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Vorbild Berlin: NRW: Streit um Schul-Wachdienst

VON JENS VOSS - zuletzt aktualisiert: 11.12.2007 - 07:09

Vorbild Berlin (RPO). Um das Problem randalierender Jugendlicher in den Griff zu bekommen, sind seit gestern in Berlin private Sicherheitsdienste als Schulwächter im Einsatz. Erste Stimmen fordern auch für NRW schwarze Sheriffs an Schulen.

In Berlin gibt es die Wachschützer schon an Schulen - bald auch in NRW?  Foto: ddp, ddp
In Berlin gibt es die Wachschützer schon an Schulen - bald auch in NRW? Foto: ddp, ddp

Im Berliner Bezirk Neukölln hat die Bewachung von Schulen durch ine private Sicherheitsfirma begonnen. 20 Wachleute eines Bielefelder Unternehmens sollen an den Eingängen von 13 Schulen dafür sorgen, dass keine Fremden das Schulgelände betreten. Neukölln war bereits im März 2006 bundesweit in die Schlagzeilen geraten, nachdem dort die Lehrer der Rütli-Hauptschule die Auflösung ihrer Schule wegen der Gewalttätigkeit der Schüler gefordert hatten.

Der NRW-Philologenverband zeigte Verständnis für den Einsatz der Wachleute. „Die Sicherheit von Schülern und Kollegen hat Vorrang. Wenn Aufsichten und Kontrollen nicht mehr greifen, ist der Abschreckungseffekt von Wachschutzpersonen nicht zu unterschätzen“, sagte Peter Silbernagel, Chef des NRW-Philologenverbandes, der 35.000 Gymnasiallehrer und damit die größte Lehrergruppe in NRW repräsentiert.

Düsseldorfs OB: „Keine Berührungsängste“

Verständnis auch bei Joachim Erwin, Oberbürgermeister von Düsseldorf, wo jetzt die erste Schule mit Videoüberwachung ausgestattet wurde. „Private Wachdienste an Schulen sind sicherlich eine Ultima ratio“, sagte Erwin unserer Redaktion, „aber wenn es nicht anders geht, werden wir auch in Deutschland über solche Dinge nachdenken müssen. Ich hab da keine Berührungsängste. Sicherheit geht vor.“

Die Lehrerschaft ist in der Frage gespalten. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) lehnt den Einsatz von Wachdiensten ab. „Das ist für uns keine Option“, erklärte ein GEW-Sprecher, „die Zusammenarbeit von Schulen und Polizei ist gut; die Polizei hilft gut - und das soll auch so bleiben.“ Einhellige Ablehnung kam auch aus der Politik.

NRW-Schulministerin ist dagegen 

Schulministerin Barbara Sommer (CDU): „Ich halte nicht sehr viel davon. Zur Prävention muss man etwas aus dem inneren Zusammenhang der Schule tun.“ Zudem gebe es in NRW nicht die Zusammenballung von Problemen wie in Neukölln.

Ähnlich äußerten sich Sprecher von SPD und Grünen. Der Städte- und Gemeindebund in NRW sieht bei den Lehrer-Kollegien die Tendenz, den Einsatz von Wachdiensten zu vermeiden. „Probleme werden lieber mit Bordmitteln gelöst - mit pädagogischen Mitteln und in Zusammenarbeit mit den Eltern“, sagte ein Sprecher unserer Zeitung.

Es sei ein negatives Signal für Schule und das Viertel, wenn die Schule „aufgerüstet“ werde. Frank Richter, Sprecher der NRW-Polizeigewerkschaft, sah im Einsatz von Wachdiensten einen „Hilfeschrei“. Ernsthafte Probleme könne nur die Polizei lösen. In Berlin hat die Polizei die Probleme offenbar nicht im Griff.

Die Wachleute würden helfen, Schläger von den Schulen fernzuhalten, erklärte der Berliner Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD). An den Schulen des Bezirks habe es in den vergangenen zwei Schuljahren 58 schwere Gewaltvorfälle gegeben. Dies müsse verhindert werden.

Quelle: RP

 
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