Düsseldorf: Galopp - 14 Stuten beim Preis der Diana
VON DANIEL DELIUS - zuletzt aktualisiert: 01.08.2009 - 12:13Düsseldorf (RPO). Vor rund dreißig Jahren begann der Dortmunder Unternehmer Hans-Hugo Miebach im Sauerland Rennpferde zu züchten. Im Gestüt Wittekindshof in Rüthen-Kneblinghausen, einem seit Jahrzehnten im Familienbesitz stehenden Anwesen, auf einer Anhöhe, auf der es im Winter immer noch ein wenig kälter ist als anderswo in der Region.
Die robusten Aufzuchtmethoden waren alles andere als negativ für die sensiblen Vollblüter. Wittekindshof zählt zu den erfolgreichsten Unternehmen im Lande. Wenn morgen in Düsseldorf im Henkel-Preis der Diana (Deutsche Stuten-Derby) vierzehn dreijährige über 2200 Meter um Preisgelder und Prämien von rund 650000 Euro in die Startboxen einrücken, sind gleich vier aus Wittekindshof dabei.
Der Preis der Diana ist ohnehin eine Art Spezialität für die Stuten aus dem Sauerland geworden. Viermal haben sie seit 1996 gewonnen, zuletzt vor Jahresfrist mit Rosenreihe. Peter Schiergen hat sie in Köln trainiert, Andrasch Starke saß im Sattel und dieses Team ist diesmal mit der Stute Serienhoehe dabei, die zum engsten Favoritenkreis zählt.
Zu verdanken hat Miebach den Erfolg auch der unorthodoxen Politik seines Gestütsleiters Karl Jörg, einer zur gewissen Kauzigkeit neigenden Größe der Branche. Jahrelang konnte Jörg für die Stuten eher mittelmäßige Zuchthengste buchen - sein Chef hatte ihm Sparsamkeit verordnet. Doch hatte der erfahrene Pferdemann oft genug das richtige Händchen für entsprechende Paarungen.
Aus Wittekindshof kommen Jahr für Jahr sehr erfolgreiche Pferde. Die Hengste werden in der Regel auf der Auktion angeboten, wie etwa der einstige „Galopper des Jahres“ Tiger Hill, mit dem der Kölner Georg von Ullmann große Rennen gewann. Die Stuten gehen in den Rennstall, um sich für die Zucht zu qualifizieren. Im Winter pflegt Jörg sie aus dem Rennstall zu nehmen, zwecks Erholung im Sauerland. „Da gibt es keinen Stress, die Pferde müssen auch einmal auftanken“, begründet Jörg die genehmigte Urlaubspause. Trainiert werden sie von den Besten. So satteln neben Schiergen morgen Andreas Wöhler (Gütersloh) und Mario Hofer (Krefeld) Wittekindshofer Stuten.
Das Geheimnis der Erfolge? „So wenige Fehler wie möglich machen“, sagt Jörg. Und manchmal etwas merkwürdige Namen für die Pferde wählen, denn Hans-Hugo Miebach leitet sie aus dem Namen von Vater und Mutter ab. Serienhoehe, die bei vier Starts dreimal gewann, stammt etwa von dem irischen Hengst High Chaparral und der Stute Saldenehre ab. „Schrecklich“, sagt selbst Miebachs Ehefrau. „Aber sie ist schnell“, entgegnet der Ehemann dieser dann. Und hat natürlich Recht.
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