien fahren laut NVV nach Plan. Die Verhältnisse können allerdings zu leichten Verspätungen führen.
Von einer "absolut unauffälligen Verkehrslage" spricht die Polizei im Rhein-Kreis Neuss. Witterungsbedingt habe es keine Unfälle gegeben, vielmehr hätten sich "die Verkehrsteilnehmer offensichtlich an die derzeitige Wetterlage gewöhnt", sagte ein Sprecher der Kreispolizei am Dienstag.
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