Landesregierung investiert: Mehr Ganztagsschulen für NRW
VON JENS VOSS - zuletzt aktualisiert: 16.04.2008Landesregierung investiert (RPO). Der Philologenverband sprach von einem „großartigen Ergebnis für die Gymnasien“, der Verband der Realschullehrer jubelte: „Endlich!“ Das 175 Millionen Euro schwere Programm der Landesregierung zur Einrichtung von Ganztagsschulen und zur Verbesserung der Übermittag-Betreuung an Halbtagsschulen löste in den Schulen Erleichterung aus.
Zu groß sind die praktischen Probleme, die etwa mit dem Abitur nach zwölf Jahren verbunden sind, groß ist die Konkurrenz zu Ganztags-Gesamtschulen: „Manch einer hat doch die Gesamtschule wegen des Ganztagsangebots gewählt und nicht wegen der Schulform an sich“, sagte gestern Ulrich Brambach, Vorsitzender der Realschullehrerverbandes, unserer Zeitung.
Die frohe Kunde wollte Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) in einer ungewöhnlich kurzfristig anberaumten Pressekonferenz selbst verbreiten, zusammen mit Schulministerin Barbara Sommer (CDU). „Wir bringen den Ganztag in die Fläche“, sagte Rüttgers.
2009 und 2010 sollen pro Jahr in jedem der 54 Kreise und kreisfreien Städte in NRW je eine Realschule und ein Gymnasien in eine Ganztagsschule umgewandelt werden. Die Schulen sollen so verteilt sein, dass Eltern die Wahl behalten zwischen Ganz- oder Halbtagsschulen. Zudem sollen alle Halbtagsschulen Mittel für eine verbesserte Übermittag-Betreuung erhalten.
Für den Bau von Mensen und Aufenthaltsräumen stellt das Land 100 Millionen Euro zur Verfügung (bis zu 100.000 Euro pro Schule). Halbtagsschulen sollen Geld für mehr Stellen bekommen (45 Millionen Euro). Sie erhalten demnach entweder eine halbe Lehrerstelle oder zwischen 15.000 und 30.000 Euro pro Jahr zur Beschäftigung von Betreuern, die die Schüler beaufsichtigen, bei Hausaufgaben helfen oder Arbeitsgemeinschaften anbieten. Hintergrund: Halbtagsschulen sind oft halbe Ganztagsschulen, weil sich der Unterricht in den Nachmittag hineinzieht.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum
