Über 100 Konten leergeräumt: EC-Kartenbetrug in Supermärkten
VON CHRISTIAN SCHWERDTFEGER - zuletzt aktualisiert: 09.02.2012 - 09:13Düsseldorf (RP). Die Fälle von EC-Datendiebstählen in Discountern und Baumärkten nehmen zu: Seit Mitte vergangenen Jahres registrierte das Landeskriminalamt (LKA) in Nordrhein-Westfalen 31 manipulierte Kartenzahlungsgeräte an den Kassen.
Die Betrüger erschlichen sich Kontodaten samt PIN-Nummern von Hunderten Bankkunden. "Dagegen kann man bislang nicht viel machen, weil die Manipulationen selbst vom Personal nicht zu erkennen sind", sagt ein LKA-Sprecher. Zuletzt haben Betrüger in einem Mönchengladbacher Supermarkt unbemerkt EC-Karten-Geräte an Kassen manipuliert und anschließend über 140 Konten leergeräumt. "Die Opfer bekommen davon zunächst nichts mit, weil die Verbrecher das Geld im Ausland wie etwa in Südamerika oder Asien abheben", warnt das Landeskriminalamt.
Das Geld wird den Geschädigten jedoch in der Regel von den Banken zurückerstattet. "Wir machen das, obwohl uns die Zahlungsgeräte nicht gehören und wir demnach auch nicht für die Sicherheit verantwortlich sind", sagt Bernd Küppers, Sicherheitsbeauftragter des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbandes. Die Geräte beziehen die Discounter meist von privaten Anbietern – nur in Ausnahmefällen von Kreditinstituten. Die Manipulation der Geräte sei für die Betrüger jedoch sehr aufwändig, sagt das LKA. "Die Täter müssen in das Geschäft einbrechen oder sich nachts einschließen lassen, weil sie Ruhe und Zeit brauchen, um den Zahlungsapparat zu manipulieren."
Das Ausspähen von EC- und Kreditkartendaten beim Geldabheben am Automaten, dem sogenannten Skimming , ist hingegen rückläufig. Laut LKA sind 2011 rund 77 Prozent weniger Kartendaten als im Vorjahr auf diesem Weg gestohlen worden.
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