NRW: Flughafen Düsseldorf nimmt Betrieb wieder auf
zuletzt aktualisiert: 20.12.2009 - 22:59NRW (RPO). Aufgrund des dichten Schneefalls lag der Verkehr in NRW in weiten Teilen lahm. Der Düsseldorfer Flughafen hatte seinen Betrieb am Sonntag wegen Schneefalls lange eingestellt, seit 20.20 Uhr wird aber teilweise wieder geflogen.
Wie der Flughafen Düsseldorf am Sonntagabend mitteilte, wird allerdings auch für den Montag mit starken Beeinträchtigungen gerechnet. Zwischen 9.15 Uhr und 20.20 Uhr konnten am Sonntag wegen des starken Schneefalls Maschinen weder starten noch landen. Erst als sich die Wetterlage etwas beruhigte, wurde der Flugverkehr aufgenommen.
Airlines bringen Fluggäste in Hotels unter
Dennoch kommt es weiter zu erheblichen Verzögerungen. Da nicht mehr alle geplanten Flüge den Airport verlassen können, wurden zahlreiche Fluggäste für die Nacht von den Airlines für die Nacht in umliegenden Hotels untergebracht. Für Passiere, die sich über Nacht an den Terminals aufhalten wollten, lagen Getränke, Essen und Decken bereit.
Haben Sie auch schon Bilder vom Schneetreiben gemacht? Sie waren unterwegs oder haben einfach mal aus dem Fenster rausgeknippst? Dann schicken Sie uns Ihre Fotos einfach per E-Mail mit einer Ortsangabe an opinio@rp-online.de. Wir veröffentlichen die Einsendungen dann in der Fotostrecke "Leserfotos vom Schneechaos in Deutschland".
Wie Flughafen-Sprecher Christian Witt auf Anfrage unserer Reaktion mitteilte, wurden wegen des dichten Schneetreibens zuvor ab 9.15 Uhr alle Starts annulliert. Landende Maschinen wurden nach Frankfurt und Köln umgeleitet. Weil immer neuer Schnee fällt, können die Räumdienste die Start- und Landebahnen, die Rollwege und das Vorfeld nicht ausreichend von Schnee freihalten.
Bis 20 Uhr waren rund 150 ankommende Maschinen betroffen, die auf andere Flughäfen umgeleitet werden mussten. Zudem wurden 150 geplante Abflüge annulliert, wie ein Sprecher des Flaughafens am Abend mitteilte. Insgesamt hatte der Düsseldorfer Flughafen für den Sonntag mit 440 Starts und Landungen gerechnet.
Passagiere werden nach Angaben des Airports gebeten, sich für Fluginformationen an ihren Reiseveranstalter oder an ihre Fluggesellschaft zu wenden. Informationen gibt es auch bei der Flughafen-Hotline unter der Telefonnummer 0211 - 421-0.
Flughafen Weeze zeitweise dicht
Pech für alle, die Sonntag heim an den Niederrhein oder weg in den weniger kalten Süden wollten: Der Airport Weeze hatte ebenso wie andere Flughäfen im Lande witterungsbedingt den Betrieb eingestellt. „Die ersten drei Flüge wurden storniert, diejenigen, die reinkommen sollten, wurden nach Haan umgeleitet”, berichtete Flughafensprecher Holger Terhorst unserer Redaktion zunächst auf Anfrage.
Vermutlich Wartezeiten am Montag
Das gesamte Rollfeld-Team war im Einsatz und mit fünf Räumfahrzeugen damit beschäftigt, das Rollfeld frei zu bekommen. Am Sonntagnachmittag wurde der Betrieb wieder aufgenommen. Am Montag dürfte es aber noch zu Wartezeiten kommen.
Kinder müssen Montag nicht in die Schule
Bei anhaltendem Schneechaos dürfen die Schüler in Nordrhein-Westfalen zu Hause bleiben. "Bei extremen Wetterbedingungen müssen Eltern selber entscheiden, ob der Schulweg für die Kinder zumutbar ist oder nicht", sagte ein Sprecher des NRW-Schulministeriums unserer Redaktion.
Die Sicherheit der Schüler stehe an erster Stelle. Schüler, die volljährig sind, können selbst entscheiden, ob sie zum Unterricht kommen oder nicht. Wegen des anhaltenden Schneefalls wird für Montag mit chaotischen Verkehrsverhältnissen gerechnet.
ICE blieb liegen
Kälte und Schnee haben Sonntag den Zugverkehr in die Niederlande stark beeinträchtigt. Das Nachbarland musste den Fernverkehr nach Deutschland vorübergehend komplett einstellen. Doppeltes Pech hatten rund 200 Fahrgäste des Intercity-Express nach Amsterdam, die am Mittag in Emmerich festsaßen.
Auf den Gleisen im Bahnhof war offenbar eine Weiche vereist. Der Zug sollte deshalb gegen 11 Uhr auf ein anderes Gleis wechseln. Doch hierbei kam es nach Angaben eines Bahnsprechers zu einem Triebzugschaden. Der ICE blieb liegen. Bei eisigen Temperaturen harrten die vorwiegend holländischen Fahrgäste zunächst auf dem Bahnsteig aus. In einem nahegelegenen Hotel konnten sie dann aber nach kurzer Zeit auf Kleinbusse warten, die sie nach Arnheim weitertransportierten.
Fahrgäste die nicht mehr in die Niederlande weiterreisen wollten, fuhren gegen 13 Uhr mit einem Zug in Richtung Duisburg und Oberhausen zurück. Bei der Evakuierung des ICE waren die Malteser aus Emmerich vor Ort. Auch Vertreter des Ordnungsamtes und der stellvertretende Stadtbrandinspektor Gregor Amting halfen mit, die Aktion zu koordinieren.
Zwischen Düsseldorf und Duisburg musste eine Bahnstrecke am frühen Sonntagnachmittag gesperrt werden. In einer S-Bahn vor dem Duisburger Hauptbahnhof brannte in einer S-Bahn ein Kabel. Der Zug wurde evakuiert. "Da der Verkehr eine Zeit lang still lag, mussten anschließend Weichen vom Schnee befreit werden", erklärte ein Bahnsprecher auf Anfrage unserer Redaktion. Verletze gab es keine.
Auch der Zugverkehr zwischen Dortmund und Bochum, beziehungsweise nach Witten, musste am Sonntagmittag gesperrt werden: Grund dort sei ein Personenunfall in Höhe des Bahnhofs Dortmund-Lütgendortmund, hieß es bei der Bahn.
Kälteste Nacht
Die Nacht zum Samstag war die kälteste Dezembernacht in Nordrhein-Westfalen seit mehr als 30 Jahren. Zuletzt sei es im Winter 1978/1979 in NRW noch kälter gewesen, sagte ein Meteorologe vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Essen.
Zwischen Freitagabend und Samstagmorgen wurden Tiefsttemperaturen um minus 20 Grad gemessen. Auch die Nacht zum Sonntag brachte strengen Frost mit minus 18 Grad. Wetterbedingt kam es zu zahlreichen Unfällen.
Am Sonntag setzte landesweit Schneefall ein, der bis zu zehn Zentimeter Schnee bringen sollte. Es bestand wegen des auffrischenden Windes die Gefahr von Schneeverwehungen. Vor allem in der Nacht zum Samstag führten die winterlichen Straßenverhältnisse zu zahlreichen Unfällen. Nach Angaben der Landesleitstelle der NRW-Polizei ereigneten sich mehr als 1000 Verkehrsunfälle.
Dabei wurden 20 Menschen schwer und 85 Personen leicht verletzt. Der geschätzte Schaden lag bei etwa 2,5 Millionen Euro. Vor allem im Sauer- und Siegerland ereigneten sich zahlreiche Unfälle. Die Feuerwehr musste einen 14-jährigen Jungen von einer Insel im zugefrorenen See des ehemaligen Geländes der Landesgartenschau in Rietberg (Kreis Gütersloh) retten.
Mit zwei gleichaltrigen Jungen hatte er den zugefrorenen See betreten, als das Eis unter dem Gewicht zu knacken anfing. Zwei Kinder konnten sich noch ans Ufer retten, der andere lief auf eine Insel des Sees. Mit einem Feuerwehrboot wurde der 14-Jährige von der Insel geholt.
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