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Unwetter in der Region: Hausbrand in Duisburg

zuletzt aktualisiert: 22.07.2009 - 15:36

Unwetter in der Region (RPO). Das heftige Gewitter, das am Dienstagabend niederging, hat in der Region seine Spuren hinterlassen. In Praest etwa kam es nach einem Blitzeinschlag zu einem Dachstuhlbrand. Ansonsten sorgten heftige Regengüsse in der Region für vollgelaufene Keller. 

Wie die Polizei gegen 22 Uhr auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte, musste der Löschzug Vrasselt gegen 20.18 Uhr nach Praest zu einem Dachstuhlbrand an der Reeser Straße/B 8 ausrücken. Dort hatte der Blitz eingeschlagen. Wie hoch der Sachschaden ausgefallen ist, konnten Dienstagabend weder Feuerwehr noch Polizei sagen.

100.000 Liter Wasser abgepumpt

Vollgelaufene Keller sowie umgestürzte Bäume hielten die Feuerwehr in Düsseldorf auf Trab. Insgesamt zählte sie 40 Einsätze.

Besonders viele Unwetterschäden gab es in den südlichen Stadtteilen - allein neun in Benrath und sieben in Holthausen. Im Norden fegte der Sturm Bäume um, Äste brachen ab. Die Feuerwehr pumpte insgesamt rund 100.000 Liter Regenwasser aus Kellern.

Das Unwetter überraschte außerdem tausende Kirmesbesucher. Innerhalb weniger Minuten entwickelte sich Starkregen, die großen Fahrgeschäfte fuhren nicht mehr.

Hausbrand in Duisburg

Vom Unwetter am Dienstagabend über Nordrhein-Westfalen blieb Duisburg weitgehend verschont. Schlimm traf es aber das Haus einer derzeit verreisten Besitzerin in Walsum-Aldenrade. Nach einem Blitzeinschlag geriet die Dachgeschosswohnung gegen 20.40 Uhr in Brand. Die Feuerwehr konnte das Feuer schnell löschen.

Anschließend schützte ein Dachdecker die Wohnung vor dem Regen. Neben dem Brand musste die Feuerwehr zu lediglich acht Einsätzen ausfahren. Vier Keller mussten ausgepumpt und vier mal Straßen von abgeknickten Ästen befreit werden. Insgesamt spricht die Feuerwehr von einem „glimpflich verlaufenden Abend” für Duisburg.

Heftige Regenfälle haben am gestrigen Abend auch zahlreiche Keller im Remscheider Süden überflutet. Zu 19 Einsätzen sind die Berufsfeuerwehr und sechs Löscheinheiten der Freiwilligen Feuerwehr zwischen 21 und 24 Uhr ausgerückt.

Am stärksten waren die Ortsteile Reinshagen und Westhausen betroffen. Allein hier haben die Einsatzkräfte zehn Keller ausgepumpt. Zudem drohte der Tenter Bach über die Ufer zu treten und ein Wohnhaus zu überschwemmen. Mit Hilfe von Sandsäcken konnte das Haus jedoch gesichert werden. Allein um eine überflutete Tennishalle in Bergisch Born von den eingedrungenen Wassermengen zu befreien, war die Feuerwehr zwei Stunden im Einsatz.

Raststätte unter Wasser

Ein Wassereinbruch durch das Flachdach setzte weite Teile der Autobahnraststätte Remscheid unter Wasser. Die absturzgefährdete Deckenverkleidung wurde entfernt und Wasserabläufe des Daches gereinigt, so dass das Wasser wieder abfließen konnte. Um einen Brandgefahren infolge eines möglichen Kurzschlusses zu verhindern, wurde in der Raststätte der Strom abgeschaltet. Aufgrund der erheblichen Sachschäden musste die Raststätte geschlossen werden.

Neben den Wassereinbrüchen führte ein Blitzeinschlag zu einem etwa einstündigen Stromausfall in Teilen der Stadtteile Lennep, Lüdorf und Bergisch Born.

Bahnstrecke nach Unwetter gesperrt

Mit Sturm und Hagel tobte am Dienstagabend das Unwetter über das Erkelenzer Land und sorgte für beträchtlichen Schaden. Zwischen Baal und Lindern stürzte gegen 20 Uhr ein Baum auf die Oberleitung der Bahn ­- und ein Güterzug fuhr hinein. Die Banhstrecke zwischen Rheydt und Geilenkirchen bleibt noch bis mindestens Freitagmittag gesperrt.

In Erkelenz fielen am Dienstagabend zentimeterdicke Eisstückchen vom Himmel. Von kurz nach 20 Uhr bis fast ein Uhr nachts war die Feuerwehr mit allen 18 Löschgruppen und 151 Einsatzkräften beschäftigt. Folgen des Unwetters waren abgerissene Äste, umgestürzte Bäume und überflutete Keller.

Besonders betroffen war die Innenstadt. Durch Immerath (neu) wirbelte eine Windhose. Beim letzten Einsatz um 0.45 Uhr mussten die Feuerwehrleute Bäume an der Lövenicher Kirche fällen: Sie drohten auf das Dach der Kirche zu fallen.

Vollgelaufene Keller

Heftige Regengüsse, begleitet von Blitz und Donner, haben am Dienstagabend auch in Neukirchen-Vluyn und Kamp-Lintfort die Feuerwehren auf den Plan gerufen. Etliche Keller waren durch den Sturzregen voll Wasser gelaufen, zudem stürzten Bäume um. Gegen 22.30 Uhr hatten die Einsatzkräfte noch alle Hände voll zu tun. In Moers blieben solche Einsätze aus, hieß es.

Wie die Feuerwehrleitstelle des Kreises Wesel am Mittwochmorgen mitteilte, mussten die Einsatzkräfte am Dienstagabend im Kreisgebiet rund 30 Mal ausrücken. Nach heftigen Regengüssen seien Keller vollgelaufen und Bäume umgestürzt. Ansonsten blieb es laut Auskunft der Leitstelle weitestgehend ruhig.

In Kleve an der Triftstraße sind gegen 19.30 Uhr Treibhäuser einer Gärtnerei in Brand geraten. Möglicherweise war auch hier ein Blitz eingeschlagen, berichtet die Polizei. Der Brandort lag mitten in einem Wohngebiet.

Die Feuerwehren aus Kleve, Materborn. Reichswalde und Donsbrüggen waren im Einsatz und konnten den Brand löschen und somit verhindern, dass das Feuer auf benachbarte Gebäude übergreifen konnte. Verletzt wurde bei dem Brand niemand. Die Höhe der Sachschäden ist derzeit noch ungeklärt.

Insgesamt mussten die Einsatzkräfte im Kreis Kleve am Dienstagabend rund 35 mal ausrücken. Insbesondere die Städte und Gemeinden Kerken, Straelen und Kleve waren betroffen. Oft waren dabei Keller vollgelaufen, die leer gepumpt werden mussten.

In Wachtendonk und Straelen wurden die Feuerwehren zu Bränden gerufen. Ob diese auf Blitzeinschlag zurückzuführen waren, ist bisher nicht abschließend geklärt. Bei den Einsätzen im Kreisgebiet waren zwischen 20 und 23 Uhr insgesamt 120 Feuerwehrleute im Einsatz.

Am Flughafen Weeze sorgte das Wetter nach Angaben von Flughafen-Sprecher Holger Terhorst "nur für kleinere Verzögerungen".

In Wermelskirchen hat ein abgebrochener Ast einen Autounfall verursacht. Gegen 22.30 Uhr befuhr eine 20-Jährige die L 409 von Habenichs in Richtung Wermelskirchen. Ausgangs der Ortschaft Eipringhausen verbremste sie sich in einer langgezogenen Rechtskurve, als ein Ast durch den starken Wind auf die Fahrbahn geweht wurde.

Die Frau verlor die Kontrolle über ihr Fahrzeug, prallte gegen einen Baum am rechten Fahrbahnrand und wurde zurück auf die Fahrbahn geschleudert. Sie wurde im Auto eingeklemmt und verletzte sich dabei. Hilfskräfte der Feuerwehr mussten sie aus ihrem Fahrzeug befreien, die Dame kam nach notärztlicher Versorgung ins Krankenhaus. An dem Pkw entstand Totalschaden, die L 409 wurde zwischen Eipringhausen und Rauhe Hüls für 4 Stunden beidseitig gesperrt.

A1 gesperrt

Mit gut 50 Einsatzkräften hat die Feuerwehr Leverkusen die Unwetterfolgen am Dienstagabend bekämpft. Zwischen 20.30 und 23 Uhr mussten fast im gesamten Stadtgebiet vornehmlich Sturmschäden, abgebrochene Äste und umgestürzte Bäume, beseitigt werden. Personen kamen nicht zu Schaden, so Pressesprecher Hermann Greven.

Bis auf wenige Ausnahmen waren fast die gesamten Löschzüge der Stadt beschäftigt. Die Einsätze wären in ihrer Art Routine, in ihrer Häufigkeit aber doch bemerkenswert gewesen, so Greven.

Eine Windhose, Hagel und viel Regen haben dazu geführt, dass auch die A1 in Höhe Burscheid zwischen kurz vor 21 Uhr und 0.40 Uhr immer wieder beidseitig gesperrt werden musste. Feuerwehr, Autobahnmeisterei und Polizei waren im Einsatz, um den Verkehr zu regeln und die Fahrbahn von Ästen, Laub und Dreck zu befreien. Verletzte Personen oder beschädigte Autos konnten die Einsatzkräfte nicht vermelden.

Großeinsatz auch in Solingen

Alle drei Berufswehren und die acht Freiwilligen Feuerwehren der Stadt waren ab 21 Uhr in Solingen, vornehmlich in der Stadtmitte, im Einsatz. Starker Hagel und sehr viel Regen haben zahlreiche Keller volllaufen lassen und insgesamt 130 Einsätze der rund 260 Feuerwehrleute erfordert. 

Trockenen Fußes und entsprechend erleichtert sind jedoch die Anwohner des Eschbaches in Unterburg davon gekommen. Ist der Bach früher regelmäßig über seine Ufer getreten, scheinen die jüngsten Sicherungsarbeiten zu greifen. Auch dass die Wuppertalsperre derzeit wenig Wasser führe, so die Anwohner, habe ein Überlaufen verhindert.   

500.000 Euro Schaden

Im Kreis Soest gerieten nach Blitzeinschlägen ein Bauernhof in Lippetal, ein Einfamilienhaus in Lippstadt und ein Schweinestall in Soest in Brand. Das Wohnhaus des Bauernhofs brannte komplett ab, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Bewohner hätten sich jedoch retten können. Bei den Feuern entstand insgesamt ein Sachschaden von rund 500.000 Euro, verletzt wurde niemand.

Im Kreis Soest gerieten nach Blitzeinschlägen ein Bauernhof in Lippetal, ein Einfamilienhaus in Lippstadt und ein Schweinestall in Soest in Brand. Das Wohnhaus des Bauernhofs brannte komplett ab, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Bewohner hätten sich jedoch retten können. Bei den Feuern entstand insgesamt ein Sachschaden von rund 500.000 Euro, verletzt wurde niemand.

Quelle: RP, RPO/ulam

 
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