kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

NRW: Landtag verurteilt Rechten-Kongress

zuletzt aktualisiert: 18.09.2008 - 15:24

Der Düsseldorfer Landtag hat am Donnerstag eine Resolution gegen den geplanten "Anti-Islamisierungskongress" der rechtspopulistischen "Bürgerbewegung Pro Köln" verabschiedet. Alle vier Fraktionen haben zugestimmt. Der für das kommende Wochenende in Köln geplante Kongress stehe im Widerspruch zu den Bemühungen in NRW, den "interkulturellen und interreligiösen Dialog" zu fördern, heißt es in dem Antrag von CDU, SPD, FDP und Grünen.

"Pro Köln" hat in jüngster Zeit vor allem den Protest gegen den Bau der Kölner Großmoschee in Ehrenfeld organisiert. Jetzt lädt die Bürgerbewegung zu einem "Anti-Islamisierungsgipfel".  Foto: ddp, ddp
"Pro Köln" hat in jüngster Zeit vor allem den Protest gegen den Bau der Kölner Großmoschee in Ehrenfeld organisiert. Jetzt lädt die Bürgerbewegung zu einem "Anti-Islamisierungsgipfel". Foto: ddp, ddp

Ein Verbot des Kongresses sei zwar nicht möglich, die Polizei werde aber genau hinschauen, ob sich aus dem Fortgang der Veranstaltung Verbote entwickeln könnten. Das Entstehen eines breiten Bündnisses gegen den Kongress wertete Wolf als "deutliches Zeichen unserer wehrhaften Demokratie". Redner der vier Fraktionen sagten, Köln dürfe nicht zum Tummelplatz von Rechtsextremisten und Rassisten werden.

Rechte Politiker aus ganz Europa 

Zu dem "Anti-Islamisierungskongress" hatte "Pro Köln" führende Vertreter von rechten europäischen Parteien eingeladen. Am Samstag soll es eine Kundgebung mit bis zu 1500 Teilnehmern in der Kölner Altstadt geben. "Pro Köln" wird seit mehreren Jahren unter dem "Verdacht einer rechtsextremistischen Bestrebung" im NRW-Verfassungsschutzbericht aufgeführt.

Info

Pro Köln

Bei "Pro Köln" handelt es sich um eine rechtspopulistische Wählergruppe, die mit einer eigenen Fraktion im Kölner Stadtrat vertreten ist. Bei der Kommunalwahl 2004 gaben 16.500 Kölner "Pro Köln" ihre Stimme. Der Verein hat nach eigenen Angaben mehr als 400 Mitglieder. Nachdem die Wählergruppe aus dem Stand in den Kölner Stadtrat eingezogen war, gründeten sich auch die Bürgerbewegungen "Pro Deutschland" und "Pro NRW". "Pro Köln" gilt als rechtsextrem und wird vom Verfassungsschutz beobachtet.

Der Landtag weist "Versuche von Rechtsextremisten mit allem Nachdruck zurück, aus der Diskussion um den geplanten Bau einer Moschee in Köln politisches Kapital zu schlagen". Innenminister Ingo Wolf (FDP) begrüßte in der Debatte den fraktionsübergreifenden Antrag. Die Veranstalter des Kongresses, "Pro Köln" und "Pro NRW", würden vom Verfassungsschutz des Landes "beobachtet, da hinreichend tatsächliche Anhaltspunkte für den Verdacht rechtsextremistischer Bestrebungen vorliegen".

Breiter Widerstand gegen Kongress

Gegen den Kongress haben Vertreter von Parteien, Kirchen, Gewerkschaften und anderen gesellschaftlichen Gruppen Widerstand angekündigt. Geplant sind mehr als 20 Demonstrationen, Mahnwachen, Menschenketten und weitere Aktionen. Die Kölner Polizei rechnet mit bis zu 40.000 Gegendemonstranten.

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland warf den Veranstaltern des Kongresses am Donnerstag eine "religiös verbrämte rassistische und fremdenfeindliche Hetze" vor. Rechtsradikale Gruppen wollten "auf dem Feuer der Islamphobie, Fremdenfeindlichkeit und des Rassismus ihr politisches Süppchen kochen" und bei den nächsten Wahlen in die Parlamente einziehen

"Von den Kölnern nicht gewollt"

Auch Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) hat seine Kritik an dem Kongress erneuert. Die Veranstaltung, zu der angeblich rechte Politiker aus mehreren europäischen Ländern anreisen wollen, werde vom überwiegenden Teil der Kölner Bevölkerung nicht gewollt, sagte Schramma im Kölner "Domradio". Es sei klar, dass es zwischen den Religionen verschiedene Positionen gebe, aber es müsse miteinander diskuiert werden. "Da gehen wir nicht mit den Methoden des Angst-Machens und der Diffamierung, der Ausgrenzung und des Rassismus vor", sagte Schramma.

Auf einer vom Deutschen Gewerkschaftsbund angemeldeten Großkundgebung am Samstag vor dem Kölner Dom will Schramma zu den Demonstranten sprechen. Die Polizei wird nach eigenen Angaben mit bis zu 3000 Beamten im Einsatz sein. Schramma nannte es mit Blick auf die Sicherheitslage seine "einzige Sorge", das es im ultrarechten und ultralinken Spektrum "einige gewaltbereite Potenziale" gebe. "Es wird die große Aufgabe der Polizei sein, die voneinander fern zu halten."

Quelle: afp

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Tippspiel

Wir suchen den EM-Experten

Deutschland Niederlande Jubel Özil Klose Müller 2011 dpa

Wer übersteht die Vorrunde? Wer schafft es bis ins Finale? Das EM-Tippspiel von RP Online gibt Ihnen die Gelegenheit, Ihr fußballerisches Know-How unter Beweis zu stellen. Die besten Tipper erwarten tolle Preise. Jetzt anmelden und mitmachen! mehr 

WETTER
Wetter Düsseldorf  Wetter weltweit 
Es ist sonnig, nur vorübergehend gibt es Quellwolken oder es ziehen lockere Wolkenfelder durch. Es ist trocken. Heute
18°
Es ist wolkenreich und örtlich fällt etwas Regen oder Nieselregen. Es gibt kaum Chancen auf Sonnenschein. Morgen
12°
Familienanzeigen