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NRW-Umweltbericht 2006: Land will Flächenverbrauch eindämmen

zuletzt aktualisiert: 06.06.2007 - 18:42

In NRW werden zu viele Flächen zugebaut - zu diesem Schluss kommt die Landesregierung in ihrem am Mittwoch vorgestellten Umweltbericht 2006. Von dieser Entwicklung müsse es eine Abkehr geben, sagte Umweltminister Eckhard Uhlenberg (CDU). Außerdem soll der Anteil der erneuerbaren Energien stark erhöht werden.

Die Arbeiten an der A57 gehen weiter.  Foto: Landesbetrieb Straßenbau NRW
Die Arbeiten an der A57 gehen weiter. Foto: Landesbetrieb Straßenbau NRW

Derzeit werden dem Bericht zufolge zwischen Rhein und Weser pro Tag 15 Hektar Fläche durch Neubauten von Straßen und Gebäuden versiegelt. Bei der anstehenden Novellierung des Landesplanungsgesetzes solle das Thema Flächenverbrauch daher eine entscheidende Rolle spielen, kündigte der Minister an. Der bundesweite Richtwert beim Flächenverbrauch hat als Zielgröße 30 Hektar pro Tag bis zum Jahr 2020 festgelegt. Für NRW ergibt sich daraus laut Umweltbericht ein Orientierungswert von fünf Hektar pro Tag.

Bereits vor einem Jahr hatte sich auf Initiative des Umweltministeriums eine "Allianz für die Fläche" gegründet. Daran beteiligt sind neben dem Land auch Kommunen und Verbände aus Wirtschaft und Landwirtschaft. Darüber hinaus sei jüngst ein Pilotprojekt auf den Weg gebracht worden, das in den Städten und Gemeinden Möglichkeiten zur Ausweisung von Neubauflächen ohne zusätzlichen Flächenverbrauch ausloten soll, sagte der Minister.

Problem: Begradigte Flüsse

Fortschritte in NRW hat der Umweltbericht unterdessen bei der Gewässergüte festgestellt. So sei beispielsweise der Lachs inzwischen wieder sowohl im Rhein als auch in der Wupper heimisch, betonte Uhlenberg. Allerdings hebt der Umweltbericht auch hervor, dass "viele Gewässer" in NRW nicht den Anforderungen an einen guten ökologischen und chemischen Zustand entsprechen. Grund seien dabei weniger die Belastungen durch Schadstoffe, sondern Veränderungen des Fließverhaltens durch Staumauern, Wehre oder Begradigungen.

Ausbau der erneuerbaren Energien

Mit Blick auf den Klimawandel will NRW nach Worten Uhlenbergs den Anteil erneuerbarer Energien ausbauen und deren Anteil an der Energieerzeugung bis 2020 verdoppeln. Auch die Energieeffizienz soll weiter verbessert werden. Hier setzt das Land auf den Neubau von Braun- und Steinkohlekraftwerken, die zugleich weniger Kohlendioxid ausstoßen sollen.

Laut Umweltbericht ist der Klimawandel in NRW bereits zu spüren. So hat sich seit den 50er Jahren die Zahl der Frosttage um 20 verringert, während die Durchschnittstemperatur im Jahresmittel um bis zu 1,5 Grad zugenommen hat.

SPD-Vorwurf: "Mittelmäßigkeit"

Die SPD-Fraktion im Landtag warf der Landesregierung im Zusammenhang mit dem Umweltbericht "Mittelmäßigkeit" vor. Seit ihrem Amtsantritt vor zwei Jahren habe Schwarz-Gelb im Umwelt- und Naturschutz die Zuschüsse gestrichen. Alleine bei den Biologischen Stationen seien rund 20 Prozent gekürzt worden.

Die Grünen-Fraktion warf Uhlenberg "systematische Kahlschlagspolitik" vor. Dazu gehörten die "Zerschlagung" der Umweltverwaltung, der Abbau der Mitwirkungs- und Klagerechte der Naturschutzverbände sowie eine "einseitige Ausrichtung auf die Interessen von Wirtschaft und Agrarindustrie".

Quelle: afp

 
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