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NRW: Rosenmontagszüge müssen nachbessern

VON SVEN GREST - zuletzt aktualisiert: 04.02.2011 - 16:12

Nach der Loveparade-Katastrophe hat die Landesregierung die Sicherheitsvorschriften für Karnevalsumzüge verschärft. Mehrere kleinere Umzüge stehen nun vor dem Aus – aber auch der der Duisburger Rosenmontagszug steht vor einem Problem.

Die Stadt Duisburg hat das Sicherungskonzept für den Duisburger Rosenmontagszug abgelehnt. Jetzt müssen die Karnevalisten ihren Entwurf überarbeiten.  Foto: Andreas Probst
Die Stadt Duisburg hat das Sicherungskonzept für den Duisburger Rosenmontagszug abgelehnt. Jetzt müssen die Karnevalisten ihren Entwurf überarbeiten. Foto: Andreas Probst

Dieses Mal wollten sie es besser machen. Nach der Loveparade-Katastrophe mit 21 Toten und mehr als 500 Verletzten stand die Verwaltungsspitze der Stadt Duisburg in der Kritik, im Vorfeld nicht ausreichende Sicherheitsmaßnahmen geplant zu haben. Bei der nun anstehenden Genehmigung des Duisburger Rosenmontagszuges achtet die Stadt nun genau darauf, alle Richtlinien der Landesregierung einzuhalten – und untersagte den Jecken den Zugweg. Nun müssen die Karnevalisten ihre Sicherheitspläne nachbessern.

„Wir haben bisher mit 150 Sicherheitskräften geplant – die Stadt will, dass wir doppelt so viele einsetzen“, sagt Joachim Loosen, Geschäftsführer des Hauptausschusses Duisburger Karneval. Schließlich ist eine der neuen Auflagen, dass jede Wagenachse Die Vereinsmitglieder trafen sich daraufhin zur Krisenstabssitzung. Das Problem: In den vergangenen Jahren hatte die Zugleitung einen Großteil der Ordner durch das Technische Hilfswerk (THW) gestellt bekommen. Doch da das THW-Personal nicht ausreicht, muss sich der Karnevalsverein selbst um zusätzliche Hilfskräfte bemühen. Dennoch gibt man sich zuversichtlich: „Wir gegen davon aus, dass der Rosenmontagszug wie geplant stattfinden kann“, sagt Loosen. Doch davor müssen die Karnevalisten der Stadt Duisburg ihr Sicherheitskonzept erneut vorlegen.

Die neuen Regeln für Großveranstaltungen, die die Landesregierung nach dem Loveparade-Unglück bekanntgab, machen den Karnevalsgesellschaften in ganz Nordrhein-Westfalen Probleme. Im August hatte Innenminister Ralf Jäger (SPD) gefordert, dass künftig Veranstalter von Großveranstaltungen der zuständigen Kommune ein Sicherheitskonzept vorlegen müssen. Damit sollen künftig Katastrophen wie das Unglück auf der Loveparade im Sommer 2010 verhindert werden. „Bei mehr als 5000 Besuchern ist ein Sicherheitskonzept in jedem Fall erforderlich“, sagt Jörg Rademacher, Sprecher des Innenministeriums NRW. Dass dazu auch Karnevalszüge gehörten, sei von Beginn an öffentlich gemacht worden.

Doch zahlreiche kleine Karnevalsgesellschaften sind auf die zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen nicht vorbereitet. Bedroht sind unter anderem Stadtteilzüge in den Duisburger Stadtteilen Meiderich und Neumühl sowie im 700-Einwohner-Dorf Mintard bei Mühlheim an der Ruhr. In Attendorn steht aufgrund der neuen Regeln zwar nicht der ganze Zug in Frage, wohl aber ein gewichtiges Accessoire desselben: Für die fünf Meter hohe Konfettikanone der Karnevalsgesellschaft Attendorn verlangte die Bezirksregierung ein Tüv-Gutachten. Doch das erforderliche Wiegen des Gerätes sorgte für Schwierigkeiten. Weil eine Schätzung des Gewichts den Behörden nicht reichte, darf die Konfetti-Kanone nicht eingesetzt werden – die Jecken werfen die Kamelle nun wieder per Hand.

Für die großen Rosenmontagszüge in Düsseldorf und Köln sind die neuen Regeln ohne Belang. Schließlich gibt es bereits seit Jahren ausgefeilte Sicherheitskonzepte, die die Karnevalisten in Zusammenarbeit mit Polizei, Stadtverwaltung und Sanitätern pflegen. Einzige Neuerung im Kölner Karneval: Das Funkkonzept wurde auf einen digitalen und damit dokumentierbaren Standard umgestellt, erklärt Alexander Dieper, stellvertretender Zugleiter des Kölner Rosenmontagszugs.


 
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