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Ärger um Entsorger Alba: Mülltonnen-Not im Kreis Mettmann

VON DIETER CLARIUS UND JÖRG JANSSEN - zuletzt aktualisiert: 07.01.2008 - 12:44

Ärger um Entsorger Alba (RPO). Johannes Grüner ist wütend. Wütend auf den Entsorger Alba. Seit Tagen wartet der Monheimer auf eine neue gelbe Tonne. Vergeblich. Wie tausende Bürger im Kreis Mettmann stapelt er Säcke voller Jogurtbecher und anderem „Plastik“-Müll. „Dreimal habe ich die Hotline angerufen und ein Fax geschickt. Doch nichts ist passiert“, klagt der Diplom-Ingenieur. Massiv verärgert ist auch der Erkrather Tobias Schnell. „Ich stelle den Kunststoffdreck jetzt in Kartons an den Straßenrand. Was soll ich sonst machen - ohne Tonne.“

Einer von tausenden verärgerten Bürgern im Kreis Mettmann - Johannes Grüner sammelt seinen „Plastik-Müll“ nun in gelben Plastiksäcken.  Foto: RP, Matzerath
Einer von tausenden verärgerten Bürgern im Kreis Mettmann - Johannes Grüner sammelt seinen „Plastik-Müll“ nun in gelben Plastiksäcken. Foto: RP, Matzerath

Das Problem: Die durch eine Ausschreibung zum Jahreswechsel neu ins Geschäft gekommene Alba GmbH (Essen) hatte in der Neujahrsnacht die bis dahin zuständige Düsseldorfer Stadtwerke-Tochter Awista abgelöst. Auf einen reibungslosen Übergang hofften die Bürger vergeblich. So standen im Ratinger Rathaus die Zeichen so sehr auf Sturm, dass Alba in dieser Woche zwei Mitarbeiter dorthin entsandte, um wenigstens die Spitze der Beschwerden abzufangen. Auch aus dem Monheimer Rathaus berichtete Frank Reif: „Täglich rufen Dutzende Leute an. Dabei ist die Abfallberatung im Rathaus dafür gar nicht zuständig.“ Ähnliche Umstellungsprobleme mit anderen Entsorgern werden aus Geldern und Kevelaer gemeldet.

Unterdessen hat das Schwarze-Peter-Spiel begonnen. So behauptet Alba, Vorgängerin Awista habe sich nicht kooperativ verhalten. Alba-Geschäftsführer Michael Mevissen sagte: „Das wäre nicht passiert, wenn man uns die alten Tonnen zu einem fairen Preis überlassen hätte. Wir haben seinerzeit ein gutes Angebot gemacht.“ Zudem seien die Tourenpläne, die Awista an Alba übergeben habe, nicht gepflegt gewesen. Mevissen: „Es fehlten Straßennamen und Hausnummern, bisweilen die vorgegebenen Gefäßgrößen.“ Dem widerspricht Awista-Geschäftsführer Georg Eicker: „Die gelben Tonnen benötigen wir in Düsseldorf und in anderen Städten der Republik. Darum wollten wir die nicht verkaufen. Die von uns übergebenen Listen sind in Ordnung gewesen. Sonst hätte es ja für uns ebenfalls Probleme gegeben.“

Den Bürgern im Kreis Mettmann - zum einstigen Awista- und jetzigen Alba-Gebiet zählen alle Städte außer Velbert - sind die Gründe fürs gelbe Chaos egal. „Bald zerhacken Krähen die nicht abgeholten gelben Säcke“, orakelt ein Langenfelder. Der Rat der städtischen Entsorger, übergangsweise gelbe Säcke zu stapeln, macht die Betroffenen noch wütender. „Alba hat eine Bringschuld.“ Unterdessen mahnt Mevissen, die Sache tiefer zu hängen: „Wir haben zur Zeit eine Fehlerquote von acht bis zehn Prozent. Aus den Listen können wir nicht immer sehen, ob jemand eine 120-Liter oder 1100-Liter-Tonne bekommt. Zudem hatten wir in der Folge der Feiertage keinen Samstag, an dem wir hätten fahren können.“

Quelle: RP

 
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