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Premiere in NRW: Gute Noten im Zentralabitur

VON JENS VOSS - zuletzt aktualisiert: 31.05.2007 - 17:02

Premiere in NRW (RPO). Die Klausuren für das erste nordrhein-westfälische Zentralabitur sind offenbar sehr gut ausgefallen. Erstmals gibt es an den Gymnasien deutlich mehr mündliche Nachprüfungen aufgrund von „Notenabweichungen nach oben“ - wenn also ein Schüler eine Note erhalten hat, die deutlich (vier Punkte oder eineinhalb Noten) über der Vornote liegt.

 Foto: ddp, ddp
Foto: ddp, ddp

Früher herrschten eindeutig Abweichungen nach unten vor - „dieser Trend ist gebrochen“, sagte gestern Christine Rolfs, Leiterin des Otto-Hahn-Gymnasiums Dinslaken, unserer Zeitung. Ähnliches berichten ihre Kollegen aus Krefeld, Düsseldorf, Voerde, Kevelaer, Mönchengladbach und Kleve.

Peter Silbernagel vom Philologenverband sieht darin aber kein Indiz dafür, dass das Abitur zu leicht war - er wertet den Trend als Prozess der Normalisierung. „Früher lagen die schriftlichen Abiturnoten im Schnitt eine bis eineinhalb Noten unter den Vornoten“, sagte er unserer Zeitung, „eine Abweichung nach oben ist nicht verwerflich“. Dass früher eher der Sturz als der Aufstieg an der Tagesordnung war, bestätigen auch Rolf Neumann (Gymnasium am Moltkeplatz Krefeld), Anton Willkomm (Kardinal-von-Galen-Gymnasium Kevelaer) und Gerhard van Leewen (Konrad-Adenauer-Gymnasium Kleve).

Wichtige Probeklausuren

Vereinzelt registrierten die Schulen auffällige Trends in bestimmten Fächern. Im Düsseldorfer Goethe-Gymnasium etwa fielen die Mathematik-Klausuren überraschend gut aus; am Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Gymnasium Mönchengladbach (MNG) überraschten die Biologie-Ergebnisse positiv - auffällig, weil in den Probeklausuren fürs Abitur im Fach Biologie viele Schüler abgesackt waren. Das lag, wie das Schulministerium einräumte, an falsch aufgebauten Aufgaben (grob gesagt: erst das Schwere, dann das Leichte). MNG-Rektorin Renate Glenz betont dann auch, wie wichtig die Probeklausuren gewesen seien, und bescheinigt dem Ministerium, „deutliche Rückschlüsse“ daraus gezogen zu haben.

Vor falschen Schlüssen warnt Anne Jung-Wanders, Leiterin des Gymnasiums Voerde, kommende Schülergenerationen. Zwar schätzt sie, dass die Aufgaben in der ersten Zentralabi-Generation generell „äußerst fair“ waren und gut zu meistern. Sie glaubt aber auch, dass die Ansprüche Zug um Zug anziehen werden.

Für ihr Fach - sie unterrichtet Deutsch - sei das absehbar: Auf die Schüler kommt Christa Wolfs Roman „Kassandra“ und Friedrich Schillers Drama „Don Carlos“ zu. Kommentar der Germanistin: „Da kann ich nur sagen: Holla, holla - leicht wird das nicht.“

Quelle: RP

 
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