Kommunalwahl: Jugendpartei greift nach Bürgermeister-Amt
VON JÖRG JANSSEN - zuletzt aktualisiert: 28.08.2009 - 17:00Kommunalwahl (RPO). Große Karrieren beginnen manchmal in Garagen. Software-Schmieden haben so angefangen. Politik-Erfolge bisweilen auch. Vor der Garage von Lucas Risse bastelte eine Hand voll politisch Engagierter an dem, was sie "die junge Alternative" nennen. Risse (19) und seine Mitstreiter montieren rund 30 Plakate für den Wahlkampf-Endspurt der Monheimer Jugendpartei "Peto" (lateinisch: Ich fordere).
Eines der Motive: ein keckes Erdmännchen, das ruft: Geh wählen! – "Ein Appell an die 16- bis 18-Jährigen", sagt Daniel Zimmermann, Kopf und Bürgermeister-Kandidat der Partei, die die Etablierten das Fürchten lehrt.
27 Jahre alt ist der Doktorand inzwischen. Der letzte aus einer Oberstufen-Clique am städtischen Gymnasium, deren Mitglieder 1998 beschlossen, Politiker zu werden. "Wir hätten auch eine Band oder eine Theatergruppe gründen können. Irgendwann kamen wir halt auf Politik", sagt Zimmermann.
Ein kluger Einfall. Denn eine Theatergruppe hätte sich längst aufgelöst. Peto tat es nicht. Im Gegenteil: Mit zwei Sitzen zogen die Schüler 1999 in den Stadtrat. "Eine Eintagsfliege", unkten die Platzhirsche. Doch sie verrechneten sich. Vor fünf Jahren machten die Bürger Peto mit sieben Ratssitzen zur Nummer drei. Das Geheimnis der 250 Mitglieder zählenden Partei: "Wir schließen uns weder den Freien Wählern an noch kandidieren wir landesweit", so Zimmermann.
Zudem lässt es die längst erwachsen gewordene Peto, die kürzlich eine 30-plus-AG für "Ältere" gründete, nicht mehr bei Klassikern wie Kino und Jugendcafés bewenden. Sie stellt die Machtfrage. Zimmermann, der gerade sein Lehramtsexamen in der Tasche hat, soll Bürgermeister werden. Eine fixe Idee? Nicht unbedingt. Sieben Kandidaten ringen in Monheim um den Rathaus-Chefsessel. "20 Prozent könnten reichen", hoffen die Peto-Anhänger.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum
