Region: Orkan Kyrill - eine Bilanz
zuletzt aktualisiert: 19.01.2007 - 05:38Nach dem Orkan haben nun die Aufräumarbeiten in der Region begonnen. Die Gefahr ist aber noch nicht gebannt: Nach wie vor können Bäume umstürzen und Äste abbrechen. Im Wald herrscht akute Lebensgefahr, einige Wälder sind von den Behörden gesperrt worden. Auch der Bahnverkehr ist immer noch eingeschränkt.
Während eines Sturmeinsatzes kam in Tönisforst im Kreis Viersen ein 39-jähriger Feuerwehrmann ums Leben. Im Kreis Mettmann wurden drei Menschen leicht durch umherfliegende Trümmer verletzt, darunter ein Polizist.
Ein Nebengebäude der historischen Schlossanlage Ossenberg bei Rheinberg aus dem 18. Jahrhundert ist zusammengestürzt, in Hamm (Viersen) wurde das Dach einer Grundschule abgedeckt: die Schüler können heute zu Hause bleiben. In Krefeld wird auch heute empfohlen, die Kinder nicht in die Schulen zu schicken. Die Verantwortung dafür liegt bei den Eltern oder bei erwachsenen Schülern selber.
Noch immer Lebensgefahr im Wald
Die Forstämter raten dringend davon ab, die Wälder zu betreten. Dort besteht auch nach dem Sturm noch Lebensgefahr durch Bäume und Äste, die plötzlich umstürzen und abbrechen können. Besonders Fichten wurden durch den Sturm gefällt.
In einigen Bezirken haben die zuständigen Forstämter den Wald für Besucher gesperrt. Die Behörden appellieren zusätzlich zu dem Verbot eindringlich an die Vernunft der Bürger. Die Gefahr wird wahrscheinlich erst zum Ende der nächsten Woche gebannt sein.
Rheinbrücken gesperrt
Auch Brücken mussten gesperrt werden. Auf der Düsseldorfer Rheinkniebrücke war zeitweise kein Durchkommen, weil ein LKW umgekippt war. Die Düsseldorfer Polizei sperrte auch die Fleher Brücke und die Oberkasseler Brücke. Die Rheinbrücken in Emmerich und in Rees wurden ebenfalls gesperrt. Mittlerweile sind alle Brücken wieder für den Verkehr geöffnet.
Die Deutsche Bahn stellte am Abend ihren Betrieb ein und forderte an Bahnhöfen Fahrgäste auf, die Züge zu verlassen. Dadurch saßen Tausende Reisende und Pendler an den Bahnhöfen in der Region fest. Auch am Freitag werden nach Angaben der Deutschen Bahn die Züge noch nicht wieder geregelt fahren. Auch allen Strecken blockieren umgestürzte Bäume die Schienen, abgerissene Oberleitungen verhindern einen reibungslosen Verkehr.
Bahnverkehr noch immer chaotisch
Die S-Bahnen fahren mittlerweile wieder. Zahlreiche Bahnstrecken sind aber nach Auskunft der Bahn noch immer nicht befahrbar. Die Aufräum- und Reparaturarbeiten werden voraussichtlich den ganzen Tag dauern, die Feuerwehren sind noch immer im Dauereinsatz. An Nordrhein-Westfalens größtem Flughafen in Düsseldorf wurden nach Angaben eines Sprechers am Donnerstag 110 Flüge gestrichen.
In der ganzen Region waren Millionen von Haushalten ohne Strom. Um 18 Uhr gingen in Duisburg die Lichter aus. Auch Xanten, Rheinberg und Alpen mussten am Abend zeitweise ohne Strom auskommen. Für mehr als eine Stunde saßen rund 40.000 Menschen in Goch und Nütterden im Dunkeln.
Mehrere zehntausend Haushalte waren am Niederrhein ohne Strom. In Drüpt und Xanten waren zwei Pumpen vermutlich wegen der Störungen im Stromnetz ausgefallen.
Hier finden Sie eine ausführliche Bilanz, was der Sturm in den Städten der Region angerichtet hat.
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