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NRW: Jungen Tätern U-Haft ersparen

VON GERHARD VOOGT - zuletzt aktualisiert: 15.04.2009 - 15:23

NRW (RPO). Die Landesregierung von NRW will die Zahl der jungen Menschen, die in Untersuchungshaft genommen werden, reduzieren. Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) und Jugendminister Armin Laschet (CDU) stellten gestern eine neue Konzeption für Tatverdächtige im Alter zwischen 14 und 18 Jahren vor.

NRW-Justizministerin Roswitha Mueller-Piepenkoetter(CDU)will ein härteres Sexualstrafrecht.  Foto: ddp, ddp
NRW-Justizministerin Roswitha Mueller-Piepenkoetter(CDU)will ein härteres Sexualstrafrecht. Foto: ddp, ddp

Sofern keine Sicherheitsbedenken bestehen, sollen sie in Heimen der Jugendhilfe pädagogisch betreut werden. Dafür sollen künftig an drei Standorten etwa 40 Plätze angeboten werden. Im vergangenen Jahr wurden in NRW rund 500 junge Tatverdächtige in Untersuchungshaft genommen.

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) begrüßte den Vorstoß, kritisierte jedoch, 40 Plätze reichten nicht aus. "Allein in Köln haben wir es mit zirka 100 Intensivstraftätern zu tun", sagte Rüdiger Thust, stellvertretender Landesvorsitzender des BDK in NRW. Der Verband mahnte zudem an, die Heime müssten ausbruchsicher sein.

Monika Düker, Innenexpertin der Grünen im Landtag, unterstützte die Idee der Haftvermeidung. Die Düsseldorferin erkennt in der neuen Position eine Abkehr von der bisherigen "Law-and-order-Politik". "Die Stimmungsmache der CDU-Zentrale gegen die angebliche Kuschelpädagogik hat sich in der Landesregierung nicht durchgesetzt", stellte Düker fest.

Die Heimunterbringung soll nach bisheriger Planung für Jugendliche in Frage kommen, die sich beispielsweise Eigentumsdelikten oder einfacher Körperverletzung schuldig gemacht haben. Für "notorische Gewalttäter" oder Mordverdächtige komme sie dagegen nicht in Frage, betonte Müller-Piepenkötter. Die FDP bezeichnete die Pläne als "richtigen Weg". SPD-Experte Markus Töns forderte, dasLand müsse nun auch intensivpädagogische Maßnahmen bei auffälligen Kindern finanziell absichern.

Die Heimunterbringung der Tatverdächtigen kostet pro Tag rund 200 bis 250 Euro. Die Plätze sollen in Solingen, Herne und Iserlohn angeboten werden.

Quelle: RP

 
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