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Eis und Schnee: Fast 500 Unfälle in NRW

zuletzt aktualisiert: 01.02.2010 - 10:26

Schnee und Eis haben auf den Straßen in Nordrhein-Westfalen erneut zu starken Verkehrsbehinderungen geführt. Allein in der Nacht zum Montag zählte die Polizei knapp 500 Unfälle.

Insgesamt wurden dabei 43 Menschen verletzt, sieben davon schwer, wie das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste am Montag mitteilte. Der entstandene Sachschaden wurde auf 1,3 Millionen Euro geschätzt. Auch zahlreiche Straßen mussten glättebedingt gesperrt werden.

Das Bergische Land ist unter einer dichten Schneedecke begraben. Die Straßen sind glatt. Immer wieder kommt es zu Verkehrsunfällen. „Wir haben beobachtet, dass die Autofahrer langsam fahren“, teilte eine Polizeisprecherin unserer Redaktion mit und lobt die umsichtige Fahrweise. Das Fahrverhalten sei der Witterung angepasst. In Leverkusen habe es am Montagmorgen zwischen 5 und 11.15 Uhr auf den glatten Straßen trotzdem zwölf Mal gerumst. Die meisten Unfälle seien auf die Witterung zurückzuführen.

Nicht nur die glatten Straßen machen den Autofahrern im Bergischen Land zu schaffen. In Remscheid werden sie Straßen immer schmaler, weil sich am Fahrbahnrand die Schneemassen türmen. Die Autofahrer kommen schlecht durch. Teilweise sind die Straßen nur noch einspurig befahrbar.

Wegen des anhaltenden Schneefalls bleiben am Dienstag drei Schulen in Remscheid geschlossen: die Albert-Schweitzer-Schule, die Alexander-von-Humboldt-Schule und die Hauptschule Hackenberg.

Solingen: Autos fahren sich fest

Überfrierender Schnee macht den Autofahrern in Solingen am Montag auf fast allen Straßen zu schaffen. Insgesamt kommt es im gesamten Stadtgebiet immer wieder zu Verkehrsstaus wegen festgefahrener Fahrzeuge. Alle 120 verfügbaren Mitarbeiter des Winterdienstes sind im Einsatz. Die Linienbusse fahren, aber mit Verspätungen von bis zu 20 Minuten, teilen die Solinger Stadtwerke mit. Die Polizei meldet bis zum Mittag bereits fast 15 Unfälle mit Blechschäden. An der Unnersberger Straße sei bei einem Auffahrunfall eine Person leicht verletzt worden.

Autofahrer stellen sich auf Verhältnisse ein

In einigen Städten hat sich die Situation in Vergleich zu den Vortagen beruhigt. In Düsseldorf waren einige Seitenstraßen am frühen Morgen spiegelglatt. Trotzdem kam es nach Angaben der Polizei nicht zu größeren Unfällen.

In Duisburg und im Kreis Wesel kam es am Montagmorgen nur zu sehr wenigen Unfällen. In Duisburg zählte die Polizei vier Unfälle wegen Glatteis und überfrierender Nässe. Die Autofahrer hätten sich nach dem erneuten Wintereinbrauch am Samstag gut auf die veränderten Straßenverhältnisse eingestellt, sagte Ramon van der Maat, Pressesprecher Polizei Duisburg.

Zwischen Sonntag- und Montagmorgen gab es auf den Straßen im Kreis Mettmann sechs witterungsbedingte Verkehrsunfälle. Es entstand ein Sachschaden von rund 10.000 Euro. Verletzt wurde niemand.

Mönchengladbach ist zu Wochenbeginn vom großen Schneechaos verschont geblieben.  Zwar zählte die Polizei insgesamt 37 Unfälle zwischen Sonntag- und Montagmorgen. Davon allerdings allein 19 Sonntagabend zwischen 18.30 Uhr und 20 Uhr. Im Bahnverkehr war mit leichten Verspätungen zu rechnen. Ausfälle wurden jedoch keine verzeichnet.

Mit einem blauen Auge davon gekommen

Es ist nicht perfekt, aber für die witterungsbedingten Verhältnisse ist die Stadt Kleve noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen. "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es funktioniuert", sagt Rolf Janssen, Chef der Klever Umweltbetriebe, die seit dem Wochenende mit Schlacke statt mit Salz streuen. "Dadurch dass es geschneit hat, sind die Autofahrer sensibilisiert. Sie sehen, dass die Autofahrt gefährlich ist.Überfrierende Nässe wäre weitaus schlimmer." Hoffnung auf neues Salz hat Janssen nicht. "Ich glaube nicht, dass wir bis zum Ende der Woche neues Streumittel bekommen." Auch im Südkreis wird das Salz knapp.

Flaute in den Salzdepots

In einer gemeinsamen Presseerklärung weisen die Gemeinden Issum und Kerken sowie die Städte Kevelaer, Straelen und Geldern heute auf die Flaute in ihren Salzdepots hin und bitten alle Verkehrsteilnehmer, sich auf eine Zeit ohne Streusalz einzustellen.

Der Emmericher Bauhof, der noch Restbestände an Salz hat, hat dagegen mehr Glück. Gegen Ende der Woche könnte es laut Streugut-Hersteller Nachschub geben.

Insgesamt waren die Autofahrer am Wochenende mit Vorsicht unterwegs. Viele ließen ihre Wagen sogar stehen und unternahmen lieber einen Winterspazierung. Kreisweit kam es, so die Polizei, nur zu einer Handvoll Blechschäden. Ein Unfall in Bedburg-Hau führte zwar zu erheblichem Sachschaden (11000 Euro), doch dort waren aber eher überhöhte Geschwindigkeit und Alkohol ursächlich. Auf der Deichstraße (K 7) zwischen Rees und Haffen kam es am Samstagabend zu einem Einsatz der Feuerwehr: Dort drohte ein Autofahrer gegen 21.55 Uhr mit seinem Wagen den Deich hinabzurutschen. Die Feuerwehr konnte den Unfall jedoch verhindern.

Flughafen Weeze: Maschinen vom Eis befreit

Am Flughafen Weeze war der Räumdienst in der Nacht zu Sonntag damit beschäftigt, die Rollbahnen vom Schnee zu befreien. Ab etwa 2.30 Uhr sorgten Schneeräumfahrzeuge und viele Mitarbeiter dafür, dass die Startbahnen bald wieder schnee- und eisfrei waren, so Flughafensprecher Holger Terhorst. So konnte der Flugbetreieb pünktlich um 6.30 Uhr starten. Im Laufe des Tages ergaben sich nur geringfügige Verspätungen von jeweils etwa 20 Minuten.

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Quelle: apd/url/tme/jco/luk/jul/miba/csh/töp

 
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